Not­strom über Pho­to­vol­ta­ik

Die Hammin­kel­ner Feu­er­wehr nahm jetzt ihr neu­es Ag­gre­gat in Be­trieb.

Rheinische Post Wesel - - HAMMINKELN, SCHERMBECK & HÜNXE -

HAMMINKELN (cbr) Schon seit ei­ni­ger Zeit ver­sucht die Ge­mein­de Hamminkeln, beim Kli­ma­schutz Ak­zen­te zu set­zen. Des­halb nahm sich die Ver­wal­tung vor, auch das Not­strom­ag­gre­gat der Feu­er­wehr nicht mehr über Die­sel­ge­ne­ra­to­ren lau­fen zu las­sen, son­dern als ei­nes der ers­ten mit Pho­to­vol­ta­ik zu be­trei­ben. Die Idee kam Elek­tri­ker Micha­el van der Lin­de vom städ­ti­schen Bau­hof. Schnell fand sich ein ört­li­ches Un­ter­neh­men, das das in­no­va­ti­ve Pro­jekt um­setzt: Die Fir­ma DuSo­la­ris ist ein be­währ­ter Part­ner, be­treibt sie doch zahl­rei­che Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen und Strom­spei­cher im Stadt­ge­biet.

Ge­nau das be­nö­tigt ei­ne Not­strom­ver­sor­gung: Strom­er­zeu­gung und Spei­che­rung. Im Fall der Feu­er­wehr gilt es, zwei Ge­bäu­de im Not­fall un­ab­hän­gig vom Strom­netz zu ma­chen: Das Feu­er­wehr­haus be­nö­tigt 14.000 Ki­lo­watt­stun­den pro Jahr, die neue Ret­tungs­wa­che wird et­wa 12.000 Ki­lo­watt­stun­den ver­brau­chen. Ziel ist ei­ne un­be­grenz­te Ver­sor­gung, da ge­ra­de im Not­fall die ge­sam­te Ge­mein­de auf ei­ne funk­tio­nie­ren­de Feu­er­wehr an­ge­wie­sen sein kann. Mit die­sen Vor­ga­ben und der Maß­ga­be, die Ver­sor­gung aus re­ge­ne­ra­ti­ver Ener­gie zu ge­währ­leis­ten, mach­te sich DuSo­la­ris ans Werk. „Vor­aus­set­zung, so ein Pro­jekt er­folg­reich um­zu­set­zen, ist die Ko­ope­ra­ti­on der Ver­wal­tung und die Un­ter­stüt­zung durch den Bür­ger­meis­ter“, so Fir­men­chef Oli­ver Duhr. Dies sei nicht selbst­ver­ständ­lich. „Es ist wich­tig, auf lo­ka­le Part­ner zu set­zen, um im Not­fall schnell Re­pa­ra­tu­ren durch­füh­ren zu kön­nen.“

Min­des­tens vier St­un­den bei Kom­plett­aus­las­tung hal­ten die Spei­cher im Kel­ler des Feu­er­wehr­hau­ses die Feu­er­wehr nun voll funk­ti­ons­fä­hig, und das bei völ­li­ger Dun­kel­heit: Am Tag wird durch die Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge auf dem Dach neu­er Strom pro­du­ziert. Über­schüs­si­ger Strom wird ins öf­fent­li- che Netz ein­ge­stellt. Der Clou: Im äu­ßers­ten Not­fall kön­nen die vor­han­de­nen Die­sel-Ag­gre­ga­te von den Feu­er­wehr­au­tos an die An­la­ge an­ge­schlos­sen wer­den.

„Der Kli­ma­schutz soll­te auch in klei­ne­ren Kom­mu­nen wie Hamminkeln oben ste­hen“, be­tont Bür­ger­meis­ter Bernd Ro­man­ski. Was in Hamminkeln mög­lich sei, wer­de auch auf grö­ße­re Kom­mu­nen aus­strah­len, ist er über­zeugt. Ein Mit­ar­bei­ter der aus­füh­ren­den Fir­ma Te­kloth aus Bocholt schal­te­te jetzt die Feu­er­wehr vom öf­fent­li­chen Strom­netz ab – kei­ne sie­ben Se­kun­den spä­ter ging das Licht wie­der an und die An­la­ge war in Be­trieb ge­nom­men. Feu­er­tau­fe be­stan­den!

FO­TO: HER­MANN

Bür­ger­meis­ter Bernd Ro­man­ski, Oli­ver Duhr und Bern­hard Pay­er (von links) ge­ben den sym­bo­li­schen Start­schuss.

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