KA­TRIN SU­DER

Rheinische Post Krefeld - - POLITIK - FO­TO: IMA­GO

Ab­gang ei­ner Qu­er­den­ke­rin Nach drei­ein­halb Jah­ren im Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um ver­lässt ei­ne en­ge Ver­trau­te von der Ley­ens das Haus. Ein her­ber Schlag für die Mi­nis­te­rin.

Sie kam, sah und ord­ne­te. Der Be­reich Rüs­tung mit den un­kal­ku­lier­ba­ren Groß­pro­jek­ten der Bun­des­wehr im Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um ver­langt viel. Steh­ver­mö­gen, Über­blick, Über­zeu­gungs­ta­lent, gu­te Ner­ven. Kurz: ein Mör­der­job in ei­nem kom­ple­xen Mi­nis­te­ri­um. Als Ka­trin Su­der im Au­gust 2014 im Ran­ge ei­ner Staats­se­kre­tä­rin ih­ren Pos­ten im Bend­ler­block an­trat, zog mit ihr ei­ne neue Un­ter­neh­mens­kul­tur ein.

Su­der soll­te den chro­nisch in­trans­pa­ren­ten und teu­ren Pro­zess zwi­schen der Be­schaf­fungs­be­hör­de für Wehr­tech­nik in Ko­blenz, dem Mi­nis­te­ri­um und der In­dus­trie, seit Jahr­zehn­ten mit ho­hen Kos­ten für den Steu­er­zah­ler bes­tens ein­ge- spielt, auf neue Fü­ße stel­len und da­für auch quer­den­ken. Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en (CDU) hat­te die Na­tur­wis­sen­schaft­le­rin – Phy­sik­stu­di­um, Dok­tor der Neu­ro­in­for­ma­tik, zu­sätz­lich noch Ba­che­lor in deut­scher Li­te­ra­tur- und Thea­ter­wis­sen­schaft – da­zu von der Un­ter­neh­mens­be­ra­tung McKin­sey ab­ge­wor­ben. Mit ih­rem Blick von au­ßen soll­te Su­der den Rüs­tungs­sek­tor mit sei­nen vie­len Fall­stri­cken neu ord­nen – und da­mit von der Ley­en auch aus dem Feu­er der Schlag­zei­len um mög­li­che Pan­nen bei Rüs­tungs-Groß­pro­jek­ten her­aus­hal­ten. Su­der be­leb­te flugs ei­nen Rüs­tungs­board, in dem Groß­pro­jek­te der Bun­des­wehr durch­leuch­tet wur­den. Zu­dem war sie im Haus für Cy­ber- und In­for­ma­ti­ons­tech­nik zu­stän­dig.

Wenn Su­der nun mit dem Re­gie­rungs­wech­sel das Mi­nis­te­ri­um ver­lässt, wie meh­re­re Me­di­en be­rich­ten, be­deu­tet dies ei­nen schwe­ren Schlag für von der Ley­en. Sie ver­liert da­mit ei­ne ih­rer engs­ten Mit­strei­te­rin­nen. Das Mi­nis­te­ri­um will Su­ders Weg­gang nicht be­stä­ti­gen und sich nicht wei­ter da­zu äu­ßern. Es heißt, Su­der, die mit der Sport­mar­ke­tin­gMa­na­ge­rin Kat­ja Kraus ver­hei­ra­tet ist und mit ihr drei Kin­der groß­zieht, ge­he auch aus pri­va­ten Grün­den. Sie wol­le mehr Zeit für die Fa­mi­lie. An­geb­lich soll ihr frü­he­rer Ar­beit­ge­ber McKin­sey In­ter­es­se ha­ben, Su­der wie­der zu ver­pflich­ten. Hol­ger Möh­le

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