Be­we­gung in der De­bat­te um die De-Greiff-Säu­le: Doch ein Denk­mal?

Rheinische Post Krefeld - - STADTPOST - VON JENS VOSS

Im Denk­mal­aus­schuss wur­den ges­tern zwei Va­ri­an­ten für die Wie­der­auf­stel­lung vor­ge­stellt. Die Denk­mal­be­hör­de prüft den Denk­mal­sta­tus.

In der Fra­ge der Wie­der­auf­stel­lung der De-Greiff-Säu­le gibt es in ei­nem wich­ti­gen Punkt Be­we­gung: Kre­felds Un­te­re Denk­mal­be­hör­de will mit dem Land­schafts­ver­band in die nä­he­re Ana­ly­se ge­hen, ob Res­te der Säu­le als Denk­mal zu be­wer­ten sind. „Der Pro­zess ist noch nicht ab­ge­schlos­sen“, sag­te ges­tern EvaMa­ria Ei­fert von der Un­te­ren Denk­mal­be­hör­de auf An­fra­ge. Bis­lang stand die Be­hör­de der Ein­stu­fung der Säu­le als Denk­mal eher kri­tisch ge­gen­über.

Ei­ner, der sich ve­he­ment für den Denk­mal­sta­tus aus­spricht, ist Klaus Rey­mann, Ar­chi­tekt, Denk­mal­schüt­zer und Vor­sit­zen­der der Kre­fel­der Bau­denk­mal­stif­tung. Er hat ges­tern Abend im Denk­mal­aus­schuss sei­ne Vor­stel­lung über den Um­gang mit der Säu­le er­läu­tert: Rey­mann ist da­für, die Säu­le his­to­risch re­kon­stru­iert an ih­rem ur­sprüng­li­chen Stand­ort auf dem Ost­wall in Hö­he des Dampf­müh­len­we­ges wie­der auf­zu­stel­len. „Die DeG­reiff-Säu­le ge­hört auf den Ost­wall“, sag­te er im RP-Ge­spräch. Er be­gann sei­nen Vor­trag mit ei­nem Hin­weis auf die Be­griffs­be­stim­mung im Denk­mal­schutz­ge­setz: „Denk­mä­ler sind Sa­chen, Mehr­hei­ten von Sa­chen und Tei­le von Sa­chen, an de­ren Er­hal­tung und Nut­zung ein öf­fent­li­ches In­ter­es­se be- steht. Ein öf­fent­li­ches In­ter­es­se be­steht, wenn die Sa­chen be­deu­tend für die Ge­schich­te des Men­schen, für Städ­te und Sied­lun­gen oder für die Ent­wick­lung der Ar­beits- und Pro­duk­ti­ons­ver­hält­nis­se sind und für die Er­hal­tung und Nut­zung künst­le­ri­sche, wis­sen­schaft­li­che, volks­kund­li­che oder städ­te­bau­li­che Grün­de vor­lie­gen.“Die De-Greif­fSäu­le fällt für Rey­mann ein­deu­tig un­ter die­se De­fi­ni­ti­on. Die Neu­auf­stel­lung wä­re für ihn zu­dem ein wich­ti­ges Zei­chen in die Stadt­ge­sell­schaft: „Die­se Säu­le weist eben­so in die Ver­gan­gen­heit wie in die Zu­kunft. Sie wür­digt ei­nen der größ­ten Wohl­tä­ter Kre­felds, und sie er­mu­tigt und stützt das für ein Ge­mein­we­sen wich­ti­ge bür­ger­li­che Mä­ze­na­ten­tum und Stif­tungs­we­sen.“

Die Fra­ge, wie viel Sub­stanz von der Säu­le er­hal­ten ist, ist nicht ne­ben­säch­lich für die Ein­schät­zung als Denk­mal. Er­hal­ten sind nach Aus­kunft der Denk­mal­schutz­be­hör­de vor al­lem gro­ße Tei­le des Säu­len­schaf­tes. Er hat et­wa ein Drit­tel der Ge­samt­hö­he des 15 Me­ter ho­hen Denk­mals aus­ge­macht. Das Denk­mal be­stand aus Bas­alt­stu­fen, So­ckel und Säu­len­ba­sis, dem Säu­len­schaft, dem Ka­pi­tell und der Fi­gur ei­nes Greif­fen.

Ne­ben Rey­mann hat auch Ge­org Op­den­berg sei­ne Vor­stel­lun­gen über ei­ne Auf­stel­lung der De-Greif­fSäu­le er­läu­tert. Op­den­berg schlägt vor, die Säu­le auf dem Cor­ne­li­us­platz als Son­nen­uhr auf­zu­stel­len. Er hat­te die­se Idee, wie be­rich­tet, in ei­ner spek­ta­ku­lä­ren De­mons­tra­ti­on mit ei­nem Mo­dell ver­an­schau­licht.

RP-AR­CHIV: T.L

Mo­dell der De-Greiff-Säu­le, die 1865 auf dem Ost­wall zu Eh­ren von Cor­ne­li­us de Greiff (1781 – 1863) er­rich­tet wur­de. De Greiff galt zu Leb­zei­ten als Geiz­hals und kau­zi­ger Ha­ge­stolz. Er hat zur Über­ra­schung der Kre­fel­der Bür­ger­schaft sein Ver­mö­gen der...

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