Kri­tik an Plä­nen für den Kies­ab­bau im Kreis

Udo Bo­ven­kerk in­for­mier­te über die In­hal­te des Re­gio­nal­plans Ruhr. Die Ein­wen­dungs­frist en­det am 28. Fe­bru­ar 2019.

Rheinische Post Wesel - - Wesel - VON FLO­RI­AN LANG­HOFF

HAMMIN­KELN „Wir könn­ten da, wo wir jetzt sit­zen, in Zu­kunft auf ei­ner Halb­in­sel sein“, sagt Udo Bo­ven­kerk im Ver­eins­heim des Grün-Weiß Lan­kern. Ein Rau­nen geht durch den mit Zu­hö­rern dicht ge­füll­ten Raum, als der Spre­cher der CDU-Frak­ti­on im Pla­nungs­aus­schuss des Re­gio­nal­ver­bands Ruhr (RVR) und Vor­sit­zen­de des Pla­nungs- und Um­welt­aus­schus­ses des Krei­ses We­sel auf die ent­spre­chen­de Stel­le auf ei­ner Kar­te zeigt. Die zeigt die Än­de­run­gen, die der Re­gio­nal­plan Ruhr bei Ge­bie­ten für mög­li­che Aus­kie­sun­gen vor­sieht.

Im Ver­gleich zum Ge­biets­ent­wick­lungs­plan aus dem Jahr 1999 hat sich da zwi­schen Lan­kern und Loi­kum ei­ni­ges ver­än­dert. Wo der al­te Plan noch zwei Flä­chen zur Aus­kie­sung vor­sieht, ist im neu­en Plan nur noch ei­ne gro­ße Flä­che ent­hal­ten, die auf der Lan­ker­ner Sei­te liegt und we­sent­lich grö­ßer ist als die bei­den bis­her vor­ge­se­he­nen Flä­chen. „War­um das so ist, ha­be ich selbst noch nicht her­aus­ge­fun­den“, sagt Udo Bo­ven­kerk. Da­bei ist der Plan erst­mal ei­ne Grund­la­ge da­für, wo aus­ge­kiest wer­den dürf­te. „Das heißt nicht, dass das auch so pas­siert“, so Bo­ven­kerk wei­ter.

Im Pu­bli­kum ist man eher dar­über ver­wun­dert, dass man über­haupt im Kreis We­sel so viel Kies ab­bau­en muss, erst recht, wenn die­ser dann über die Gren­ze in die Nie­der­lan­de ex­por­tiert wer­de. „Den frei­en Han­del wird man nicht ver­hin­dern kön­nen“, meint Udo Bo­ven­kerk. „Aber man kann den Kies hier teu­rer ma­chen.“Für ihn wä­re ei­ne lang­sa­me Ab­schmel­zung der Aus­kie­sun­gen, die das An­ge­bot ver­knappt und da­mit den Preis er­hö­hen wür­de, ei­ne ers­te Maß­nah­me, die dem Bei­spiel des Koh­le­aus­stiegs fol­gen könn­te. Zu­sätz­li­che Maß­nah­men wä­ren ein Kies-Eu­ro, der von den Un­ter­neh­men ge­zahlt wer­den müss­te und in nach­hal­ti­ge Gestal­tungs­pro­jek­te flie­ßen könn­te.

Im kon­kre­ten Fall for­dert man schon von Sei­ten des Krei­ses We­sel die Bei­be­hal­tung des Ge­biets­ent­wick­lungs­pla­nes von 1999. „Das ist un­se­re Ma­xi­mal­for­de­rung“, sagt Bo­ven­kerk. Wei­te­re Ein­wen­dun­gen ge­gen die Än­de­run­gen, die der Re­gio­nal­plan Ruhr vor­sieht, könn­ten von den Bür­gern vor Ort kom­men oder vom Rat Hammin­keln. „Dort müss­te man ih­re Be­den­ken in ei­ne Stel­lung­nah­me ei­n­ar­bei­ten. Aber sie kön­nen die­se auch selbst an den RVR schi­cken“, er­klärt Bo­ven­kerk.

Al­ler­dings bleibt da­für nicht mehr all­zu viel Zeit. Die Frist für Ein­wen­dun­gen en­det für Kom­mu­nen und Bür­ger glei­cher­ma­ßen am 28. Fe­bru­ar 2019. Die von ei­ni­gen An­we­sen­den ge­for­der­te kom­plet­te Ver­hin­de­rung von Kies­ab­bau in der Ge­gend könn­te al­ler­dings nur schwie­rig um­zu­set­zen sein, warnt Udo Bo­ven­kerk.

FO­TO: POTTGIESSER

Bern­hard Bor­gers, Jo­han­nes Hoff­mann und Udo Bo­ven­kerk in­for­mier­ten im Heim von GW Lan­kern über die Aus­kie­sungs­flä­chen im Re­gio­nal­plan Ruhr.

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