Wie Är­ger ganz lang­sam zu ei­nem Dra­ma wird

Rheinische Post Kevelaer - - Kevelaer / Weeze -

Es gibt Ge­schich­ten, bei de­nen hat man den Ein­druck, man steht da­bei und muss da­bei zu­se­hen, wie aus ei­nem Pro­blem ganz lang­sam – qua­si im Zeit­lu­pen­tem­po – ei­ne Ka­ta­stro­phe wird. Un­auf­halt­sam wird al­les im­mer schlim­mer. So ei­ne Sa­che hat sich in die­sem Jahr in Ka­pel­len er­eig­net, und sie ent­wi­ckelt sich noch wei­ter. Schön ist das nicht, aber ein Stück Dorf­ge­schich­te: die vom „zu­ge­mau­er­ten Fuß­weg“.

Neue An­woh­ner ha­ben da den Pfad „Gar­ten­stra­ße“mit ih­rer Gar­ten-An­la­ge zu­ge­baut. Kein Durch­kom­men mehr. Nach­barn kön­nen nicht mehr zur Gar­ten­tür raus, ei­ne Se­nio­rin muss die Müll­ton­nen durchs Haus bug­sie­ren, ein Roll­stuhl­fah­rer kommt nur noch mit Hil­fe ins Freie. Dann hal­ten Leu­te „Mahn­wa­chen“, die Bau­her­ren set­zen ei­nen Sicht­schutz oben­drauf, die Stadt zieht vor Ge­richt, die Po­li­tik for­dert ei­ne Lö­sung. Das En­de der Ge­schich­te ist of­fen.

Man hört oder liest manch­mal von Nach­bar­schafts-Strei­tig­kei­ten, die mit ei­nem Mal merk­wür­dig gif­tig wer­den, oder von sons­ti­gen Kon­flik­ten, die merk­wür­dig aus­ufern. Meis­tens wirkt das al­les von au­ßen be­trach­tet et­was ab­surd. Wenn sich nun et­was Ver­gleich­ba­res vor der ei­ge­nen Haus­tür er­eig­net, dann wird plötz­lich ganz greif­bar: So was ist nicht nur ku­ri­os, das ist tra­gisch. Da sind ech­te Men­schen in­vol­viert auf al­len Sei­ten, mit ech­ten Ge­füh­len und vor al­lem mit dem Ge­fühl, im Recht zu sein. Ganz egal, wie die Ge­rich­te noch ent­schei­den wer­den: Hier geht es längst um viel mehr als die Sa­che, hier geht es um Emo­tio­nen.

Die Sa­che lässt mich rat­los zu­rück. Die of­fe­nen Fra­gen wer­den nicht we­ni­ger. Ich könn­te mir den­ken, dem ei­nen oder an­de­ren Be­tei­lig­ten geht es ge­nau so. Si­na Zehr­feld

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