Gro­ße Ko­ali­ti­on strei­tet über Braun­koh­le-Ab­ga­be

Rheinische Post Krefeld - - WIRTSCHAFT - VON A. HÖNING UND E. QUAD­BECK

Um­welt­mi­nis­te­rin Hend­ricks ver­misst bei La­schet Sach­ver­stand. Ver­trau­li­ches Tref­fen von Ga­b­ri­el und Du­in zu RWE.

BERLIN Zwi­schen den Ko­ali­ti­ons­par­tei­en ist Streit um die ge­plan­te Kli­ma­ab­ga­be ent­brannt, die vor al­lem die RWE-Braun­koh­le-Kraft­wer­ke im rhei­ni­schen Re­vier tref­fen soll. Bun­des­um­welt­mi­nis­te­rin Bar­ba­ra Hend­ricks (SPD) wies die Kri­tik der Uni­ons­par­tei­en an der Son­der­ab­ga­be scharf zu­rück. „Es wird Zeit, dass die pe­ne­tran­ten Stän­ke­rei­en ge­gen die Kli­ma­schutz­po­li­tik der Bun­des­re­gie­rung auf­hö­ren“, sag­te Hend­ricks un­se­rer Zei­tung. Äu­ße­run­gen wie die des Vi­ze-Chefs der CDU, Ar­min La­schet, sei­en oh­ne er­kenn­ba­ren Sach­ver­stand und ziel­ten of­fen­bar nur auf Stim­mungs­ma­che ab, um den Men­schen un­nö­tig Angst zu ma­chen.

La­schet hat­te zu­vor die von Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD) ge­plan­te Kli­ma­ab­ga­be strikt ab­ge­lehnt, mit der Deutsch­land sein Kli­ma­ziel er­rei­chen will. Der Vor­schlag sei nicht kon­sens­fä­hig, zu kei­nem Zeit­punkt sei ein be- schleu­nig­ter Aus­stieg aus der Koh­le ver­ein­bart wor­den, sag­te La­schet dem „Fo­cus“. Er macht nun mo­bil: Die Ab­ge­ord­ne­ten der NRW-CDU aus Land­tag, Bun­des­tag und Eu­ro­pa­par­la­ment sol­len in Kür­ze ei­nen Be­schluss fas­sen, in dem sie Ga­b­ri­els Plä­ne ab­leh­nen.

Hend­ricks be­ton­te da­ge­gen, dass sich die Uni­on auf Bun­des­ebe­ne da­zu be­kannt ha­be, dass Deutsch­land sei­ne Treib­haus­ga­se bis zum Jahr 2020 um 40 Pro­zent re­du­zie­ren muss. „Wer jetzt kon­struk­ti­ve Vor- schlä­ge zur Um­set­zung die­ses Ziels ver­teu­felt, muss we­nigs­tens klar sa­gen, wie er die­ses Ziel sonst er­rei­chen will.“Der­zeit droht Deutsch­land sein Kli­ma­ziel zu ver­feh­len. Da­her will Ga­b­ri­el äl­te­re Braun­koh­le-Kraft­wer­ke, die viel Koh­len­di­oxid (CO2) aus­sto­ßen, mit ei­ner Ab­ga­be be­le­gen, so dass sie un­ren­ta­bel wer­den. RWE sieht 70 000 Jobs in Ge­fahr, was NRW-Wirt­schafts­mi­nis­ter Gar­relt Du­in (SPD) für un­plau­si­bel hält. Gleich­wohl warn­te Du­in ges­tern vor ein­sei­ti­gen Be­las­tun­gen von NRW: „Es ver­stär­ken sich un­se­re Be­den­ken, dass es zu Struk­tur­brü­chen auf­grund des Mo­dells des Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums kom­men kann.“Auch die Mi­nis­ter­prä­si­den­tin sorgt sich um RWE.

Am Di­ens­tag wa­ren Du­in und die Ener­gie­mi­nis­ter an­de­rer Braun­koh­le-Län­der mit Ga­b­ri­el zum ver­trau­li­chen Ge­spräch in Berlin zu­sam­men­ge­kom­men. Nach der für nächs­ten Sams­tag ge­plan­ten De­mons­tra­ti­on der Ge­werk­schaf­ten soll es ein neu­es Ge­spräch ge­ben.

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