So wird das Sport­jahr 2019

Un­ser Au­tor ver­rät, was die kom­men­den Mo­na­te brin­gen. Vie­les war so nicht un­be­dingt vor­her­seh­bar.

Rheinische Post Opladen - - Sport - VON RO­BERT PE­TERS

Ja­nu­ar Die Hand­ball-Na­tio­nal­mann­schaft schei­det bei ih­rer Heim-WM in der Vor­run­de aus. Der Ver­band er­in­nert sich an leuch­ten­de Vor­bil­der aus dem Fuß­ball und ver­län­gert den Ver­trag mit Bun­des­trai­ner Chris­ti­an Prokop. Be­din­gung: Er muss sich ei­nen Schnäu­zer zu­le­gen wie sein Vor-Vor­gän­ger Hei­ner Brand. Bay­er Le­ver­ku­sen ver­liert das ers­te Rück­run­den­spiel mit dem neu­en Trai­ner Pe­ter Bosz mit 5:6 ge­gen Mön­chen­glad­bach. Sport­ge­schäfts­füh­rer Ru­di Völ­ler ist „be­geis­tert von un­se­rem Of­fen­siv­geist“.

Fe­bru­ar Bay­ern Mün­chen ver­liert das Ach­tel­fi­nal-Hin­spiel in der Cham­pi­ons Le­ague beim FC Li­ver­pool mit 0:4. Li­ver­pools Trai­ner Jür­gen Klopp zer­sägt an der Au­ßen­li­nie un­sicht­ba­re Bret­ter. Bay­erns Prä­si­dent Uli Ho­en­eß kri­ti­siert die „un­mensch­li­che Kri­tik“an Ver­tei­di­ger Je­ro­me Boateng. Er ver­weist dar­auf, „dass auch der van Di­jk jah­re­lang ei­nen Dreck ge­spielt hat. Aber das woll­te nie­mand wis­sen“. Re­kord­meis­ter Mün­chen wird künf­tig die sach­ge­rech­te Kri­tik auf der Web­site im In­ter­net zur Ver­fü­gung stel­len. „Et­was an­de­res las­sen wir uns nicht mehr ge­fal­len“, sagt Ho­en­eß.

März Die Bay­ern er­rei­chen im Rück­spiel ge­gen Li­ver­pools B-Mann­schaft ein 1:1. Ho­en­eß ver­spricht: „Im nächs­ten Jahr grei­fen wir an.“Die Na­tio­nal­mann­schaft un­ter­liegt im ers­ten EM-Qua­li­fi­ka­ti­ons­spiel in Hol­land mit 1:3. Bun­des­trai­ner Jo­gi Löw hat „scho‘ au‘ or­dent­li­che An­sät­ze ge­se­hen, klar“. Er ge­neh­migt sich nach den Rei­se­stra­pa­zen zwei Wo­chen Ur­laub am Müg­gel­see. Da hat er es nicht so weit. Das Han­dy wird selbst­ver­ständ­lich ab­ge­stellt. En­de April wer­de er ei­ne aus­führ­li­che Analyse zum Spiel vor­le­gen, sagt er. Das DFB-Prä­si­di­um er­wägt, Löw zum Eh­ren­mit­glied zu er­nen­nen.

April Bei der Ge­wicht­he­ber-Eu­ro­pa­meis­ter­schaft in Ba­tu­mi (Ge­or­gi­en) wer­den zwölf der 14 Teams vor Be­ginn der Wett­be­wer­be we­gen Do­pings dis­qua­li­fi­ziert. Deutsch­land ge­winnt mit acht Ath­le­ten neun Ti­tel. Am 28. Spiel­tag der Fuß­ball-Bun­des­li­ga er­kämpft Bay­er Le­ver­ku­sen den ers­ten Punkt mit Trai­ner Pe­ter Bosz. Nach dem 4:4 ge­gen Leipzig stellt Sport­ge­schäfts­füh­rer Ru­di Völ­ler fest: „Wir sind auf dem rich­ti­gen Weg. Un­se­re Ab­wehr stand über wei­te Stre­cken in der Ab­wehr.“

Mai Die Eis­ho­ckey-Welt­meis­ter­schaft in der Slo­wa­kei wird von ei­ner Hit­ze­wel­le er­schüt­tert. Das deut­sche Team zieht den Be­such im Stra­ßen­ca­fé in der In­nen­stadt von Bra­tis­la­va dem Trai­ning auf ge­tau­ten Eis­flä­chen vor. Trai­ner To­ni Sö­der­holm spricht vom schäd­li­chen Ein­fluss des Kli­ma­wan­dels. Er be­treut künf­tig die Ver­bands­mann­schaft von Gre­en­peace. Bo­rus­sia Dort­mund wird mit 15 Punk­ten Vor­sprung vor Bay­ern Mün­chen deut­scher Meis­ter. Trai­ner Lu­ci­en Fav­re bie­tet ent­nervt sei­nen Rück­tritt an. „Es ist so schwer“, sagt er.

Ju­ni Die Fuß­ball-Na­tio­nal­mann­schaft ge­winnt ihr EM-Qua­li­fi­ka­ti­ons­spiel ge­gen Est­land durch ei­nen Tref­fer des re­ak­ti­vier­ten Mi­ros­lav Klo­se in der Nach­spiel­zeit mit 1:0. „Die Mann­schaft“, sagt Bun­des­trai­ner Löw, „hat scho‘ au‘ die rich­ti­ge Re­ak­ti­on ge­zeigt“. Zu­frie­den ist er vor al­lem mit „de Mats“(Hum­mels) und „de Sche­r­ohm“(Boateng), die „auf der Er­satz­bank ei­ne tol­le Stim­mung ge­macht ha­ben“. Die Pres­se­kon­fe­renz nach dem Spiel dau­ert 20 Mi­nu­ten län­ger, weil Hum­mels noch kurz sei­ne Be­deu­tung für den Welt­fuß­ball er­läu­tern muss.

Ju­li Zur Schwimm-Welt­meis­ter­schaft in Süd­ko­rea reist die deut­sche Mann­schaft mit der DLRG-Aus­wahl von He­rings­dorf an. We­gen der an­hal­ten­den Dis­kus­sio­nen um Stütz­punkt­trai­ning und Kom­pe­ten­zen ha­ben al­le deut­schen Meis­ter dem neu­en Bun­des­trai­ner Micha­el Groß ab­ge­sagt. Die DLRG-Aus­wahl wird be­reits im ers­ten Staf­fel­ren­nen dis­qua­li­fi­ziert, weil sie ei­nen Brust­schwim­mer ge­gen des­sen Wil­len aus dem Be­cken ret­ten.

Au­gust Ei­ne Wo­che vor Be­ginn der Bun­des­li­ga-Sai­son legt Dort­munds Meis­ter­trai­ner Lu­ci­en Fav­re sein Amt nie­der. Von sei­nem Wohn­ort Bar­t­hé­le­my in der Schweiz schickt er ei­ne Sprach­nach­richt an Sport­di­rek­tor Micha­el Zorc. In­halt: „Ich kann nicht mehr, es ist so schwer. Wie soll ich 15 Punk­te Vor­sprung top­pen?“Die BVB-Füh­rung reist im Mann­schafts­bus in die Schweiz und ver­sucht, den Trai­ner um­zu­stim­men. Ver­geb­lich. Mat­thi­as Sam­mer über­nimmt den Job, Hans-Joa­chim Watz­ke wird sein Co-Trai­ner. Das ist prak­tisch, denn der Aus­rüs­ter muss kei­ne neue Trai­nings­klei­dung her­stel­len. Bei­de ha­ben schon Trai­nings­an­zü­ge mit den Initia­len auf der Brust. Weil Sam­mer durch sei­ne TV-Ver­pflich­tun­gen nicht bei je­der Übung an­we­send sein kann, hält er sei­ne tak­ti­schen Vor­le­sun­gen öf­fent­lich im Eu­ro­sport-Stu­dio. Watz­ke er­klärt den Spie­lern, wie er frü­her beim SV Rot-Weiß Er­ling­hau­sen da­zwi­schen ge­hau­en hat.

Sep­tem­ber Dort­mund ge­winnt die ers­ten Spie­le in der Ära Sam­mer/ Watz­ke. Watz­ke lässt dar­auf­hin das Ver­eins­lied um­schrei­ben. Statt „Leuch­te auf mein Stern Bo­rus­sia“heißt es nun „Leuch­te auf mein Stern Hans-Joa­chim“. Die Fuß­ball-Na­tio­nal­mann­schaft er­zwingt ein 1:1 ge­gen Hol­land. DFB-Prä­si­dent Rein­hard Gr­in­del lässt den 6. Sep­tem­ber zum na­tio­na­len Fei­er­tag er­he­ben.

Ok­to­ber Patrick Lan­ge ver­liert sei­nen Ti­tel beim Iron­man auf Ha­waii, weil er sei­ne Lauf­schu­he nicht fin­det. Ob­wohl er bar­fuß als Ers­ter nach dem ab­schlie­ßen­den Ma­ra­thon ins Ziel kommt, nimmt ihn die Ju­ry aus dem Wett­be­werb. Be­grün­dung:

Un­ge­bühr­li­ches Ver­hal­ten ge­gen­über ei­nem Spon­sor. Lan­ges Vor­schlag, die Fü­ße mit drei Strei­fen zu be­ma­len, wird ab­ge­lehnt. Nach dem 0:0 in Est­land steht Deutsch­land mit ei­nem Bein im Feld für die Eu­ro­pa­meis­ter­schaft. Er­satz­spie­ler Mats Hum­mels er­klärt gern die Feh­ler der Ab­wehr­spie­ler.

No­vem­ber Deutsch­land schafft die Qua­li­fi­ka­ti­on für die Fuß­ball-Eu­ro­pa­meis­ter­schaft durch ei­nen 1:0-Tri­umph über Nord­ir­land (Tor­schüt­ze: Klo­se). Der DFB mie­tet den Frank­fur­ter Rö­mer und lässt die Be­leg­schaft des neu­en Haupt­spon­sors VW ge­schlos­sen zum Ju­beln an­tre­ten. Ge­rührt stimmt Mats Hum­mels auf dem Rat­haus­bal­kon „We are the Cham­pi­ons“an. In Bra­si­li­en wird Le­wis Ha­mil­ton wie­der For­mel-1-Welt­meis­ter. Fer­ra­ri-Pi­lot Se­bas­ti­an Vet­tel wird da­bei be­ob­ach­tet, wie er in der Mer­ce­des-Box zehn Mi­nu­ten lang ge­gen das rech­te Hin­ter­rad von Ha­mil­tons Renn­wa­gen tritt. Das hilft auch nicht mehr.

De­zem­ber Die deut­schen Sport­jour­na­lis­ten wäh­len Hum­mels zum Fuß­bal­ler des Jah­res. Sam­mer, nach ei­nem im TV-Stu­dio aus­ge­tra­ge­nen Streit mit Watz­ke zu­rück­ge­tre­ten, er­hält den Grim­me-Preis. Watz­ke macht nun beim BVB al­les – auch den Weih­nachts­mann bei der Ver­eins­fei­er.

FO­TO: DPA

Tja, was soll ich sagen? Dort­munds Trai­ner Lu­ci­en Fav­re gilt als Kopf-Mensch, des­sen Ge­dan­ken­gän­ge nicht im­mer gänz­lich zu er­grün­den sind.

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