App führt Aus­flüg­ler zu Bag­ger­se­en am Nie­der­rhein

Rheinische Post Wesel - - AN RHEIN UND LIPPE -

WE­SEL (sz) Nord- und Süd­see Xanten, die kennt man weit über die Re­gi­on hin­aus, und auch der We­seler Au­e­see ist ein be­lieb­tes Aus­flugs­ziel. Doch es gibt mehr Bag­ger­se­en am Nie­der­rhein, die ei­nen Aus­flug loh­nen – 18, um ge­nau zu sein, in zehn Kom­mu­nen. Ei­ni­ge da­von sind eher un­be­kannt. Die Initia­ti­ve „Zu­kunft Nie­der­rhein“, ei­ne Ge­mein­schaft von 13 Sand- und Kies­un­ter­neh­men, will das jetzt än­dern. Mit der kos­ten­lo­sen App „Bag­ger­se­enGui­de Nie­der­rhein“gibt sie Aus­flüg­lern ei­nen aus­führ­li­chen Füh­rer an die Hand.

Ge­gen­über der 2013 er­schie­nen Falt­kar­te ist der neue Bag­ger­see­füh­rer ak­tu­el­ler und in­for­ma­ti­ver – zu­dem hat bei­na­he je­der ein Smart­pho­ne da­bei; mit dem Plan auf dem Fahr­rad zu han­tie­ren, hat­te sich als kom­pli­ziert her­aus­ge­stellt. Für je­den ein­zel­nen See ist nun auf dem Han­dy auf­ge­führt, wel­che Ak­ti­vi­tä­ten dort mög­lich sind, Gas­tro­no­mie und Frei­zeit­an­ge­bo­te sind zu­meist ver­linkt. Die wich­tigs­ten In­for­ma­tio­nen zu den Se­en und Nah­er­ho­lungs­ge­bie­ten sind in dem Füh­rer zu­sam­men­ge­fasst. Weil die App mit Goog­le-Maps und App­leKar­ten ar­bei­tet, kön­nen sich die Nut­zer per Na­vi­ga­tor zum See lot­sen las­sen. In der Re­gel führt er zum nächst ge­le­ge­nen Park­platz.

Fil­ter­op­tio­nen er­mög­li­chen es, ein Ge­wäs­ser für die in­di­vi­du­el­len Be­dürf­nis­se zu fin­den, Surf­se­en bei­spiels­wei­se ge­zielt zu su­chen, oder auch Na­tur­schutz­ge­bie­te. Üb­ri­gens ist auch der Lip­pe-Mün­dungs­raum Teil der App, ob­schon kein See. Un­ter den Ka­te­go­ri­en Schwim­men, Wan­dern, Rad­fah­ren, Fuß­ball­platz, Gril­len, Gas­tro­no­mie und an­de­ren kön­nen Nut­zer das pas­sen­de Aus­flugs­ziel aus­wäh­len.

Ei­ner­seits be­trei­ben die mit­un­ter stark in der Kri­tik ste­hen­den Kies­un­ter­neh­men mit die­ser App Image­pfle­ge: Die Be­liebt­heit des Nie­der­rheins lie­ge nicht zu­letzt in den zahl­rei­chen durch die Kies­in­dus­trie ent­stan­de­nen Se­en be­grün­det, so Chris­ti­an Strunk, Ko­or­di­na­tor der Initia­ti­ve. Doch es steckt noch ei­ne an­de­re Idee da­hin­ter. „Wir schaf­fen auch ei­ne Art Ven­til für die Tou­ris­ten“, er­läu­tert Bea­te Bö­ckels von Ho­lem­ans: Die App be­wirbt die frei zu­gäng­li­chen Bag­ger­se­en in der Hoff­nung, dass die üb­ri­gen, bei de­nen der Zu­tritt ver­bo­ten ist, ver­schont blei­ben. „Wir wünsch­ten uns schon, die Men­schen wür­den un­se­re Zäu­ne re­spek­tie­ren“, sagt sie.

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