Angst-Ar­gu­ment

Braun­koh­le

Rheinische Post Krefeld - - Leserbriefe -

Man stel­le sich vor, der For­schung ge­län­ge die Her­stel­lung von Impf­stof­fen ge­gen Krebs, Herz-Kreis­lauf­er­kran­kun­gen oder ähn­lich le­bens­be­droh­li­che Krank­hei­ten und al­le in der Me­di­zin oder Kran­ken­pfle­ge Be­schäf­tig­ten wür­den aus Angst um ih­re Ar­beits­plät­ze ge­gen die Frei­ga­be die­ser Me­di­ka­men­te de­mons­trie­ren. Oder durch ein aus­ge­klü­gel­tes Pro­gramm könn­te man Straf­ta­ten oder auch nur Ord­nungs­wid­rig­kei­ten dras­tisch re­du­zie­ren und al­le in der Jus­tiz Be­schäf­tig­ten (Po­li­zei, Rich­ter, Rechts- Staats­an­wäl­te, Straf­voll­zugs­be­am­te, Be­wäh­rungs­hel­fer) wür­den aus Angst, ih­ren Job zu ver­lie­ren, ge­gen die Um­set­zung ei­nes sol­chen Pro­gramms pro­tes­tie­ren. Denn das ist an­schei­nend das ein­zi­ge oder zu­min­dest das Haupt­ar­gu­ment pro Braun­koh­le­för­de­rung: die Angst um den Ar­beits­platz. Das recht­fer­tigt aber doch nicht die Zer­stö­rung über 1000 Jah­re al­ter Dör­fer und Hö­fe, die Ver­trei­bung der Men­schen aus ih­rer Hei­mat und vor al­lem nicht die För­de­rung des CO2-Aus­sto­ßes, des­sen Fol­gen uns und vor al­lem nach­fol­gen­den Ge­ne­ra­tio­nen mit­tel- und lang­fris­tig viel teu­rer zu ste­hen kommt als al­les, was uns zur Zeit an zu­sätz­li­chen Kos­ten bei So­fort­stopp der Braun­koh­le­för­de­rung an­ge­droht wird.

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