We­seler Land­wir­te in Sor­ge we­gen Nie­der­rhein-Wolf

Rheinische Post Wesel - - An Rhein Und Lippe -

WE­SEL (P. H.) Die Angst vor dem Wolf geht auch un­ter We­seler Land­wir­ten um. Am Ran­de ei­nes Be­suchs der We­seler Wirt­schafts­po­li­ti­ker auf dem Lühls­hof in Ob­rig­ho­ven mel­de­te sich Mar­tin Gim­ken aus Bis­lich zu Wort und for­der­te die Stadt We­sel auf, sich Ge­dan­ken zum The­ma zu ma­chen. „Schutz­zäu­ne hal­ten kei­nen Wolf auf“, sag­te er und ver­wies auf die elf to­ten Dam­hir­sche in Hün­xe, die von ei­nem zwei Me­ter ho­hen Zaun um­ge­ben wa­ren. Und er warn­te vor der Ge­fahr, dass die Wei­de­tier­hal­tung kom­plett auf­ge­ge­ben wer­de, wenn sich der Wolf hier auf Dau­er an­sie­de­le. „Dann kommt ir­gend­wann der Vieh­wa­gen und bringt die Scha­fe zum Schlach­ter“, mahn­te Gim­ken. Hob­by­züch­ter könn­ten nicht – wie et­wa in der Lü­ne­bur­ger Hei­de – ih­re Tie­re abends rein­ho­len und mor­gens wie­der raus­las­sen. Da­zu hät­ten sie auch gar nicht die nö­ti­gen Stal­lun­gen. Ger­rit Kor­te, Be­zirks- und Kreis­ge­schäfts­füh­rer der Kreis­bau­ern­schaft, gab zu be­den­ken, dass die Kos­ten­fra­ge für die nö­ti­gen Wolfs­schutz­zäu­ne noch im­mer nicht ge­klärt sei. Auch bei der zu­stän­di­gen Stel­le, der Land­wirt­schafts­kam­mer in Müns­ter, ge­be es noch Un­klar­hei­ten. Prak­ti­ka­bler wä­ren Her­den­schutz­hun­de. Die sei­en al­ler­dings mit 3000 bis 5000 Eu­ro recht teu­er und für ei­ne Her­de müss­ten zwei die­ser Vier­bei­ner her. Die­se Hun­de ver­tei­dig­ten aber ih­re Scha­fe der­art, dass sie zäh­ne­flet­schend am Zaun stün­den, wenn an­de­re Hun­de vor­bei­gin­gen. Bür­ger­meis­te­rin Ul­ri­ke West­kamp ver­wies auf den Kreis We­sel.

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