Kom­pro­miss bei Kli­ma­ab­ga­be in Sicht

Rheinische Post Krefeld - - WIRTSCHAFT -

Die Chefs von RWE und Eon tref­fen Kanz­le­rin Mer­kel. Der Bund ver­dop­pelt sei­ne Aus­ga­ben für Ener­gie­for­schung.

BERLIN (anh/mar) Bei der Kli­ma­ab­ga­be für Koh­le-Kraft­wer­ke zeich­net sich ein Kom­pro­miss ab. Da­nach könn­te der Ein­spar­bei­trag der Strom­wirt­schaft an Koh­len­di­oxid (CO2) leicht von 22 Mil­lio­nen auf 20 Mil­lio­nen Ton­nen pro Jahr ge­senkt wer­den. Be­rei­che wie die Ge­bäu­de­däm­mung sol­len die Lü­cke fül­len, hieß es in Berlin. Zu­dem er­wä­ge die Re­gie­rung, Koh­le­ver­stromern wie RWE für die Be­reit­hal­tung von Braun­koh­le-Kraft­wer­ken ein Ver­füg­bar­keits-Ent­gelt zu zah­len.

Da­mit Deutsch­land bis 2020 sein Kli­ma­ziel er­reicht, will Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el äl­te­re Kraft­wer­ke mit ei­ner Kli­ma­ab­ga­be be­le­gen. Nach­dem Ge­werk­schaf­ten vor dem Ver­lust Tau­sen­der Jobs ge­warnt hat­ten, kommt Ga­b­ri­el ih­nen ent­ge­gen. Das Mi­nis­te­ri­um er­klär­te, man ste­he in en­gem Aus­tausch mit al­len Be­tei­lig­ten, Struk- tur­brü­che soll­ten ver­mie­den, das Kli­ma­ziel müs­se er­reicht wer­den.

Die La­ge der Bran­che war auch The­ma am Mon­tag bei ei­nem Tref­fen von Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel mit den Chefs eu­ro­päi­scher Ener­gie­kon­zer­ne, die sich in der so ge­nann­ten Mar­grit­te-Grup­pe or­ga­ni­siert ha­ben. An dem Tref­fen nah­men un­ter an­de­rem RWE-Chef Pe­ter Te­ri­um und Eon-Chef Jo­han­nes Teyssen teil. Da­bei ging es auch um den EU- Emis­si­ons­han­del und die Ver­sor­gungs­si­cher­heit bei Strom und Gas.

Der­weil hat die Bun­des­re­gie­rung ih­re Aus­ga­ben für die Ener­gie­for­schung in den ver­gan­ge­nen acht Jah­ren auf über 800 Mil­lio­nen Eu­ro pro Jahr mehr als ver­dop­pelt. Die In­ves­ti­tio­nen des Bun­des in die Er­for­schung mo­der­ner Ener­gie­tech­no­lo­gi­en stieg 2014 auf 819 Mil­lio­nen Eu­ro, heißt es im Ener­gie­for­schungs­be­richt, den das Wirt- schafts­mi­nis­te­ri­um heu­te dem Ka­bi­nett vor­legt. 2006 hat­te der Bund da­für noch 399 Mil­lio­nen Eu­ro aus­ge­ge­ben. 74 Pro­zent der Mit­tel flos­sen 2014 in die zen­tra­len Fel­der Stei­ge­rung der Ener­gie­ef­fi­zi­enz und er­neu­er­ba­re Ener­gi­en. Der Bund för­der­te al­lein 283 Pro­jek­te zur Ent­wick­lung von Ener­gie­spei­chern mit 190 Mil­lio­nen Eu­ro. In die nu­klea­re Si­cher­heits­for­schung steck­te er gut 43 Mil­lio­nen Eu­ro.

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