SG-Hand­bal­ler se­hen sich als Au­ßen­sei­ter

Der Re­gio­nal­li­gist muss ge­gen Op­la­den auf ei­ni­ge Spie­ler ver­zich­ten. Vor al­lem der Aus­fall von Mar­cel Mül­ler schmerzt.

Rheinische Post Ratingen - - Sport Lokal - VON AN­DRÉ SCHAHIDI

RA­TIN­GEN Kha­lid Khan hat ge­nug. „Die gan­ze Sai­son hö­re ich, wir sind der FC Bay­ern München der Re­gio­nal­li­ga“, sagt der Trai­ner der SG Ra­tin­gen. „Aber ganz ehr­lich? Ich kann es nicht mehr hö­ren. In ak­tu­el­ler Ver­fas­sung sind wir Mit­tel­maß. Mehr nicht.“Und so stuft er sein Team vor dem Du­ell mit dem TuS Op­la­den am Sams­tag (18 Uhr) in ei­ge­ner Hal­le auch ein. „Wir sind wirk­lich nur Au­ßen­sei­ter“, be­tont Khan. „Da kann man mich jetzt aus­la­chen,

„Ich kann es nicht mehr hö­ren. In der ak­tu­el­len Ver­fas­sung sind wir Mit­tel­maß. Mehr nicht“Kha­lid Khan

Trai­ner SG Ra­tin­gen

das ist okay. Aber wir ha­ben gera­de so vie­le Ver­letz­te und ste­hen noch so mit­ten in der Ent­wick­lung, da kann ich ein­fach nichts an­de­res sa­gen. Zu­mal wir ge­gen Op­la­den spie­len – das ist ei­ne her­vor­ra­gen­de Mann­schaft, die ei­gent­lich längst in der drit­ten Li­ga spie­len müss­te.“

Der Trai­ner dreht den Spieß ein­mal um. Wer je­doch das Lö­wen­ru­del ver­folgt, kann die klei­nen Bröt­chen, die Khan gera­de backt, durch­aus nach­voll­zie­hen. Un­ter der Wo­che müh­te sich der Viert­li­gist zu ei­nem 48:47-Po­kal­sieg nach Sie­ben­me­ter­wer­fen beim zwei Klas­sen tie­fer spie­len­den TV Geis­ten­beck. „Wir ha­ben da ei­ne or­dent­li­che ers­te Halb­zeit ge­spielt, 17:10 ge­führt“, sagt Khan. „Dann ha­be ich ge­wech­selt, lei­der sind wir da­nach ziem­lich aus­ein­an­der ge­bro­chen.“ Zu al­lem Über­fluss ver­letz­te sich auch noch Ab­wehr­chef Ace Jo­nov­ski bei sei­nen we­ni­gen Ein­satz­mi­nu­ten. „Den wer­den wir ge­gen Op­la­den wahr­schein­lich nicht se­hen“, sagt Khan. 28:28 stand es nach 60 Mi­nu­ten, nach wei­te­ren zehn Mi­nu­ten­Ver­län­ge­rung40:40.„Geis­ten­beck ist ei­ne gu­te Mann­schaft, aber das müs­sen wir klar ge­win­nen“, be­tont Khan. „Das zeigt aber eben, wie wech­sel­haft wir noch sind.“

Per­so­nell ge­hen die Ra­tin­ger vor dem Du­ell ge­gen Op­la­den ziem­lich auf dem Zahn­fleisch. Vor al­lem der Aus­fall von Mar­cel Mül­ler schmerzt, der ei­ne schwe­re Knie­ver­letz­tung er­litt. „Mar­cel­los Aus­fall tut rich­tig weh“, sagt Khan. „Er ist mein wich­tigs­ter Spie­ler in der Mann­schaft. Vor al­lem ne­ben der Plat­te. Ein tol­ler Mensch und groß­ar­ti­ger Füh­rungs­spie­ler. Er wird uns sehr feh­len.“

Da­zu kom­men die an­ge­schla­ge­nen Jo­nov­ski und Yan­nick Nitz­sch­mann so­wie die Rück­raum­spie­ler Fa­bi­an Clau­ßen und Ole Völ­ker. „Ich ha­be in Fi­lip La­za­rov, Mar­co Bau­er und Lu­kas Plau­mann ex­akt drei Rück­raum­spie­ler zur Ver­fü­gung“, sagt Khan. „Das klingt nach Jam­mern, aber das ist es nicht, das ist ein­fach Fakt: So sind wir ge­gen Op­la­den Au­ßen­sei­ter. Aber wir wer­den kämp­fen, denn die Jungs wol­len, und das rech­ne ich ih­nen hoch an.“

RP-FO­TO: ACHIM BLAZY

Was soll ich denn ma­chen? SG-Trai­ner Kha­lid Khan wirkt an­ge­sichts der an­ge­spann­ten Ka­der-Si­tua­ti­on bis­wei­len leicht ge­nervt.

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