MA­DE IN DÜSSELDORF

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER WIRTSCHAFT -

Knig­ge für das Groß­raum­bü­ro

Wer frü­her als Bü­ro­mit­ar­bei­ter Stil­lar­beit such­te, der zog die Tür hin­ter sich zu und war für sich. Viel­leicht wa­ren da noch ein oder zwei wei­te­re Kol­le­gen, die man durch ei­nen bö­sen Blick oder wil­des Ges­ti­ku­lie­ren zum Schwei­gen brin­gen konn­te. Heu­te ist ein an­de­rer Ty­pus Bü­ro en Vo­gue: Das Groß­raum­bü­ro. Mit ei­ner Flut an Unan­nehm­lich­kei­ten. Das wer­den vie­le die­ser Ta­ge be­stä­ti­gen, wo sich der Ju­li für Ur­lau­ber von der bes­ten Sei­te zeigt, und Düs­sel­dorfs Groß­raum­bü­ro-Nut­zer in Krie­ge führt. Denn: Ei­ner der Haupt­streit­punk­te in Groß­raum­bü­ros ist die Raum­tem­pe­ra­tur. Das be­stä­tig­te auch ei­ne Um­fra­ge des Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts For­sa. Gut ein Vier­tel der Be­frag­ten gab an, dass es um die Tem­pe­ra­tur im Bü­ro im­mer wie­der Dis­kus­sio­nen gibt. Da hilft wohl nur, Frost­beu­len und Kol­le­gen mit Dau­er­hit­ze­wal­lun­gen in ge­trenn­ten Räu­men un­ter­zu­brin­gen.

An­de­re Din­ge er­for­dern ein­fach nur Rück­sicht­nah­me. Mit das Stö­rends­te im Groß­raum ist der Ge­räusch­pe­gel. Da­her gilt für al­le: Te­le­fo­nie­ren, aber lei­se. Wer Lust hat sei­nen Te­le­fon­part­ner an­zu­schrei­en, soll­te das Bü­ro kurz ver­las­sen und sein Han­dy nut­zen. Und zum Han­dy gibt es noch ei­ne zwei­te Maß­nah­me: Und die heißt Vi­bra­ti­ons­alarm. Wenn in ei­nem 20-Per­so­nen-Bü­ro bin­nen acht Ar­beits­stun­den je­der Mit­ar­bei­ter nur drei An­ru­fe pro St­un­de be­kommt, klin­gelt 480 Mal am Tag das Han­dy oder um­ge­rech­net ein­mal pro Mi­nu­te. Das hält kei­ne Bü­ro­ge­mein­schaft aus. Al­so Klin­gel­ton aus. Re­gel soll­te auch sein, nicht quer durch das gan­ze Bü­ro ei­nen Kol­le­gen zu­zu­ru­fen. Wer et­was will, kann zu des­sen Schreib­tisch ge­hen. Ist auch gut für Kon­di­ti­on und Rü­cken, wenn man mal geht. Gilt auch für den Ge­mein­schafts­dru­cker. Wer dort et­was druckt, holt es ge­fäl­ligst so­fort ab.

Und wenn es auch noch so lecker ist: Piz­za und Dö­ner ha­ben am Ar­beits­platz nichts ver­lo­ren. Wer es­sen möch­te gönnt sich ei­nen Snack oder zieht in die Kaf­fee­kü­che um.

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