Die Ne­ben­kos­ten-Fal­le

Ne­ben­kos­ten­ab­rech­nun­gen sind häu­fig feh­ler­haft. Wer sie prüft, kann un­ter Um­stän­den Geld spa­ren. Die bes­ten Tipps.

Rheinische Post Langenfeld - - Lokale Wirtschaft - VON BERND SCHUKNECHT

DÜS­SEL­DORF/LANGENFELD Es ist meist schon Herbst, wenn die jähr­li­che Ne­ben­kos­ten­ab­rech­nung des Ei­gen­tü­mers oder der Haus­ver­wal­tung im Brief­kas­ten lan­det und den Mie­ter oder Ei­gen­tü­mer häu­fig zu ei­ner un­will­kom­me­nen Nach­zah­lung auf­for­dert. Der Mie­ter­bund schätzt, dass je­de zwei­te Ne­ben­kos­ten­ab­rech­nung, die in­ner­halb von zwölf Mo­na­ten nach En­de des Abrech­nungs­zeit­raums Mie­tern zu­ge­gan­gen sein muss, feh­ler­haft ist. Um­so wich­ti­ger ist es zu wis­sen, wel­che Kos­ten recht­mä­ßig auf den Mie­ter über­tra­gen wer­den kön­nen, und wel­che Kos­ten der Ei­gen­tü­mer selbst über­neh­men muss.

Bei von Haus­ver­wal­tun­gen er­stell­ten und vom Bei­rat der Ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft ge­prüf­ten Abrech­nun­gen sind die ein­zel­nen Pos­ten in der Re­gel nach­voll­zieh­bar auf­ge­lis­tet. Ge­nau­er hin­se­hen soll­te man bei Ne­ben­kos­ten­ab­rech­nun­gen, die Ei­gen­tü­mer meist klei­ne­rer Wohn­ein­hei­ten selbst auf­stel­len, mit­un­ter seit Jah­ren nach dem glei­chen Sche­ma.

So setzt sich die Abrech­nung zu­sam­men Die Ne­ben­kos­ten um­fas­sen zu­nächst die „klas­si­schen“Pos­ten wie die kom­mu­na­len Ge­büh­ren für Müll, Stra­ßen­rei­ni­gung, Was­ser, Ab­was­ser und das Nie­der­schlags­was­ser, das ent­spre­chend der ver­sie­gel­ten Flä­che be­rech­net wird, so­wie die Kos­ten für den All­ge­mein­strom. Hin­zu kommt die meist se­pa­rat von ei­nem Di­enst­leis­ter auf­ge­stell­te Heiz­kos­ten­ab­rech­nung. Wäh­rend frü­her die Ne­ben­kos­ten­ab­rech­nung meist schon im Früh­jahr kam, liegt es jetzt viel­fach an der Über­las­tung der Ab­le­se-Fir­men, dass die Ne­ben­kos­ten­ab­rech­nun­gen jetzt erst Mo­na­te spä­ter er­stellt wer­den kön­nen. Fer­ner kön­nen auch Kos­ten für Ver­si­che­run­gen wie Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung oder Haft­pflicht­ver­si­che­rung so­wie War­tun­gen, et­wa für die RWA (Rauch-/Wär­me­ab­zugs­an­la­ge) oder den Schorn­stein­fe­ger in die Ne­ben­kos­ten­ab­rech­nung ein­flie­ßen.

So kommt die Hö­he der Ne­ben­kos­ten zu­stan­de Die Hö­he der Ne­ben­kos­ten hängt von drei Fak­to­ren ab. Zu­nächst sind es die kom­mu­na­len Ge­büh­ren, die in NRW un­ter­schied­lich hoch sind. So liegt Düs­sel­dorf trotz ei­ge­ner Müll­ver­bren­nungs­an­la­ge mit ei­ner jähr­li­chen Müll­ge­bühr von 472,82 Eu­ro (120-Li­ter-Ton­ne/wö­chent­li­che Lee­rung) weit oben bei den Prei­sen in NRW. Da­für ist die Ent­sor­gung von Schmutz- und Nie­der­schlags­was­ser in Düs­sel­dorf lan­des­weit am güns­tigs­ten. Aber auch Mie­ter­ver­hal­ten kann zur Er­hö­hung der Ne­ben­kos­ten bei­tra­gen. Wenn ei­ne Rei­ni­gung des Trep­pen­hau­ses un­ter den Miet­par­tei­en nicht zu­ver­läs­sig ge­re­gelt wer­den kann, so muss ei­ne Rei­ni­gungs­fir­ma en­ga­giert wer­den, die na­tür­lich kos­tet. Glei­ches gilt für den Win­ter­dienst. Der Haus­meis­ter-Ser­vice muss sai­so­nal be­zahlt wer­den, auch wenn kaum noch Schnee fällt. Vie­le Ei­gen­tü­mer nei­gen da­zu, ex­ter­ne Di­enst­leis­ter zu en­ga­gie­ren, so­lan­ge die Kos­ten auf die Mie­ter ab­ge­wälzt wer­den kön­nen. Dies gilt bei­spiels­wei­se auch für Brand­mel­der. Statt die klei­nen güns­ti­gen Ge­rä­te zu kau­fen und den Mie­ter nur zum Bat­te­rie­wech­sel zu ver­pflich­ten, wer­den teu­re Miet­ver­trä­ge zu Las­ten der Mie­ter ab­ge­schlos­sen.

Das sind die häu­figs­ten Abrech­nungs­feh­ler Bei der Ne­ben­kos­ten­ab­rech­nung gibt es häu­fig die glei­chen Feh­ler. Was viel­fach über­se­hen wird, ist die Tat­sa­che, dass die Kos­ten für die Ver­wal­tung al­lein vom Ei­gen­tü­mer zu tra­gen sind. Fer­ner ist ex­akt zwi­schen War­tung und Re­pa­ra­tu­ren, et­wa bei ei­nem Auf­zug, zu un­ter­schei­den. Wäh­rend War­tun­gen zu den Ne­ben­kos­ten zäh­len, so müs­sen Re­pa­ra­tu­ren vom Ei­gen­tü­mer, re­spek­ti­ve der Ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft, be­zahlt wer­den. Zu den klas­si­schen Feh­lern ge­hört au­ßer­dem, Kon­to­füh­rungs­ge­büh­ren auf die Mie­ter um­zu­le­gen – oder die Kos­ten für die Prü­fung, ob Bäu­me vor dem Haus noch stand­si­cher sind. Wer ei­nen Feh­ler fin­det, soll­te nicht zu lan­ge da­mit war­ten, ihn zu mel­den. In der Re­gel soll­te man in­ner­halb von vier bis acht Wo­chen auf die Ne­ben­kos­ten­ab­rech­nung re­agie­ren.

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