„Dei­ne St­un­de“will Be­hin­der­ten hel­fen

Rheinische Post Krefeld-Land - - LOKALES - VON SO­PHIE HANEL RP-FO­TO: WOLF­GANG KAI­SER

In Kempen hat der Ver­ein „Nee­le“sein neu­es Pro­jekt vor­ge­stellt. Der Ver­ein will Geld sam­meln, um be­hin­der­te Men­schen zu un­ter­stüt­zen. Ralf Zan­ders aus Ker­ken grün­de­te den Ver­ein für sein kran­kes Pa­ten­kind Nee­le.

KEMPEN „Dei­ne St­un­de“heißt ein neu­es Pro­jekt, das der Ver­ein „Nee­le“jetzt in Kempen vor­ge­stellt hat. Ziel die­ser Ak­ti­on ist es, Men­schen mit Be­hin­de­rung in der ei­ge­nen Ar­beits­zeit hel­fen zu kön­nen. Es soll Men­schen leicht ge­macht wer­den, sich trotz feh­len­der Zeit im All­tag eh­ren­amt­lich zu en­ga­gie­ren.

Aus­lö­ser für die Grün­dung des Ver­eins war die Teil­nah­me von Ralf Zan­ders aus Ker­ken bei der TVShow „Mil­lio­närs­wahl“im Ja­nu­ar 2014, in der er für sein Pa­ten­kind Nee­le ei­ne Mil­li­on Eu­ro ge­win­nen woll­te. Die Klei­ne lei­det an ei­nem Chro­mo­som-De­fekt, wo­durch sie ihr Le­ben lang un­ter kör­per­li­chen und geis­ti­gen Be­hin­de­run­gen zu lei­den ha­ben wird. Ziel sei es, Nee­les Le­bens­qua­li­tät deut­lich zu ver­bes­sern und öf­fent­lich auf das Schick­sal kran­ker Kin­der auf­merk­sam zu ma­chen. Auch wenn Ralf Zan­ders am En­de nicht ge­wann, fan­den sich nach der Fern­seh­show vie­le Ver­ei­ne und Pri­vat­per­so­nen, die ihn un­ter­stüt­zen woll­ten. Mit der Ver­eins­grün­dung folg­ten wei­te­re ver­ein­zel­te Ak­tio­nen wie der Hand-in-Han­dCup in Tö­nis­berg, des­sen Er­lös für Zan­ders’ Pa­ten­kind be­stimmt war.

Da der Ver­ein mit bis­her acht wei­te­ren eh­ren­amt­li­chen Mit­glie­dern je­doch wei­ter wach­sen soll, wur­de das Pro­jekt „Dei­ne St­un­de“ent­wi­ckelt. Die Idee sei es, ei­ne St­un­de der ei­ge­nen ge­leis­te­ten Ar­beits­zeit zu spen­den und die Mög­lich­keit zu bie­ten, mit der ei­ge­nen Arbeit und oh­ne Zeit­auf­wand Gu­tes zu tun, er­klär­te Zan­ders bei der Pro­jekt­vor­stel­lung in den Räu­men der Fir­ma LJ Print­house- und Ma­gnet­board im Kem­pe­ner Ge­wer­be­ge­biet am In­dus­trie­ring Ost. Das Un­ter­neh­men zählt be­reits zu den Spon­so­ren des Hilfs­pro­jek­tes.

In Ab­spra­che mit dem Ar­beit­ge­ber kann der ver­ein­bar­te Be­trag an den Ver­ein „Nee­le“über­wie­sen und für Men­schen mit Be­hin­de­rung oder Krank­hei­ten ein­ge­setzt wer­den. „Es war von vorn­her­ein klar, dass wir nicht nur Nee­le hel­fen wol­len“, be­tont Zan­ders. Die Spen­den wer­den ver­schie­den in­ves­tiert. So sol­len zum Bei­spiel Da­vid Le­bu­ser und Li­sa Schmidt un­ter­stützt wer­den. Die bei­den Be­hin­der­ten­sport­ler wol­len in die­sem Jahr ih­ren drit­ten Platz bei den Roll­stuhl-Ska­teWelt­meis­ter­schaf­ten in den USA ver­tei­di­gen. Die Bei­den sind ein Vor­bild für vie­le an­de­re Roll­stuhl­fah­rer in Deutsch­land. Da­vid Le­bu­ser gibt seit 2013 in sei­ner Sport­art Kur­se, bei de­nen Teil­neh­mer mehr Selbst­be­wusst­sein und Selbst­stän­dig­keit im Um­gang mit dem Roll­stuhl er­ler­nen. Ge­mein­sam wur­de das Pro­jekt „sit ’n’ skate“ge­star­tet. Der Ver­ein „Nee­le“möch­te die Kos­ten für die Flü­ge von Da­vid Le­bu­ser und Li­sa Schmidt zur Welt­meis­ter­schaft über­neh­men.

Auch die Roll­stuhl­bas­ket­bal­ler des Teams „Ni­ners“in Chem­nitz sol­len für ih­ren Spiel- und Trai­nings­be­trieb un­ter­stützt wer­den. Be­son­ders der zwölf­jäh­ri­ge Pier­re Rich­ter, Nach­wuchs­ta­lent des Kid­sTeams, hofft auf ei­nen neu­en Roll- stuhl, der ihm als Sport­ler an­ge­passt ist. „Dei­ne St­un­de“soll au­ßer­dem dem Roll­stuhl-Sport-Club (RSC) Kre­feld durch Spen­den die Mög­lich­keit ge­ben, dass Mit­glie­der am Sport teil­neh­men kön­nen. Der RSC bie­tet ei­ne Rei­he von Ak­ti­vi­tä­ten wie Mo­bi­li­täts­trai­ning oder Bad­min­ton an.

Wei­te­re Spen­den ge­hen an den im Jahr 2000 ge­grün­de­ten Ver­ein „Die In­sel“, ei­ne Le­bens­ge­mein­schaft für au­tis­ti­sche Men­schen. In Trä­ger­schaft der Le­bens­hil­fe Kre­feld wur­den be­reits zwei Wohn­häu­ser er­rich­tet, die ein Wohn­an­ge­bot für ins­ge­samt 37 Men­schen schaf­fen. Au­ßer­dem sol­len Fahr­zeu­ge so­wie wei­te­res the­ra­peu­ti­sches Ma­te­ri­al an­ge­schafft wer­den. Aber auch durch Per­so­nal wer­den die Häu­ser un­ter­stützt. Die eh­ren­amt­li­chen Mit­ar­bei­ter sind wich­ti­ge Be­zugs­per­so­nen für ein­zel­ne Per­so­nen, die un­ter Au­tis­mus lei­den.

Der am­bu­lan­te Kin­der- und Ju­gend­hos­piz­dienst Düs­sel­dorf be­glei­tet seit 2007 schwerst er­krank­te Kin­der und Ju­gend­li­che mit ih­ren Fa­mi­li­en. Aus­ge­bil­de­te eh­ren­amt­li­che Mit­ar­bei­ter bie­ten ei­ne Le­bens-, Ster­be- und Trau­er­be­glei­tung so­wie Be­ra­tungs­ge­sprä­che und Hil­fe zur Selbst­hil­fe an. Der Ver­ein „Nee­le“un­ter­stützt mit Spen­den die Arbeit des Ho­s­piz­diens­tes.

Schirm­her­rin des neu­en Pro­jek­tes „Dei­ne St­un­de“ist Ali­ne Fo­cken, Welt­meis­te­rin im Rin­gen aus Hüls, die für ei­nen Kre­fel­der Ver­ein star­tet. Das Pro­jekt wird au­ßer­dem von ei­ni­gen Un­ter­neh­men aus der Re­gi­on, un­ter an­de­rem auch aus Kempen, fi­nan­zi­ell un­ter­stützt.

Sie stell­ten das Pro­jekt vor, (v.l.): Vic­to­ria Hö­ve­ler, Udo Schü­ring, Pe­ter Hil­gers, Alex­an­der Kamps, Mar­cel Ma­tul­la, Ralf Zan­ders, Co­rin­na Wal­ker, Karl Heinz Hoff­mann, Ga­b­rie­le An­drä-Roh­l­off und Tom Dör­felt.

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