Er­in­ne­run­gen der Au­to­rin Vi­cki Baum

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - Kultur -

Buch Sie war ei­ne der er­folg­reichs­ten Schrift­stel­le­rin­nen der Wei­ma­rer Re­pu­blik, weil sie ei­ne un­be­stech­li­che Be­ob­ach­te­rin war und zu­gleich ei­ne wei­se Hu­mo­ris­tin mit ent­lar­ven­dem Witz. All die­sen Fä­hig­kei­ten be­geg­net man auch in den Le­ben­s­er­in­ne­run­gen der Vi­cki Baum, die un­ter dem Ti­tel „Es war al­les ganz an­ders“bei Ki­Wi neu er­schie­nen sind. Ge­bo­ren wur­de Baum 1888 in ei­ne jü­di­sche Fa­mi­lie in Wi­en, sie hei­ra­te­te ei­nen Di­ri­gen­ten, ver­öf­fent­lich­te 1919 ihr ers­tes Werk und wur­de 1926 Zeit­schrif­ten­re­dak­teu­rin bei Ull­stein in Ber­lin. Ihr be­kann­tes­ter Ro­man „Men­schen im Ho­tel“wur­de in Hol­ly­wood ver­filmt und weil sie als Jü­din in Deutsch­land in Ge­fahr war, emi­grier­te sie 1932 in die USA. Ein Jahr spä­ter wur­den bei der Bü­cher­ver­bren­nung auch ih­re Wer­ke ver­nich­tet. Von ih­rem Le­ben in Eu­ro­pa und den USA er­zählt Baum in ih­ren Er­in­ne­run­gen oh­ne Sen­ti­men­ta­li­tät, oh­ne Bit­ter­keit, mit Scharf­sinn und Iro­nie – ei­ne wah­re Rea­lis­tin mit hin­rei­ßen­dem Stil. Do­ro­thee Krings

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