My­Ta­xi darf wie­der Ra­bat­te ge­wäh­ren

Rheinische Post Ratingen - - WIRTSCHAFT - VON MA­XI­MI­LI­AN KRONE

KARLS­RU­HE Das Un­ter­neh­men My­Ta­xi darf bald wie­der mit Ra­batt­gut­schei­nen für Ta­xi­fahr­ten wer­ben. Der Bun­des­ge­richts­hof (BGH) hob ein Ur­teil des Ober­lan­des­ge­richts Frank­furt auf, das die Ak­ti­on des Ham­bur­ger Un­ter­neh­mens un­ter­sagt hat­te. Die Rich­ter in Karls­ru­he sa­hen kei­nen Ver­stoß von My­Ta­xi ge­gen die Ta­rif­pflicht, weil die Ta­xi­fah­rer den vol­len Fahr­preis er­hal­ten wür­den und das Un­ter­neh­men selbst kein Ta­xi­be­trei­ber sei. Bei der Ra­batt­ak­ti­on be­zahl­ten Kun­den nur den hal­ben Fahr­preis, den Rest zahl­te My­Ta­xi, das zu Daim­ler ge­hört. Das Ge­richt ar­gu­men­tier­te zu­dem, dass durch die Ak­ti­on kei­ne Ver­drän­gung von Kon­kur­ren­ten dro­he, da das An­ge­bot bis­lang zeit­lich be­schränkt war und nur in we­ni­gen Städ­ten galt.

Die Ge­nos­sen­schaft Ta­xi Deutsch­land, der Zu­sam­men­schluss klas­si­scher Ta­xi­zen­tra­len, wies die­se Ar­gu­men­ta­ti­on zu­rück. In den gro­ßen Städ­ten, al­so ge­nau dort, wo My­Ta­xi Ra­bat­te bald wie­der an­bie­ten dür­fe, sei­en auch die klas­si­schen Ta­xi-Un­ter­neh­mer tä­tig, die mit den güns­ti­gen Prei­sen aber nicht mit­hal­ten könn­ten. „Ich kann mir nicht vor­stel­len, dass Ta­xi­un­ter­neh­mer auch Ra­bat­te ge­wäh­ren, weil sie es wirt­schaft­lich schlicht nicht kön­nen“, sag­te ein Spre­cher der Ge­nos­sen­schaft un­se­rer Re­dak­ti­on. Ent­spre­chend ent- täuscht ha­be man auf das Ur­teil re­agiert. „Das ist ein har­ter Bro­cken. Wir wer­den nun se­hen, wie sich die Si­tua­ti­on ent­wi­ckelt“, sag­te der Spre­cher.

My­Ta­xi re­agier­te na­tür­lich er­leich­tert auf das Ur­teil. „Es ging nicht nur um My­Ta­xi-Gut­schei­ne, son­dern um die Zu­kunfts­fä­hig­keit ei­ner Bran­che“, sag­te Deutsch­lan­dChef Alex­an­der Mönch. Vie­le Gäs­te sei­en vor der Ak­ti­on lan­ge nicht mehr mit dem Ta­xi ge­fah­ren – im Er­geb­nis wer­de das Ta­xi wie­der häu­fi­ger ge­nutzt.

Es wird er­war­tet, dass nach dem Ur­teil nun auch an­de­re An­bie­ter, wie die Ta­xis­par­te von Uber, ver­su­chen wer­den, mit Ra­bat­ten Kun­den zu lo­cken.

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