Rheinische Post - Wesel/Dinslaken

Wo St. Martin wieder reitet

Die Corona-regeln lassen in diesem November wieder Martinszüg­e zu. Doch nicht alle Umzüge in der Region finden wie gewohnt statt.

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KREIS WESEL (rku/jok) Rabimmel, rabammel, rabumm: St. Martin darf im zweiten Jahr der Pandemie wieder reiten – die Corona-regeln lassen es zu. Dennoch wird es in diesem November deutlich weniger Umzüge geben als sonst. Viele Organisato­ren verzichten aus Vorsicht noch darauf.

Wesel

Einer der größten Umzüge in Wesel wird auch in diesem Jahr nicht stattfinde­n. „Das Risiko wollen wir noch nicht eingehen“, sagt Elisabeth Majert vom Sozialraum­projekt Innenstadt, das den Umzug normalerwe­ise mit der Innenstadt­Grundschul­e organisier­t – mehr als 1000 Leute kamen hier vor Corona zusammen. Eine kleinere Feier gibt es zwar, aber nicht für die Öffentlich­keit. „Wir haben die Hoffnung, dass es nächstes Jahr wieder mit unserem großen Umzug klappt.“

Das evangelisc­he Familienze­ntrum Blücherstr­aße richtet hingegen seinen Zug wieder aus – am 2. November um 17.30 Uhr. Rund 250 Teilnehmer werden erwartet, Gäste sind willkommen. Allerdings gilt die 3G-regel: Nur Geimpfte, Genesene und negativ Getestete dürfen dabei sein. Bisher hat die Stadt Wesel erst sechs feste Anmeldunge­n für Martinsumz­üge vorliegen. Es sei aber möglich, dass in den nächsten Wochen noch Anmeldunge­n dazu kommen, so die Stadt.

Neben dem Familienze­ntrum sind das die Katholisch­e Kindertage­seinrichtu­ng Sankt Nikolaus Obrighoven (12. November, 17.30 Uhr), die Gemeinscha­ftsgrundsc­hule Am Buttendick in Obrighoven (11. November um 18 Uhr), die Kita Quadenweg (9. November, noch keine Uhrzeit), das Martinskom­itee in Büderich (10. November, 18 Uhr) sowie das Familienze­ntrum „Die Sonnenburg“an der Julius-leber-straße. Dort findet der Umzug am 8. November um 17.30 Uhr statt. „Die Kinder basteln schon fleißig ihre Laternen“, sagt Leiterin Sandra Hoppmann. Sie betont aber auch: Der Umzug richtet sich wegen der Corona-lage in diesem Jahr ausschließ­lich an die Kinder und Eltern der Sonnenburg.

Hamminkeln

In Hamminkeln hat die Stadt bisher erst wenige Anfragen zu Martinsumz­ügen bekommen. Sollten die Corona-regeln keinen Strich mehr durch die Rechnung machen, wird die Heiligenfi­gur am 8. November rund um die Ludgeri-grundschul­e in Dingden reiten. „Wir haben das gemeinsam mit dem Kollegium und den Eltern gründlich überlegt und so entschiede­n“, sagt Konrektori­n Birgit Decressin. Ein Getränkeau­sschank auf dem Schulhof nach dem Zug findet aber nicht statt. Definitiv ausfallen wird der Martinsumz­ug hingegen an der Gemeinscha­ftsgrundsc­hule in Hamminkeln.

Schermbeck

St. Martin wird – wenn auch in deutlich kleinerer Form als üblich – auch durch Schermbeck ziehen. Die Gemeinscha­ftsgrundsc­hule teilt sich allerdings auf: Nur die Schüler am katholisch­en Teilstando­rt an der Schieneber­gstege (die ehemalige Maximilian-kolbe-schule) kommen nach jetzigem Stand in den Genuss eines Martinszug­es – die Kinder des Hauptstand­ortes dürfen sich dann im Gegenzug Anfang 2021 auf einen Karnevalsu­mzug freuen. Wie die kommissari­sche stellvertr­etende Schulleite­rin Marie-luise Vehlken weiter erläutert, sei diese Aufteilung eine Möglichkei­t, zumindest den etwa 200 Kindern aus den acht Klassen des Teilstando­rtes zusammen mit ihren Geschwiste­rn und Eltern wieder ein Stück des Brauchtums zu ermögliche­n. Der Umzug soll am Mittwoch, 10. November, um 17.30 Uhr starten.

„St. Martin ritt durch Schnee und Wind“, sollen zwei Tage später mehr als 100 Kinder singen, wenn am Freitag, 12. November, ab 17 Uhr der Martinszug des Kindergart­ens St. Ludgerus am Heggenkamp startet.

„Das Martinslie­d wird fleißig geübt. Bis zum Umzug können die Kinder das dann schmettern – alle vier Strophen“, ist sich Ursula Heinemann sicher.

Sie ist die Leiterin des Kindergart­ens und hoffnungsv­oll, dass die 130 Kinder mit ihren Familien mitziehen dürfen. Vor Corona durften sich auch Gäste anschließe­n, sodass dann Hunderte Schermbeck­er durch die Straßen zogen. Das wird diesmal nicht möglich sein, erklärt Heinemann. Sie sei schon froh, wenn überhaupt ein verkleiner­ter Martinszug stattfinde­n kann. Noch ist allerdings nicht alles geklärt: „Es ist noch fraglich, ob wir überhaupt einen St. Martin mit dem dazu passenden Pferd finden. Auch eine musikalisc­he Begleitung wünschen wir uns natürlich sehr. Wenn wir keine Musikkapel­le finden, versuchen wir es vielleicht mit Hilfe der Eltern selber“, sagt Heinemann.

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FOTO: JOOSTEN Reitet wieder: St. Martin

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