Su­kers Stand­pau­ke für schläf­ri­gen Fortu­na-Nach­wuchs

Der Lo­kal­ma­ta­dor un­ter­liegt Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach zum Auf­takt der U19 Cham­pi­ons Tro­phy mit 1:2. Ja­pan star­tet mit ei­nem Sieg.

Rheinische Post Ratingen - - SPORT LOKAL - VON TO­BI­AS DINKELBORG UND CHRIS­TOPH ZABKAR

Es war ein schmerz­haf­ter Zu­sam­men­prall, der Si­mon Busch und Jus­tin St­ein­köt­ter vor dem Hin­ter­grund der ins Sta­di­on leuch­ten­den Abend­son­ne zu Bo­den sin­ken ließ. Un­s­anft wa­ren die bei­den Jungspun­de im Auf­takt­match der U19 Cham­pi­ons Tro­phy zwi­schen Lo­kal­ma­ta­dor Fortu­na und Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach mit den Köp­fen an­ein­an­der ge­ras­selt, hiel­ten sich dar­an aber nicht lan­ge auf. Busch ließ sich ein we­nig Eis zur Küh­lung brin­gen, St­ein­köt­ter schüt­tel­te den Schmerz kurz weg – und dann ging es wie­der auf den Ra­sen.

Die­ses Bild zum Halb­zeit­pfiff – die Bo­rus­sen führ­ten durch ei­nen Tref­fer eben von St­ein­köt­ter – ver­deut­lich­te die In­ten­si­tät, mit der sich die Rhein­ri­va­len in je­den Zwei­kampf war­fen. En­ga­giert gin­gen die Kon­tra­hen­ten auf sehr rut­schi­gem Ge­läuf zu Wer­ke und kämpf­ten um je­den Zen­ti­me­ter des Ra­sen. Mit dem bes­se­ren En­de für die „Foh­len“üb­ri­gens, denn das Team von Trai­ner Tho­mas Fl­ath setz­te sich mit 2:1 durch.

Fortu­na-Coach Si­ni­sa Su­ker frei­lich schmeck­te die­ses Re­sul­tat über­haupt nicht, und so nahm er sich sei­ne Schütz­lin­ge nach dem Schluss­pfiff in der Ka­bi­ne noch ein­mal zur Brust. „Ei­ni­ge Stamm­spie­ler sind nicht da­bei, die an­de­ren Jungs be­kom­men al­so die Mög­lich­keit, sich hier zu prä­sen­tie­ren“, er­klär­te Su­ker. „Die­se Chan­ce ha­ben sie heu­te aber nicht ge­nutzt.“Den­noch moch­te er nicht gleich al­les schlecht­re­den. „Wir ha­ben das Spiel am En­de so span­nend wie mög­lich ge­hal­ten. Fakt ist, dass der Start in ein Tur­nier im­mer schwie­rig ist. Wir sind zwar an­fangs gut rein­ge­kom­men, müs­sen dann aber schnel­ler den ers­ten Gang fin­den.“

Ei­ne tref­fen­de Ein­schät­zung, denn ge­nau ge­nom­men be­gan­nen die Düs­sel­dor­fer erst in den Schluss­mi­nu­ten, ihr durch­aus vor­han­de­nes Po­ten­zi­al aus­zu­schöp­fen. Doch nach­dem der be­reits mit ei­nem Pro­fi­ver­trag aus­ge­stat­te­te Links­ver­tei­di­ger Ge­or­gi­os Si­a­das mit ei­nem sat­ten Flach­schuss den 1:2-An­schluss­tref­fer er­zielt hat­te, schei­ter­ten die Rot-Wei­ßen im Schluss­spurt ent­we­der an den über­ra­gen­den Re­fle­xen des geg­ne­ri­schen Tor­hü­ters oder – wie Dus­tin Will­ms – am Lat­ten­kreuz.

Zu­vor agier­te der Lo­kal­ma­ta­dor ein­fach zu un­or­ga­ni­siert und be­kam ins­be­son­de­re Bo­rus­sen-Stür­mer St­ein­köt­ter nicht in den Griff. Glad­bachs Win­ter-Trans­fer er­wies sich als ab­so­lu­ter Un­ru­he­herd und war an na­he­zu al­len Of­fen­siv­ak­tio­nen der „Foh­len“be­tei­ligt. So war es we­nig ver­wun­der­lich, dass aus­ge­rech­net der 18-Jäh­ri­ge zum ers­ten Tur­nier-Tor­schüt­zen avan­cier­te. Das An­spiel von Noah Holt­schop­pen hat­te St­ein­köt­ter cle­ver an­ti­zi­piert, um­kurv­te Fortu­na-Kee­per Ma­xi­mi­li­an Möh­ker und schob den Ball über­legt zum 1:0 ins Netz. Zwar er­höh­te Holt­schop­pen das Er­geb­nis an­schlie­ßend mit ei­nem ab­ge- fälsch­ten Frei­stoß eher glück­lich, aber zu die­sem Zeit­punkt gab es kei­nen Zwei­fel dar­an, dass Glad­bach über die ins­ge­samt bes­se­re Spiel­an­la­ge ver­füg­te.

Des­we­gen zeig­te sich auch Glad­bachs Co-Trai­ner Mar­tin Stranzl nach dem Ab­pfiff zu­frie­den: „So ein Auf­takt­sieg gibt viel Selbst­ver­trau­en für den wei­te­ren Tur­nier­ver­lauf“, er­klär­te der 258-fa­che Ex-Bun­des­li­ga­spie­ler, oh­ne aber die kri­ti­schen Aspek­te zu be­schö­ni­gen: „In der Schluss­pha­se ha­ben wir den Geg­ner durch un­nö­ti­ge Nach­läs­sig­kei­ten auf­ge­baut und fast noch den Aus­gleich kas­siert. Das darf nicht pas­sie­ren“, mo­nier­te der 37-Jäh­ri­ge.

Voll­ends zu­frie­den mit der Leis­tungs sei­ner Mann­schaft war in­des Nao­ki Hi­ra­no, der Trai­ner der Ja­pa­ni­schen Hoch­schul­aus­wahl. Das Team aus dem Land der auf­ge­hen­den Son­ne be­sieg­te Stan­dard Lüt­tich mit 2:0. „Die Jungs soll­ten zu­schla­gen, wenn sich die Chan­ce er­gibt“, sag­te Hi­ra­no hin­ter­her. Und die­ser Plan ist auf­ge­gan­gen.

FO­TO: HORSTMÜLLER

Glad­bach bremst Fortu­na aus: Düs­sel­dorfs Gert Leo En­gels (links) ver­liert den Ball ge­gen Be­ha­dil Se­ba­ni.

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