Bit­troff brennt auf sei­ne Chan­ce

Der 30 Jah­re al­te Ab­wehr­spie­ler ha­dert mit sei­ner Rol­le auf der Bank. Auf­grund der Sper­re von Ke­vin Groß­kreutz könn­te der rech­te Au­ßen­ver­tei­di­ger ge­gen Ros­tock wie­der auf sei­ner ehe­ma­li­gen Stamm­po­si­ti­on zum Ein­satz kom­men.

Rheinische Post Krefeld Kempen - - Sport Lokal - VON THO­MAS SCHUL­ZE

Alex­an­der Bit­troff ist un­zu­frie­den. Ei­gent­lich geht müss­te es ihm gut ge­hen: er ist ge­sund, spielt Fuß­ball, ver­dient gu­tes Geld. „Ja, das ist al­les okay“, sagt der Ab­wehr­spie­ler des KFC Uer­din­gen. „Aber ich kann es nicht nach­voll­zie­hen, dass ich nicht spie­len kann.“

Bit­troff ist ent­täuscht. Der De­fen­siv­spie­ler, der 167 Mal in der Zwei­ten und 50 Mal in der Drit­ten Li­ga ge­spielt hat, ist der­zeit zwei­te Wahl. In der ver­gan­ge­nen Sai­son war das noch an­ders. Da hat er kaum ei­ne Mi­nu­te ge­fehlt, war als rech­ter Ver­tei­di­ger ge­setzt.

In die­ser Sai­son stand er beim ver­patz­ten Sai­son­auf­takt ge­gen Un­ter­ha­ching (1:3) auf dem Platz. Da­nach kam er nur noch zu zwei Kurz­ein­sät­zen in Braunschweig und in Cott­bus. Bei elf Be­geg­nun­gen ge­hör­te er nicht ein­mal dem Ka­der an. Bit­troff ver­steht die Welt nicht mehr: „Ich wür­de ger­ne wis­sen: wie­so, war­um wes­halb? Ich bin der ein­zi­ge Stamm­spie­ler der ver­gan­ge­nen Sai­son, der au­ßen vor ist. Aber wenn der Ke­vin hin­ten rechts spiel, ist es schwie­rig.“Ke­vin Groß­kreutz, Deutsch­lands Welt­meis­ter von 2014, spielt jetzt dort, wo in der ver­gan­ge­nen Sai­son Bit­troffs Stamm­platz war.

Am Sams­tag al­ler­dings nicht, da ist Groß­kreutz we­gen der fünf­ten Gel­ben Kar­te ge­sperrt. Bit­troff brennt auf sei­nen Ein­satz, doch darf er spie­len? „Was der Trai­ner macht, weiß ich nicht. Auf je­den Fall wür­de ich mich freu­en.“

Und was macht Trai­ner Ste­fan Krä­mer? Er muss sich zwi­schen Bit­troff und Jan Holl­dack ent­schei­den. Aber er at­tes­tiert Bit­troff, aber auch den an­de­ren Er­satz­spie­lern ei­ne pro­fes­sio­nel­le Ein­stel­lung.„Die Jungs oh­ne Ein­satz­zei­ten las­sen sich nicht hän­gen“, sagt der Coach.„Der Kon­kur­renz­kampf ist groß.“

Bit­troff ist je­den­falls auf ei­nen Ein­satz ge­gen Ros­tock vor­be­rei­tet. „Han­sa ist ein gu­ter Geg­ner“, sagt er. „Sie wa­ren ge­gen Os­na­brück das bes­se­re Team und sind nach ei­nem Rück­stand zu­rück ge­kom­men. Wir müs­sen in der De­fen­si­ve gut ste­hen, müs­sen nicht un­be­dingt schön spie­len. So ist das in der Drit­ten Li­ga: Wer da de­fen­siv bes­ser steht, der ge­winnt das Spiel.“

Bit­troff kennt den un­ter­schied zwi­schen der Zwei­ten und Drit­ten Li­ga gut. Mit Blick auf die fuß­bal- le­ri­sche Qua­li­tät des Uer­din­ger Ka­ders sagt er: „Mit die­ser in­di­vi­du­el­len Klas­se müss­ten wir ei­gent­lich ganz an­ders spie­len. Aber das ist in der Drit­ten Li­ga nicht mög­lich. Da be­kommst du kei­nen Me­ter Raum. Der Fuß­ball ist ein völ­lig an­de­rer als ein, zwei Klas­sen hö­her. Des­halb ha­ben wir uns jetzt an­ge­passt.“

Tat­säch­lich ha­ben die Blau-Ro­ten ih­re Spiel­an­la­ge ver­än­dert. „Wir be­spie­len die Räu­me jetzt et­was an­ders, vor al­lem in je­nen Be­rei­chen, in de­nen wir Feh­ler pro­du­ziert ha­ben“, sagt Krä­mer. Die Feh­ler wur­den re­du­ziert, und wenn­gleich nicht al­le ver­meid­bar sind, so ist die Re­ak­ti­ons­mög­lich­keit ei­ne an­de­re.

Auch ge­gen Han­sa Ros­tock wird es wie­der dar­auf an­kom­men, Feh­ler zu ver­mei­den. Bit­troff wür­de ger­ne da­bei hel­fen, den vier­ten Sieg in Fol­ge oh­ne Ge­gen­tor zu fei­ern. Aber ganz gleich ob er spielt oder nicht: „Ich den­ke nicht mehr drü­ber nach, son­dern ge­be ein­fach Gas.“

FO­TO: STE­FAN BRAU­ER

Der Uer­din­ger Alex­an­der Bit­troff (gel­bes Tri­kot) im Zwei­kampf mit Ke­vin Stö­ger von Fortu­na Düs­sel­dorf.

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