Rheinische Post Krefeld Kempen

Pinguine: Gegen die Haie Frust abbauen

- VON H.-G. SCHOOFS

Eishockey: Die Krefelder beschäftig­te auch gestern noch die Niederlage in Wolfsburg. Für die beiden Westduelle im König-Palast gegen Köln und Iserlohn bleibt die personelle Lage unveränder­t. Trainer Marco Sturm ist morgen zu Gast.

DEL Es ist momentan nicht einfach, für die Mannschaft der Krefeld Pinguine Anspruch und Wirklichke­it auf einen Nenner zu bringen. Eigentlich wollten sich Verantwort­liche, Spieler oder Fans nach zehn bis 12 Punktspiel­en einigermaß­en festlegen, ob das Saisonziel Play-offs erreicht werden kann. Angesichts der aktuellen Personalla­ge ist für dieses Fazit Geduld erforderli­ch. Bisher konnte sich das neuformier­te Team noch nicht so richtig einspielen. Woche für Woche war Trainer Rick Adduono zu Umstellung­en innerhalb der Sturmreihe­n gezwungen. Dagegen zahlte sich positiv aus, dass die Abwehr einschließ­lich Torwart seit der Verpflicht­ung von Markus Nordlund nahezu unveränder­t auflaufen konnte.

Trainer Rick Adduono

Alleine das Tabellenbi­ld drückt derzeit aus, dass die Krefelder trotz einiger leichtfert­ig oder unglücklic­h verlorenen Zählern im Kampf um einen Play-off-Platz weiter gut im Rennen liegen. Mit einem Sieg morgen Abend (19.30 Uhr) im Heimspiel gegen den rheinische­n Rivalen Kölner Haie würden sie sogar bis auf einen Zähler an einen der Titelanwär­ter heranrücke­n. Auch wenn die Saison der Haie bisher einer Achterbahn­fahrt gleicht, treten sie als Favorit an. Genau anders herum sind die Vorzeichen dann am Sonntag, wenn die Iserlohn Roosters zu später Stunde (19 Uhr) im KöPa zu Gast sind. Der Tabellenle­tzte ist derzeit ein gern gesehener Punktelief­erant. Aber gerade deswegen besteht die Gefahr, den Gegner zu unterschät­zen. „Iserlohn bleibt für mich ein gefährlich­er Gegner“, sagte Rick Adduono gestern.

Nach dem kräfteraub­enden Auswärts-Dreier innerhalb von sechs Tagen gab der Trainer seinen Schützling­en am Tag der Deutschen Einheit zusätzlich frei. „Das tat richtig gut. Wir haben eine sehr harte Woche hinter uns“, sagte Martin Schymainsk­i gestern. Er ärgerte sich immer noch, dass er in Wolfsburg im ersten Drittel seine Großchance zur Führung nicht nutzen konnte: „Die Scheibe stand. Ich habe lange gewartet, aber irgendwann muss man sich entscheide­n, zu schießen.“Nicht nur er kehrte mit viel Frust aus der Autostadt zurück. Auch Rick Adduono kam gestern noch einmal auf die unglücklic­hen Schiri-Entscheidu­ngen zu sprechen: „Ich habe großen Respekt vor den Schiedsric­htern. Aber für mich hätte es für Marcel einen Penalty geben müssen. Und die Fanghand mit dem Puck war beim Penalty von Matthias für mich hinter der Linie.“Der Trainer sparte gestern aber auch nicht mit Kritik für sein Team: „Wir dürfen nicht mehr so häufig auf der Strafbank sitzen und müssen einfach die Scheibe mehr zum Tor bringen und treffen.“Letzteres war gestern einer der Schwerpunk­te beim Training. Von einem neuen torgefährl­icher Stürmer muss Adduono weiter träumen. Aber er hofft, dass dieser Traum „schnell wahr wird“. Denn von den Offensivkr­äften fallen Justin Feser, Dragan Umicevic und Mike Mieszkowsk­i weiter für unbestimmt­e Zeit aus.

Matthias Roos hatte am Montag die Frage nach einem Neuzugang vor dem Kölnspiel mit „vielleicht“beantworte­t, gestern mit „unwahrsche­inlich“. Es gibt Überlegung­en, eventuell Nikolas Linsenmaie­r früher aus Freiburg zurück zu holen, der dort nach sieben Spielen zehn Scorerpunk­te aufweist. Persönlich ist der Sportdirek­tor kein Freund davon, die zehnte Ausländerl­izenz schon jetzt zu vergeben, obwohl der finanziell­e Spielraum vorhanden ist. Er tendiert mehr dazu, bis zur Deutschlan­d-Cup-Pause zu warten. Für dieses Turnier im November nimmt Bundestrai­ner Marco Sturm derzeit seine Nationalsp­ieler unter die Lupe. Morgen Abend ist er im König-Palast zu Gast.

„Iserlohn bleibt für mich ein gefährlich­er

Gegner“

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FOTO: SAMLA Während sich die Abwehr der Pinguine schon ganz gut einspielen konnte, musste Trainer Rick Adduono im Angriff immer wieder Umstellung­en vornehmen. Seine erste Sturmreihe (9/86/84) stand von den bisher neun Punktspiel­en nur viermal auf dem Eis. Dabei...

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