Um 16.57 Uhr

Rheinische Post Kevelaer - - Cdu-parteitag -

sit­zen­de und hes­si­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent Vol­ker Bouf­fier über­reicht der schei­den­den Vor­sit­zen­den ei­nen Takt­stock des Ham­bur­ger Star-Di­ri­gen­ten Kent Na­ga­no. Als Zei­chen da­für, ei­nen Klang­kör­per wie die CDU mit all den star­ken, aber auch schwie­ri­gen Cha­rak­te­ren zum har­mo­ni­schen Klin­gen zu brin­gen. Es ist aus­ge­rech­net der Takt­stock, den er beim Kon­zert in der Elb­phil­har­mo­nie wäh­rend des G20-Gip­fels nutz­te, als drau­ßen der Mob tob­te. Ge­schmack­lich ist das Ge­schenk zwei­fel­haft.

13.23 Uhr Wäh­rend der Aus­spra­che wird viel ge­rech­net. Füh­rungs­kräf­te ge­hen da­von aus, dass et­wa je 450 De­le­gier­te dem eher so­zi­al-li­be­ra­len La­ger Kramp-Kar­ren­bau­er und dem kon­ser­va­ti­ven Merz/Spahn-La­ger zu­zu­ord­nen sind. Um die rest­li­chen 100 wird jetzt in den Re­den der Kan­di­da­ten ge­run­gen.

13.46 Uhr Da­ni­el Gün­ther, Mi­nis­ter­prä­si­dent von Schles­wig-Hol­stein und Ver­samm­lungs­lei­ter, gibt be­kannt, dass die Kan­di­da­ten­vor­stel­lung in al­pha­be­ti­scher Rei­hen­fol­ge be­ginnt. Je­der Kan­di­dat, je­de Kan­di­da­tin hat 20 Mi­nu­ten.

13.51 Uhr Die ers­te Kan­di­da­tin, An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er, be­ginnt. Der Saal ist schlag­ar­tig ru­hig.

13.58 Uhr Kramp-Kar­ren­bau­er be­rich­tet von ih­rem Ein­tritt in die CDU 1981. Da­mals war die Angst vor dem Atom­krieg das be­herr­schen­de po­li­ti­sche The­ma. Sie ha­be aber ei­ne Par­tei ge­wählt, die op­ti­mis­tisch sei, Kurs hal­ten kön­ne und ei­nen kla­ren Kom­pass ha­be. Da­für sei sie in die CDU ein­ge­tre­ten.

14 Uhr Lang­sam kommt sie in Fahrt. „Die Par­tei muss wie­der Strahl­kraft ent­wi­ckeln. Auf den po­li­ti­schen Geg­ner ein­schla­gen kann je­der von uns. Das reicht uns nicht aus.“

14.05 Uhr Pro­gram­ma­tik und Prag­ma­tis­mus: „AKK“for­dert, die Kom­fort­zo­ne zu ver­las­sen. Zu­gleich ver­langt sie mehr Mut. „Wenn wir die­sen Mut ha­ben, dann le­ben wir in ei­nem Deutsch­land, das kei­ne Angst vor der Di­gi­ta­li­sie­rung hat, dann le­ben wir in länd­li­chen Räu­men, in de­nen nicht nur ein­mal am Tag ein Bus kommt. Dann be­kom­men wir 5G an je­der Milch­kan­ne.“Das ist ein Sei­ten­hieb ge­gen Bil­dungs­mi­nis­te­rin Kar­lic­zek, die kürz­lich mein­te, man brau­che die schnel­le Mo­bil­funk­tech­nik 5G nicht übe­r­all.

14.07 Uhr Die Kan­di­da­tin kann auch die To­na­li­tät der CDU:„Leis­tung muss sich loh­nen. Wer ar­bei­tet, muss mehr im Al­ter be­kom­men als die Grund­si­che­rung. Wir brau­chen ei­nen Staat, der sich nicht auf der Na­se her­um­tan­zen lässt – Klein­kri­mi­nel­le, kri­mi­nel­le Clans, Steu­er­hin­ter­zie­her, aber auch ge­walt­be­rei­te lin­ke Chao­ten wie in Ham­burg bei G20.“

Erst be­kommt An­ge­la Mer­kel zehn Mi­nu­ten Ap­plaus von den De­le­gier­ten – und dann den Takt­stock von Star­di­ri­gent Kent Na­ga­no. FO­TOS: DPA, IMA­GO

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