Pia­nis­tin Ju­lia Hüls­mann im Jazz-Dia­log mit den Zu­hö­rern

Der Auf­takt zur Nie­der­rhein­tour in der Spar­kas­se an der Post­stra­ße war ei­nes ih­rer bes­ten Kon­zer­te bis­her. Am Sonn­tag spielt sie in Kamp-Lint­fort und Mo­ers.

Rheinische Post Moers - - Neukirchen-vluyn / Rheurdt -

NEU­KIR­CHEN-VLUYN (got) Vor dem Stück „Der Mund“er­zähl­te Ju­lia Hüls­mann, sie lie­be mu­si­ka­lisch den Dia­log, den Aus­tausch mit den an­de­ren. Des­halb ha­be sie lan­ge Zeit nur Kon­zer­te mit an­de­ren Mu­si­kern ge­spielt. Erst als sie 2014 „Im­pro­vi­ser in Re­si­dence“in Mo­ers ge­wor­den sei, ha­be sie ih­ren ers­ten So­lo­abend ge­ge­ben. „Aber es ist kein So­lo­abend“, sag­te die Jazz­pia­nis­tin bei ih­rem ers­ten Kon­zert ih­rer Nie­der­rhein­tour, das gleich­zei­tig das letz­te Kon­zert der Rei­he „Kon­zer­te an den be­son­de­ren Or­ten“war. „Ich neh­me die Men­schen im Raum stär­ker wahr. Ich er­spü­re ein we­nig ih­re Ge­dan­ken. Da­mit ist es ein Dia­log, ein Aus­tausch. Ich ge­nie­ße die­sen Mo­ment. Dann kann ich ent­schei­den, wo­hin ich ge­he.“

So nahm sie die Men­schen im Raum mit, von de­nen am Don­ners­tag­abend 20 in die „Kas­sen­hal­le der Spar­kas­se“ge­kom­men wa­ren, wo Spar­kas­sen­vor­stand Bernd Zi­bell sie be­grüß­te. Zwi­schen ih­nen und der „Ly­ri­ke­rin des deut­schen Jazz“, wie sie schon ein­mal ge­nannt wird, ent­wi­ckel­te sich ein in­ti­mer mu­si­ka­li­scher Dia­log, weil sie ganz dem Spiel der Wahl­ber­li­ne­rin ver­fie­len, von de­nen die meis­ten sie be­reits aus ih­rer Mo­er­ser Zeit vor gut vier Jah­ren kann­ten. Sie hör­ten fast me­di­ta­tiv zu, klatsch­ten mit ih­ren Hän­den und tru­gen mit ih­ren Au­gen die Jazz­pia­nis­tin, die so auf ei­nem Ya­ma­ha-Flü­gel ei­nes ih­rer bes­ten So­lo­kon­zer­te ih­rer Kar­rie­re gab.

Sie trug in ih­ren Stü­cken, die mu­si­ka­li­schen Ge­dich­ten glei­chen, das Le­ben vor. Sie er­zähl­te von der Lie­be, vom Spiel und Glück so­wie von der Trau­er, zum Bei­spiel mit „Wal­zer“, „Spiel“und „Streif­licht“so­wie „Sa­me Girl“von Ran­dy New­man. Da­bei ver­band sie das Schlich­te mit dem Schö­nen, zeig­te ih­ren Sinn für Klang­far­ben und Nuan­cen, wäh­rend sie vir­tu­os spiel­te und ganz in die Mu­sik ver­sank. Als Zu­ga­be gab sie „Hap­py Xmas (War is over)“von John Len­non in ih­rer ganz ei­ge­nen jaz­zi­gen Ver­si­on. To­sen­der Ap­plaus und per­sön­li­che Gratulationen der 20 Men­schen folg­ten, die mit ihr in ei­nen in­ti­men Dia­log ge­tre­ten wa­ren.

Die Nie­der­rhein­tour von Ju­lia Hüls­mann um­fasst sechs Kon­zer­te. Am heu­ti­gen Abend, 20 Uhr, tritt sich im Lo­kal Har­mo­nie, Har­mo­nie­stra­ße im Duis­bur­ger Stadt­teil Ruhr­ort, mit drei an­de­ren „im­pro­vi­sern in re­si­dence“in ei­nen Dia­log: Kon­tra­bas­sist Achim Tang, Trom­pe­ter John Den­nis Ren­ke und Flö­tis­tin Jo­se­phi­ne Bo­de.

Mor­gen, am Sonn­tag, spielt sie um 11 Uhr in der Ga­le­rie Schür­mann in Kamp-Lint­fort und um 19 Uhr im Ca­fé Ly­ze­um am Hanns-Al­beck-Platz in Mo­ers.

RP-FO­TO: CHRIS­TOPH REICH­WEIN

An ei­nem spie­gel­blan­ken Flü­gel spiel­te Ju­lia Hüls­mann ihr So­lo-Kon­zert in der Spar­kas­se-Fi­lia­le an der Post­stra­ße 10.

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