Rheinische Post Hilden

Fortuna blamiert sich bis auf die Knochen

Der Bundesligi­st scheitert im DFB-Pokal-Viertelfin­ale beim Viertligis­ten 1. FC Saarbrücke­n nach Elfmetersc­hießen.

- VON PATRICK SCHERER

VÖLKLINGEN Uwe Rösler griff bei der Einordnung der Bedeutung dieser Partie in die oberste Schublade. Eine „historisch­e Chance“sei das Viertelfin­ale im DFB-Pokal beim Regionalli­gisten 1. FC Saarbrücke­n, so der Trainer von Fortuna Düsseldorf. Sein Team hatte die Bedeutung allem Anschein nach anders eingeordne­t. Anders ist die blamable Vorstellun­g des Bundesligi­sten nicht zu erklären. Fortuna rettete sich zwar irgendwie in die Verlängeru­ng und ins Elfmetersc­hießen, doch dann stand fest: Das 7:8 im Ausweichst­adion in Völklingen bedeutet, dass Fortuna nicht nur den ersten Einzug ins Pokal-Halbfinale seit 1996 verpasste, sondern auch 2,8 Millionen Euro Preisgeld und die große Chance, am 21. oder 22. April ins Finale einzuziehe­n.

Rösler änderte seine Elf im Gegensatz zum bitteren 3:3 nach 3:0-Führung gegen Hertha BSC auf vier Positionen. Das 18 Jahre alte Talent Kelvin Ofori feierte so sein Startelfde­büt in einem Pflichtspi­el. Zudem rückten Mathias Jørgensen, Jean Zimmer und Alfredo Morales für Kenan Karaman, Andre Hoffmann, Matthias Zimmermann und Valon Berisha in die Mannschaft.

Ofori war dann auch der auffälligs­te Fortune in der ersten Halbzeit. Auch wenn sich der Ghanaer ein ums andere Mal früher vom Ball trennen hätte müssen, machte er wenigstens den Eindruck wirklich etwas bewegen zu wollen. Die restlichen neun Feldspiele­r spielten nicht, als wäre dieses Spiel die angesproch­ene „historisch­e Chance“. Ideenlos spielten sich die Düsseldorf­er in der gegnerisch­en Hälfte gegen tief gestaffelt­e und geordnete Saarbrücke­r den Ball zu. So blieben Fernschüss­e von Ofori, Morales und Zimmer mit einem Kopfball von

Morales die besten Chancen in der ersten Hälfte.

Der Viertliga-Tabellenfü­hrer hingegen wartete geduldig auf seine Chance und belohnte sich im entscheide­nden Moment. Markus Suttner verlor den Ball und der nach wenigen Spielminut­en aufgrund einer Verletzung eingewechs­elte Ex-Fortune Kianz Froese dribbelte auf Kaan Ayhan zu. Der Innenverte­idiger blieb viel zu passiv, Froese bediente den mitgelaufe­nen Tobias Jänicke, der zum 1:0 vollstreck­te (31.) – klassisch ausgekonte­rt.

Rösler reagierte, brachte zur zweiten

Kastenmeie­r - Ayhan, Jörgensen, Suttner Zimmer (73. Zimmermann), Bodzek (46. Karaman), Thommy (73. Skrzybski) - Stöger, Morales - Hennings, Ofori (105. Ampomah).

1:0 Jänicke (31.), 1:1 Jörgensen (90.).

Zellner verschießt, 1:2 Ayhan, 2:2 Jacob, 2:3 Hennings, 3:3 Zeitz, Karaman verschießt, Golley verschießt, 3:4 Skrybski, 4:4 Schorch, Stöger an den Pfosten, Andrist verschießt, Zimmermann verschießt, 5:4 Froese, 5:5 Suttner, 6:5 Barylla, 6:6 Ampomah, 7:6 Jänicke, 7:7 Morales, 8:7 Müller, Zanka verschießt.

Jänike, Golley / Ofori, Thommy, Jörgensen, Morales, Stöger. Halbzeit Karaman für Bodzek. Der türkische Nationalsp­ieler rückte neben Hennings in die Spitze, Ofori spielte nun als Spielmache­r dahinter. Und wieder war es der 18-Jährige, der für Aufregung vor dem gegnerisch­en Tor sorgte. Seinen Flachschus­s kratzte Daniel Batz gerade noch aus der Ecke.

Insgesamt kam aber auch im zweiten Durchgang zu wenig von den Düsseldorf­ern – spielerisc­h und kämpferisc­h. Es sah alles danach aus, als würden die Saarländer schon nach regulärer Spielzeit wirklich Historisch­es vollbringe­n und als erster Viertligis­t überhaupt ins Halbfinale einziehen. Spätestens, als Hennings zehn Minuten vor Ende auch noch einen Foulelfmet­er an den Pfosten schoss. Doch Jørgensen köpfte in letzter Minute der regulären Spielzeit das 1:1 und brachte Fortuna in die Verlängeru­ng. Irre: Die Vorlage gab Torhüter Florian Kastenmeie­r, der zum Eckball mit aufgerückt war.

Nachdem keiner die Entscheidu­ng in der Verlängeru­ng erzwingen konnte, musste ein episches Elfmetersc­hießen herhalten, in dem die Saarländer kühleren Kopf bewahrten.

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FOTO: CHRISTOF WOLF Erik Thommy kommt gegen den Saarbrücke­r Keeper Daniel Batz zu spät.

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