Rheinische Post Hilden

Pakete werden künftig per Handy frankiert

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Die Post will den Versand digitalisi­eren und transparen­ter machen.

BERLIN (dpa) Die Deutsche Post DHL Group will mit einer breit angelegten Digitalisi­erungsinit­iative den Versand und Empfang von Briefen und Paketen erleichter­n. Dabei sollen die Sendungen besser nachverfol­gbar sein. Kunden sollen auch genau erfahren, wann die Sendungen eintreffen werden.

Noch in diesem Jahr will DHL das „Live-Tracking“von Paketen ermögliche­n, kündigte Tobias Meyer, Konzernvor­stand Post & Paket Deutschlan­d, am Dienstag in Berlin an. Dabei werden die Kunden am Morgen des Zustellung­stags darüber informiert, wann das Paket in einem Zeitfenste­r von 60 bis 90 Minuten ankommt. Eine Viertelstu­nde vor dem Erhalt der Sendung erhalte der Kunde eine weitere Ankündigun­g. Dabei habe der Empfänger bis zur Zustellung noch die Möglichkei­t, das Paket am Wunschort ablegen oder an einen Nachbarn zustellen zu lassen.

Vom Live-Tracking, das kleinere Post-Wettbewerb­er wie DPD und GLS bereits anbieten, sollen nicht nur die Kunden profitiere­n: Der Empfänger kann sich besser auf die Zustellung einstellen oder dem Zusteller ein Paket für den Versand mitgeben. Und für den DHL-Boten steigt die Wahrschein­lichkeit, dass er den Empfänger schon im ersten Anlauf antrifft.

Die Digitalisi­erung soll aber nicht nur die Paket-Zustellung optimieren, sondern auch den Brief-Sektor der Post umwälzen. So will die Post im kommenden Jahr eine Sendungsve­rfolgung im Internet für gewöhnlich­e Briefe ermögliche­n. Dazu sollen Briefmarke­n eingeführt werden, die mit einer Seriennumm­er in Form einer viereckige­n Klötzcheng­rafik („Matrixcode“) versehen sind. Das Tracking der Briefe mit Matrixcode erfasst allerdings nur die Abgangs- und Eingangsso­rtierung. Wer genau wissen will, wann ein Brief beim Empfänger angekommen ist, muss ein Einschreib­en oder eine Expresssen­dung wählen. Die Post schützt sich mit der neuartigen Briefmarke auch gegen Fälschunge­n und unerlaubte Wiederverw­endungen von Postwertze­ichen.

Wer keine Briefmarke zur Hand hat, soll künftig auch ohne Aufpreis die Sendung mit dem Handy frankieren können. Dabei generiert eine App einen mehrstelli­gen alphanumer­ischen Code, der dann rechts oben auf den Brief oder die Postkarte geschriebe­n wird. Dieser Code wird von Kameras in den Sortieranl­agen der Post erfasst und dann ausgewerte­t.

Die Post DHL will auch das bestehende Netz aus rund 4500 Automaten bis 2021 auf 7000 Packstatio­nen ausbauen. Außerdem führt DHL eine neue Variante der Packstatio­n („Post & Paket 24/7“) ein, die mit einer Videochat-Funktion ausgestatt­et ist, um die Kunden beraten zu können. Die neue Packstatio­n-Variante soll auf dem Land das Angebot einer kleinen Postfilial­e bieten.

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FOTO: DPA Die Post will die Frankierun­g von Briefen erleichter­n.

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