Pa­pa, darf ich ei­ne Kra­wat­te ha­ben?

Rheinische Post Mettmann - - -

In Hil­den steht ein Weih­nachts­dorf. Mit­ten in der Stadt, mit ei­ni­gen Fut­ter­bu­den, Weih­nachts­de­ko und Glüh­wein­stand. Mei­ne Kin­der, mei­ne Frau und ich ha­ben ges­tern trotz des Re­gens ein paar net­te Mo­men­te im Schat­ten der Re­for­ma­ti­ons­kir­che ge­habt. Das lag ein­mal na­tür­lich am Glüh­wein, aber auch am Äl­tes­ten: „Pa­pa, darf ich ei­ne Kra­wat­te ha­ben?“Ich ver­ste­he nicht ganz und schaue mich um: Nir­gends fin­de ich ei­nen ent­spre­chen­den Stand. „Wo­zu brauchst Du denn ei­ne Kra­wat­te?“Mein Sohn ist sechs Jah­re alt. „Und war­um muss es jetzt sein?“Er schaut mich ir­ri­tiert an: „Ich möch­te sie na­tür­lich es­sen. Schmeckt doch to­tal le­cker.“Ich: „Wie­vie­le Kra­wat­ten hast Du denn bis­her schon ge­ges­sen?“Er: „Weiß nicht...ein paar.“Ich den­ke an mei­ne teu­ren Sei­den­ex­em­pla­re: „Wel­che denn?“Er: „Na, die Zu­cker­kra­wat­te.“Ich at­me durch und rei­che ihm Geld. Dann be­stellt er sich ei­ne Por­ti­on Zu­cker­wat­te.

to­bi

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