Ein Re­gen­bo­gen für Afri­ka

Seit 2005 en­ga­gie­ren sich In­ge und Olaf Mi­chels für be­nach­tei­lig­te Kin­der im Town­ship Klein­krantz in Süd­afri­ka.

Rheinische Post Krefeld-Land - - Blickpunkt Kempen · Grefrath - VON SILVIA RUF-ST­AN­LEY

KEM­PEN Die Win­ter­mo­na­te ver­bringt das Kem­pe­ner Ehe­paar In­ge und Olaf Mi­chels seit ei­ni­gen Jah­ren in Süd­afri­ka. Nein, nicht um sich un­ter afri­ka­ni­scher Son­ne zu er­ho­len, son­dern um tat­kräf­tig zu hel­fen. Ge­ra­de ha­ben sie mit den Kin­dern im Kin­der­gar­ten und der Be­treu­ungs­grup­pe, die sich nach der Schu­le im Haus des Ver­eins „Ein Re­gen­bo­gen für Afri­ka“im Town­ship Klein­krantz trifft, Weih­nach­ten ge­fei­ert. Klein­krantz liegt et­wa zehn Ki­lo­me­ter von Wil­der­ness ent­fernt, an der Gar­den­rou­te, am in­di­schen Oze­an. Die Gar­den­rou­te er­streckt sich von Mos­sel­bay bis nach Port Eli­sa­beth.

2005 er­leb­ten das Ehe­paar Mi­chels und die Er­zie­he­rin Wal­bur­ga Schu­ma­chers bei ih­rem Be­such in dem Town­ship ka­ta­stro­pha­le Le­bens­um­stän­de der Kin­der. Sie er­fuh­ren kei­ner­lei Un­ter­stüt­zung von ih­ren Fa­mi­li­en, ge­schwei­ge denn fa­mi­liä­ren Halt, man­che von ih­nen wa­ren Aids-Wai­sen. Den meis­ten Kin­dern fehl­te je­des Selbst­wert­ge­fühl. Zu­rück in Kem­pen grün­de­ten da­mals die drei den Ver­ein „Ein Re­gen­bo­gen für Afri­ka”. Die­ser hat es sich zur Auf­ga­be ge­macht, be­nach­tei­lig­ten Kin­dern in Süd­afri­ka zu hel­fen. Ge­ach­tet wird vom Kem­pe­ner Hilfs­ver­ein vor al­lem dar­auf, dass die Kin­der in ih­rer Um­ge­bung und von ein­hei­mi­schen Fach­kräf­ten un­ter­rich­tet und be­treut wer­den. In­zwi­schen sind die Kin­der von ei­nem al­ten Holz­haus in ein St­ein­haus um­ge­zo­gen, wo sie un­ter we­sent­lich bes­se­ren Um­stän­den ih­re Kin­der­gar­ten- und Vor­schul­zeit ver­brin­gen kön­nen.

Die Kin­der­gar­ten­kin­der wer­den ganz­tä­gig be­treut und er­hal­ten auch ih­re Mahl­zei­ten im Kin­der­gar­ten. In ei­ner Vor­schul­grup­pe wer­den die Äl­te­ren auf die Schu­le vor­be­rei­tet. In­zwi­schen kön­nen die Initia­to­ren stolz dar­auf ver­wei­sen, dass die ehe- ma­li­gen Kin­der­gar­ten­kin­der und die Kin­der, die an der nach­schu­li­schen Be­treu­ung teil­neh­men, durch die ge­ziel­te För­de­rung in der Schu- le deut­lich bes­se­re No­ten als an­de­re Kin­der er­rei­chen. Zur Zeit wer­den je­weils 30 Kin­der im Kin­der­gar­ten und in der Be­treu­ung auf­ge­nom- men. Zu die­sem Zweck über­nimmt der Kem­pe­nerVer­ein sämt­li­che Kos­ten für Ma­te­ria­li­en, die zur För­de­rung be­nö­tigt wer­den. So wer­den für die Kin­der zu Be­ginn sämt­li­che Kos­ten für die nö­ti­ge Aus­stat­tung über­nom­men.

Da­zu ge­hö­ren auch die Schul­uni­form und Schu­he, die sich ih­re El­tern nicht leis­ten kön­nen. Eben­so wer­den die Mit­ar­bei­ter des Kin­der­gar­tens so­wie Be­treu­er be­zahlt. Da­mit die Kin­der sich auch au­ßer­halb der schu­li­schen För­de­rung sinn­voll be­tä­ti­gen kön­nen, wer­den Sport-Ak­ti­vi­tä­ten oder Aus­flü­ge or­ga­ni­siert. Letz­te­res al­ler­dings der­zeit we­ni­ger, da es dem Ver­ein auf­grund zu­rück­ge­hen­der Spen­den und auch schwie­ri­ger Wäh­rungs­ver­hält­nis­se ma­te­ri­ell nicht so gut geht. Trotz­dem ist es mit viel Ei­ge- nar­beit ge­lun­gen, in die­sem Jahr im Haus des Ver­eins ei­ne neue Kü­che ein­zu­bau­en. Da war es sehr gut, dass Olaf Mi­chels viel Er­fah­rung und vor al­lem Tat­kraft bei­steu­ern konn­te. Nun sind die Be­treue­rin­nen ganz stolz dar­auf, dass sie in ei­ner gro­ßen, re­la­tiv mo­der­nen Kü­che das Es­sen für die Kin­der zu­be­rei­ten kön­nen. Aber es gin­ge ja nicht nur um das Es­sen und die gu­te Be­treu­ung und För­de­rung, be­tont das Ehe­paar Mi­chels. Es gilt auch, den Kin­dern klei­ne Freu­den zu er­mög­li­chen. So gibt es zu Weih­nach­ten im­mer klei­ne Ge­schen­ke für die Kin­der. Das sind teils rein prak­ti­sche Din­ge wie war­me Müt­zen für die kal­te Jah­res­zeit oder ei­ne Aus­stat­tung für sport­li­che Ak­ti­vi­tä­ten.

Da­für sam­melt der Ver­ein im­mer wie­der Sach­spen­den, die die Mi­chels dann von Kem­pen aus mit­neh­men. Weil Ge­schenk­pa­pier in Süd­afri­ka nicht nur teu­er ist, son­dern auch stän­dig reißt, kam Olaf Mi­chels vor ein paar Jah­ren auf die gu­te Idee, ein­fa­che Su­per­markt­papp­tüten zu sam­meln und sie von den Kin­dern be­ma­len zu las­sen. In die steckt dann das nie­der­rhei­ni­sche Christ­kind die gu­ten Ga­ben.

Wich­tig ist auch die me­di­zi­ni­sche Be­treu­ung der Kin­der. Da El­tern sich oft kei­nen Arzt leis­ten kön­nen, kommt ein­mal im Mo­nat ein Me­di­zi­ner vom na­he ge­le­ge­nen Kran­ken­haus, der die Kin­der un­ter­sucht. Seit 2007 gibt es die­se Haus­be­su­che. Und sie zei­gen Er­fol­ge. So sei zum Bei­spiel kein Kind mehr an Tu­ber­ku­lo­se er­krankt, er­zählt das Kem­per­ner Ehe­paar stolz. Mitt­ler­wei­le gibt es auchVo­lon­tä­re aus Deutsch­land, die in je­dem Jahr für sechs Mo­na­te an­rei­sen, um die eh­ren­amt­li­che Ar­beit vor Ort zu un­ter­stüt­zen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen zum Ver­ein so­wie sei­nen Ak­ti­vi­tä­ten fin­det man auch im In­ter­net un­ter www.ein-re­gen­bo­gen-fu­er-afri­ka.de.

FO­TOS (2): MI­CHELS

Kin­der in der Mal­grup­pe des Kin­der­gar­tens, den der Kem­pe­ner Ver­ein mit auf­ge­baut hat.

Ei­ne schö­ne Be­sche­rung mit Weih­nachts­ge­schen­ken gab es für die Kin­der bei Re­gen­bo­gen von Olaf (hin­ten 2.v.l.) und In­ge Mi­chels (hin­ten 4.v.l.).

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.