Be­we­gen­des Or­gel­kon­zert er­klingt in St. Ni­ko­laus

Wolf­gang Sei­fen spiel­te Im­pro­vi­sa­tio­nen zum 25. Ge­burts­tag der Or­gel in Wal­becks Pfarr­kir­che.

Rheinische Post Kevelaer - - Kultur Im Gelderland -

(RP) Ei­nen in mehr­fa­cher Hin­sicht be­son­de­ren Abend er­leb­ten die Be­su­cher des Or­gel­kon­zer­tes in Wal­beck. Vor ge­nau 25 Jah­ren, am 1. Ad­vent 1993, wur­de die neue Or­gel in der St.-Ni­ko­laus-Kir­che fei­er­lich ein­ge­weiht. Das neue In­stru­ment in sei­nem präch­ti­gen Ba­rock­ge­häu­se aus dem 18. Jahr­hun­dert setz­te da­mals Maß­stä­be für den Or­gel­bau. Ge­plant hat­te die Or­gel der Kir­chen­mu­si­ker an St. Ni­ko­laus, Ste­fan Jan­ßen, in Zu­sam­men­ar­beit mit der„Ma­nu­fac­tu­re d’Or­gues Muh­lei­sen“aus Straß­burg. We­gen sei­ner ge­lun­ge­nen Kon­zep­ti­on und we­gen des be­son­de­ren Klangs wur­de das In­stru­ment schnell weit­hin be­kannt. Des­halb plan­te Jan­ßen für den 25. Ge­burts­tag „sei­ner“Or­gel ei­ne Se­rie von drei Or­gel­kon­zer­ten.

Das Ju­bi­lä­ums­kon­zert spiel­te Pro­fes­sor Wolf­gang Sei­fen, der vor al­lem für sei­ne Im­pro­vi­sa­tio­nen be­kannt ist. Auch in Wal­beck durf­ten die zahl­rei­chen Be­su­cher ein rei­nes Im­pro­vi­sa­ti­ons­kon­zert er­le­ben. Flei­ßi­ge Hän­de hat­ten die Bän­ke der Kir­che Rich­tung Or­gel ge­dreht. So konn­ten die Zu­hö­rer die Or­gel be­wun­dern und dank Vi­deo­tech­nik dem Künst­ler bei sei­nem teils akro­ba­ti­schen Tun zu­se­hen, schaff­te er es doch, die rein me­cha­ni­sche Or- gel ganz al­lein zu be­die­nen.

Sei­fen er­öff­ne­te mit ei­ner „Sui­te fran­cai­se“im fran­zö­sisch-ba­ro­cken Stil, be­ste­hend aus kur­zen, ab­wechs­lungs­rei­chen Stü­cken, teil­wei­se mit ad­vent­li­chen The­men, zum Bei­spiel „O Hei­land, reiß die Him­mel auf“. Ge­nau rich­tig, um ty­pi­sche Klang­far­ben der Or­gel vor­füh­ren zu kön­nen. Es folg­ten zwei „Cha­rak­ter­stü­cke“im deutsch-ro­man­ti­schen Stil, in de­nen deut­lich wur­de, dass die Klang­mög­lich­kei­ten der Or­gel grö­ßer sind, als die Dis­po­si­ti­on (Zu­sam­men­stel­lung der Stim­men) zu­nächst ver­mu­ten lässt.

An­ge­kün­digt wa­ren dann „Fan­ta­sie, Fu­ge und Fi­na­le“im fran­zö­sisch-sin­fo­ni­schen Stil, dar­aus wur­de je­doch eher ein Feu­er­werk an Ein­fäl­len im Sei­fen-Stil, in­klu­si­ve ei­ner Dop­pel­fu­ge. Sei­fen bril­lier­te mit ma­kel­lo­ser Spiel­tech­nik, ver­eint mit dem Sinn für schö­ne Me­lo­di­en und mu­si­ka­li­schem Kön­nen. Ei­ne wit­zi­ge Zu­ga­be über das„Wal­be­cker Hei­mat­lied“und ei­ne wei­te­re in zar­ten Klang­far­ben über das Ad­vents­lied „Ma­ria durch ein Dorn­wald ging“run­de­ten das Kon­zert ab. Be­geis­ter­ter Bei­fall wa­ren der Lohn für ein be­we­gen­des Kon­zert, bei dem Künst­ler und In­stru­ment über­zeu­gen konn­ten.

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