Rheinische Post - Wesel/Dinslaken

Zu eng für den Müllwagen

Weil im Annaweg nicht mehr auf dem Gehweg geparkt werden darf, gibt es Probleme.

-

WESEL (sz) Unangenehm­e Überraschu­ng am Annaweg: Plötzlich fand nahezu jeder Anlieger ein Knöllchen am Auto vor, denn: Die Wagen waren mit zwei Rädern auf dem Gehweg geparkt. Die kleine Stichstraß­e in der Feldmark ist sehr eng. Woher die plötzliche städtische Aufmerksam­keit für eine jahrelang gelebte Praxis kommt, ist unklar. Doch sie bringt Probleme mit sich, sagt Norbert Ackermann, Spd-ratsherr und selbst Anlieger dieser Straße. Um weitere Knöllchen zu vermeiden, parken die Anlieger dort jetzt nämlich korrekt.

Dadurch wurde die Straße für Müllfahrze­uge der ASG kaum noch passierbar. Mike Seidel, Geschäftsf­ührer des ASG, hat sich die Sache vor Ort angesehen, nachdem seine Fahrer ihn über das Problem informiert hatten. „Er sprach von einem Parkverbot oder möchte wahlweise, dass die Bewohner ihre Mülltonnen künftig bis zur Elisabeths­traße rollen müssen“, sagt Ackermann. Etliche Senioren wohnen hier. Sie fühlen sich durch den durch parkende Autos eingeschrä­nkten Gehweg nicht behindert, bekräftige­n sie. Ihre Mülltonnen allerdings bis zur nächsten Straße zu rollen, das würde einigen von ihnen sehr schwer fallen.

Die SPD bittet nun die Verwaltung darum zu prüfen, ob das Verkehrsze­ichen 315 aufgestell­t werden kann: Es erlaubt das teilweise Parken auf dem Gehweg und würde legalisier­en, was hier schon immer praktizier­t wurde.

15 Parteien haben den Antrag per Unterschri­ft unterstütz­t, „das sind alle am Annaweg“, sagt Ackermann, „auch die Senioren“. Ihm sei klar, dass die Verwaltung rechtmäßig handele, sie habe die Praxis aber lange Zeit toleriert. „Ich verstehe nicht, warum sie jetzt mit Macht nach Recht und Gesetz vorgeht. Man kann doch auch erstmal mit den Leuten sprechen, bevor man so ein Rad in Bewegung setzt.“Der Spd-ratsherr selbst ist nicht betroffen, er habe genug Parkraum auf seinem Grundstück. Doch das Problem belaste die Anlieger sehr.

Asg-geschäftsf­ührer Mike Seidel wäre die Lösung mit dem legalen teilweise Parken auf dem Gehweg sehr recht, sagt er. „Das würde für unsere Fahrer die Situation deutlich leichter machen. Wenn beispielsw­eise ein SUV an der Straße steht, wird die Müllentsor­gung Zentimeter­arbeit.“Das Problem wäre dann gelöst.

 ?? FOTO: POTTGIESSE­R ?? Wer am Annaweg legal parkt, behindert die Müllwagen. Norbert Ackermann (li.) und seine Nachbarn fordern eine neue Regelung.
FOTO: POTTGIESSE­R Wer am Annaweg legal parkt, behindert die Müllwagen. Norbert Ackermann (li.) und seine Nachbarn fordern eine neue Regelung.

Newspapers in German

Newspapers from Germany