„Post­fak­tisch“prägt zu­neh­mend die De­bat­ten

Rheinische Post Ratingen - - STIMME DES WESTENS -

De­fi­ni­ti­on „Post­fak­tisch“hat die Ge­sell­schaft für deut­sche Spra­che in Wies­ba­den be­reits 2016 zum „Wort des Jah­res“be­stimmt. Das sper­ri­ge Ad­jek­tiv be­schreibt die Ent­wick­lung, dass öf­fent­li­che De­bat­ten zu­neh­mend von Stim­mun­gen und Ge­füh­len und we­ni­ger von Fak­ten be­stimmt wer­den. In­so­fern steht das Wort nach An­sicht des Gre­mi­ums für ei­nen tief­grei­fen­den po­li­ti­schen Wan­del. Es spie­ge­le zen­tra­le Er­eig­nis­se des Jah­res wi­der – vom Br­ex­it bis zur Wahl von Do­nald Trump. 2017 wur­de „post­fak­tisch“in den Du­den auf­ge­nom­men. Ur­sprung „Post­fak­tisch“hat­te es in der eng­li­schen Über­set­zung „post­truth“schon zum in­ter­na­tio­na­len Wort des Jah­res ge­bracht. Im eng­li­schen Sprach­raum ist der Be­griff be­reits län­ger eta­bliert. Kon­zept An­ge­trie­ben von dem Auf­stieg der so­zia­len Me­di­en als Nach­rich­ten­quel­le und ei­nem wach­sen­den Miss­trau­en ge­gen­über Fak­ten, die vom so­ge­nann­ten Esta­blish­ment an­ge­bo­ten wür­den, ha­be das Kon­zept des Post­fak­ti­schen an Bo­den ge­win­nen kön­nen, be­fand sei­ner­zeit die Ju­ry der Ox­ford Dic­tio­na­ries. Un­ter­su­chun­gen hät­ten er­ge­ben, dass das Wort 2016 im Ver­gleich zum Jahr da­vor deut­lich häu­fi­ger be­nutzt wor­den sei.

FO­TO: REU­TERS

Als Br­ex­it-Be­für­wor­ter nahm es der bri­ti­sche Au­ßen­mi­nis­ter Bo­ris John­son mit Fak­ten nicht so ge­nau.

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