Rhei­ni­sche Post für Ja­pa­ner

Fünf eh­ren­amt­li­che Mit­ar­bei­te­rin­nen des Ver­eins „Rhein­brü­cke Düsseldorf“ über­set­zen je­de Wo­che Ar­ti­kel aus dem Düs­sel­dor­fer Lokalteil ins Ja­pa­ni­sche und hel­fen so ja­pa­ni­schen Neu­an­kömm­lin­gen im All­tag.

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON ALEKSAN­DAR SAROVIC

Vor fast 20 Jah­ren hat Uwe Krä­mer, ehe­ma­li­ger Sprach­leh­rer des Goe­the-In­sti­tuts, den Ver­ein „Rhein­brü­cke Düsseldorf“ ge­grün­det. Des­sen Ziel ist es, Düs­sel­dorfs ja­pa­ni­sche Ge­mein­de mit In­for­ma­tio­nen zu ver­sor­gen und so den ja­pa­ni­schen Mit­bür­gern das Le­ben in der Stadt zu er­leich­tern.

Je­den Don­ners­tag tref­fen sich eh­ren­amt­lich tä­ti­ge ja­pa­ni­sche Mit­ar­bei­te­rin­nen, der­zeit fünf, in den Räu­men der Sprach­schu­le „Ger­ma­ser­vice“, wo sie Ar­ti­kel aus dem Lokalteil der Rhei­ni­schen Post zu­sam­men­fas­sen und ins Ja­pa­ni­sche über­set­zen. Die Über­set­zun­gen wer­den an­schlie­ßend ins In­ter­net ge­stellt.

Die Mit­ar­bei­te­rin­nen sind Ehe­frau­en ja­pa­ni­scher Ge­schäfts­leu­te, die Neu­an­kömm­lin­gen aus Ja­pan da­bei hel­fen wol­len, den All­tag in Düsseldorf und Um­ge­bung zu be­wäl­ti­gen. „Es sind haupt­säch­lich die Frau­en, die Deutsch ler­nen“, sagt Krä­mer. „Die Män­ner sind be­rufs­tä­tig und kom­men mit Eng­lisch aus, die Frau­en aber müs­sen sich im All­tag zu­recht­fin­den.“ Die­ser All­tags­be­zug ist es auch, der dem An­ge­bot des Ver­eins sein be­son­de­res Ge­prä­ge gibt. So soll nicht ei­ne all­ge­mei­ne Ein­füh­rung in die deut­sche Kul­tur ge­ge­ben wer­den. Viel­mehr wer­den Ar­ti­kel aus­ge­sucht und über­setzt, die den Düs­sel­dor­fer Ja­pa­nern in prak­ti­scher Hin­sicht da­bei hel­fen, im All­tag zu­recht­zu­kom­men und ver­schie­de­ne Kul­tur-und Frei­zeit­an­ge­bo­te in der Stadt zu nut­zen.

Der vom Ver­ein an­ge­bo­te­ne Ser­vice wird in ers­ter Li­nie wie­der von den Frau­en ja­pa­ni­scher Neu­an­kömm­lin­ge ge­nutzt. Die eh­ren­amt­li­chen Mit­ar­bei­te­rin­nen des Ver- eins selbst ha­ben sich schon bes­tens in der Stadt ein­ge­lebt. „An Düsseldorf ge­fällt mir be­son­ders, dass Kul­tur­an­ge­bo­te viel bil­li­ger sind als in Ja­pan“, sagt Sa­chi­ko To­do, die seit sechs Jah­ren in Düsseldorf lebt. „Au­ßer­dem kann man hier sei­ne Mei­nung di­rek­ter sa­gen als in Ja­pan“, fügt Kei­ko Takeu­chi hin­zu.

Die fünf Da­men über­set­zen im Durch­schnitt zehn Ar­ti­kel in der Wo­che, im Lau­fe der Jah­re wur­den Tau­sen­de Ar­ti­kel ins Ja­pa­ni­sche über­tra­gen. „Die Sit­zun­gen sind im­mer lus­tig“, sagt Asa­ko Ku­ro­da. Uwe Krä­mer zieht ei­ne po­si­ti­ve Bi­lanz. „Dia Ja­pa­ner sind of­fen und in­ter­es­siert an an­de­ren Kul­tu­ren“, sagt der Ge­schäfts­füh­rer des Ver­eins. „Un­se­re Mit­ar­bei­te­rin­nen kön­nen gut Deutsch und sind in die hie­si­ge Ge­sell­schaft bes­tens in­te­griert.“

Den­noch gibt es auch Din­ge, die die fünf Da­men an ih­rer Wahl­hei­mat nicht mö­gen. „Das Es­sen und das Wet­ter sind nicht so gut“, sagt Kei­ko Takeu­chi. Die an­de­ren Mit­ar­bei­te­rin­nen stim­men la­chend zu.

RP-FO­TO: CHRIS­TOPH GÖTTERT

Das Rhein­brü­cke-Team in der Sprach­schu­le Ger­ma­ser­vice: Sho­ko Eji­ri, Yu­mi­ko Yok­ou­chi, Uwe Krä­mer, Kei­ko Takeu­chi und Sa­chi­ko To­do (von links).

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