Recht auf be­fris­te­te Teil­zeit kommt

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - VORDERSEITE - VON EVA QUADBECK

Ar­beits­mi­nis­ter Hu­ber­tus Heil (SPD) will die Rück­kehr in Voll­zeit er­leich­tern.

BER­LIN Teil­zeit­be­schäf­tig­te sol­len ab dem 1. Ja­nu­ar 2019 leich­ter in Voll­zeit zu­rück­keh­ren kön­nen. „Wir wol­len für Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer in Teil­zeit ei­ne Brü­cke bau­en zu­rück in Voll­zeit-Be­schäf­ti­gung“, sag­te Ar­beits­mi­nis­ter Hu­ber­tus Heil (SPD) un­se­rer Re­dak­ti­on. Der Ge­setz­ent­wurf sei fer­tig, be­ton­te der Mi­nis­ter, und sol­le ab heu­te in­ner­halb der Re­gie­rung ab­ge­stimmt wer­den.

Der Ge­setz­ent­wurf sieht vor, dass künf­tig al­le Be­schäf­tig­ten in Be­trie­ben ab 45 Ar­beit­neh­mern ein Recht auf ei­ne be­fris­te­te Teil­zeit-Pha­se be­kom­men, die zwi­schen ei­nem Jahr und fünf Jah­re lang sein kann. Das Ge­setz sol­le für al­le neu­en Fäl­le gel- ten, be­ton­te Heil – al­so für al­le Teil­zeit-Ver­ein­ba­run­gen, die ab dem 1. Ja­nu­ar 2019 ge­schlos­sen wer­den. Wer heu­te schon in Teil­zeit ar­bei­tet, soll künf­tig sei­ne Ar­beits­zei­ten leich­ter wie­der ver­län­gern kön­nen.

Hu­ber­tus Heil (SPD) „Ich möch­te, dass auch je­ne ei­nen An­trag auf Rück­kehr in Voll­zeit stel­len kön­nen, die vor In­kraft­tre­ten des Ge­set­zes in Teil­zeit ge­gan­gen sind.“Die Ar­beit­ge­ber sol­len es be­grün­den müs­sen, falls ei­ne Rück­kehr nicht mög­lich sei, sag­te Heil.

Uni­on und SPD hat­ten be­reits in der ver­gan­ge­nen Wahl­pe­ri­ode ein Rück­kehr­recht von Teil­zeit in Voll­zeit schaf­fen wol­len. Sie konn­ten sich aber zum Är­ger der SPD nicht auf die De­tails ei­ni­gen. Heil ver­wies auf ei­nen ho­hen Be­darf für das Ge­setz: „Nach ei­ner Er­he­bung wün­schen sich 100.000 Be­schäf­tig­te fle­xi­ble­re Ar­beits­zeit­mo­del­le, die zu ih­rem Le­ben pas­sen. Bis zu 600.000 Be­schäf­tig­te könn­ten von dem Ge­setz pro­fi­tie­ren, vor al­lem Frau­en.“

Auch Be­trie­be mit we­ni­ger als 15 Ar­beit­neh­mern will Heil da­zu brin­gen, sich zu­min­dest mit den Ar­beits­zeit-Wün­schen ih­rer Be­schäf­tig­ten aus­ein­an­der­zu­set­zen. Der Ge­setz­ent­wurf sieht ei­ne „Pflicht zur Er­ör­te­rung“un­ab­hän­gig vom Um­fang der Ar­beits­zeit vor.

„Bis zu 600.000 Be­schäf­tig­te könn­ten von dem Ge­setz pro­fi­tie­ren“

Bun­des­ar­beits­mi­nis­ter

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