Über­flüs­si­ge De­bat­te

Rheinische Post Ratingen - - STIMME DES WESTENS - VON EVA QUADBECK

Die ak­tu­el­le De­bat­te um Hartz IV und ein so­li­da­ri­sches Grund­ein­kom­men ist über­flüs­sig und setzt die fal­schen Si­gna­le. Sie er­weckt den Ein­druck, als kön­ne Hartz IV ab­ge­schafft wer­den. Auch wenn man den Be­griff til­gen könn­te, blie­be doch das Pro­blem, dass der So­zi­al­staat Lang­zeit­ar­beits­lo­sen und ih­ren Fa­mi­li­en nur das Exis­tenz­mi­ni­mum ge­wäh­ren kann. Denn der Sprung in ei­nen auch nied­rig ent­lohn­ten Job muss at­trak­ti­ver sein, als al­lein von staat­li­chen Hil­fen zu le­ben.

Im Ko­ali­ti­ons­ver­trag ist ein um­fang­rei­ches Pro­gramm vor­ge­se­hen, rund 150.000 Men­schen ei­ne Brü­cke in ei­ne be­zahl­te Ar­beit zu bau­en. Seit Jahr­zehn­ten war kei­ne Re­gie­rung auf die­sem Feld mehr so ehr­gei­zig wie die frisch ver­ei­dig­te. SPD und Uni­on ha­ben ver­ein­bart, Lang­zeit­ar­beits­lo­se mög­lichst in den ers­ten Ar­beits­markt zu ver­mit­teln. Wer den Sprung nicht schafft, soll ei­ne ge­mein­nüt­zi­ge Ar­beit an­ge­bo­ten be­kom­men. Das Ziel, den Men­schen ei­ne Ar­beit zu ge­ben, ih­nen da­durch auch zu ei­nem struk­tu­rie­ren Tag zu ver­hel­fen und sie wie­der Vor­bild sein zu las­sen für ih­re Kin­der – das ist rich­tig. BE­RICHT SPD STREI­TET ÜBER HARTZ-IV-RE­FORM, SEI­TE A4

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