Ga­b­ri­el kommt RWE bei Kli­ma­ab­ga­be ent­ge­gen

Rheinische Post Krefeld - - WIRTSCHAFT -

Das Ein­spar­vo­lu­men an CO2 wird leicht ge­senkt. Mor­gen gibt es ein Spit­zen­ge­spräch im Kanz­ler­amt.

ESSEN (anh) Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD) kommt RWE und Vat­ten­fall bei der um­strit­te­nen Kli­ma­ab­ga­be et­was ent­ge­gen: Die Bran­che soll nun nur noch 16 Mil­lio­nen statt der zu­nächst ge­plan­ten 22 Mil­lio­nen Ton­nen Koh­len­di­oxid (CO2) bis 2020 ein­spa­ren. Das geht aus ei­nem ak­tu­el­len Pa­pier des Mi­nis­te­ri­ums her­vor. Für Kraft­wer­ke, die äl­ter sind als 37 Jah­re, soll der Frei­be­trag an­ge­ho­ben wer­den. Zu­dem soll es ei­ne Här­te­fall-Re­ge­lung ge­ben und die Ab­ga­be an den Strom- preis ge­kop­pelt wer­den („In­de­xie­rung“): „Der Kli­ma­bei­trag ist ge­ring, so­fern der Strom­preis ge­ring ist und die Un­ter­neh­men kaum Er­lö­se er­wirt­schaf­ten“, heißt es in dem Pa­pier.

Zu­gleich soll die kli­ma­freund­li­che Kraft-Wär­me-Kop­pe­lung aus­ge­baut und (zu Las­ten der Ver­brau­cher) mit 1,5 Mil­li­ar­den statt mit ei­ner Mil­li­ar­de Eu­ro ge­för­dert wer­den. Mit Hil­fe der Kli­ma­ab­ga­be hofft die Bun­des­re­gie­rung, ihr Ziel zu er­rei­chen, wo­nach Deutsch­land den Aus­stoß an Koh­len­di­oxid-Emis­sio­nen bis 2020 um 40 Pro­zent ge­gen­über 1990 sen­ken will. Mor­gen Abend um 19 Uhr will Ga­b­ri­el mit der Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel und Kanz­ler­amts­chef Pe­ter Alt­mai­er (bei­de CDU) bei ei­nem Spit­zen­ge­spräch den Streit um die Kli­ma­ab­ga­be bei­le­gen. Der CDU ging die­se bis­lang grund­sätz­lich ge­gen den Strich.

Die Re­form der Ab­ga­be hilft RWE zwar et­was, ret­tet den an­ge­schla­ge­nen Kon­zern aber nicht. RWE-Fi­nanz­vor­stand Bern­hard Gün­ther hat­te jüngst er­klärt, dass die ur­sprüng­lich ge­plan­te Ab­ga­be 17 der 20 Kraft­werks-Blö­cke und zwei der drei Ta­ge­baue (Ham­bach, In­den, Garz­wei­ler) be­dro­he.

Zu­dem tun sich für RWE im­mer neue Bau­stel­len auf. Nun muss der Kon­zern auch noch an di­ver­se Kom­mu­nen Ge­wer­be­steu­er in Hö­he ei­nes drei­stel­li­gen Mil­lio­nen-Be­trags nach­zah­len. Nach dem Bericht un­se­rer Zei­tung gab die Ak­tie ges­tern zeit­wei­se um 1,3 Pro­zent nach und ge­hör­te zu den Ver­lie­rern im Dax.

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