Rat lehnt neu­en Rad­weg an der L 480 ab

Im Zu­ge des Neu­baus der Bahn­brü­cke wird es kei­nen För­der­an­trag für ei­ne Ra­d­rou­te di­rekt an der Land­stra­ße ge­ben. CDU, Grü­ne und FDP fehlt der Nach­weis für den Nut­zen.

Rheinische Post Wesel - - Hamminkeln - VON THO­MAS HES­SE

HAMMIN­KELN Bei den Kom­mu­nen herrscht die Vor­stel­lung, im­mer dann Pro­jek­te zu be­an­tra­gen, wenn För­der­geld winkt. Hammin­kelns Rat macht kei­ne Aus­nah­me an der Land­stra­ße 480. Hier hat­ten SPD und CDU aus We­sel, wie so häu­fig in ein­heit­li­cher Li­nie, ge­mein­sam ge­for­dert, ei­nen An­trag auf Lü­cken­schluss des Rad­we­ges ent­lang der L 480 zu stel­len. Da­mit wä­re För­der­geld für Rad­we­ge­neu­bau in un­be­stimm­ter Zu­kunft mög­lich ge­we­sen. Noch im Haupt­aus­schuss schien es mit ei­ner Stim­me Mehr­heit da­nach aus­zu­se­hen, dass Hammin­keln den We­selern folgt. Im Rat schwenk­ten die Grü­nen um und schlos­sen sich der Ar­gu­men­ta­ti­on von CDU und FDP an, dass es kei­ne be­leg­ba­ren Da­ten zum Be­darf für die 1,6-Mil­lio­nen-Eu­ro-In­ver­sti­ti­on ge­be und lehn­ten ab. SPD, USD und Bür­ger­meis­ter Bernd Ro­man­ski wa­ren der Mei­nung, dass man die Chan­ce auf För­der­geld nicht auf­ge­ben darf.

Es geht um die neue Ei­sen­bahn­brü­cke zwi­schen Hammin­keln und Diers­fordt, die den Bahn­über­gang bei Mut­ter Busch er­setzt. Sie ist mit ei­nem Beid­rich­tungs­rad­weg ver­se­hen, der kei­nen di­rek­ten An­schluss an der L480 hat. Auf den ers­ten Blick wirkt das wie ein Schild­bür­ger­streich. Doch auf Hammin­kel­ner Sei­te ist die Zu­fahrt zur Diers­ford­ter Stra­ße aus­ge­schil­dert und schnell, in Rich­tung Schwar­zes Was­ser/ Diers­fordt sind Heu­weg und Kas­ta­ni­en­stra­ße für Rad­ler gut ge­eig­net.

Ei­ne di­rek­te Rad­schnell­ver­bin­dung von Hammin­keln bis zur B8 gibt es aber nicht. Im Zei­chen der Ver­kehrs­wen­de wür­de die­se ge­för­dert. Doch ist die Rou­te zwi­schen Dör­fern kaum fre­quen­tiert von Rad­fah­rern, die zur Ar­beits­stel­le wol­len. Zu­min­dest gibt es da­für kei­ne Zah­len, und Ro­man­ski sag­te, dass die Ver­wal­tung auch nicht in der La­ge sei, Da­ten zu nen­nen. Rad­tou­ris­ten, das ist klar, neh­men eh die idyl­li­sche Wald­stre­cke.

So­wohl Die­ter Wig­ger (CDU), der auch noch Hammin­kel­ner Ei­gen­an­teil ver­mu­te­te, Sil­ke West­er­hoff (FDP) als auch Jo­han­nes Flas­win­kel (Grü­ne) zeig­ten kei­ne Nei­gung, Geld ein­zu­set­zen oh­ne Kennt­nis von mög­li­cher Nut­zer­fre­quenz. Das gel­te auch für Geld, dass aus Steu­er­mit­teln des Lan­des stam­me. Jörg Adams (SPD) ver­stand die Welt nicht mehr, es ge­he dar­um, För­der­mit­tel zu ak­qui­rie­ren, und wenn dies Hammin­keln nicht tue, wür­den an­de­re Städ­te den Zu­schlag be­kom­men. Ro­man­ski warf ein, dass ein neu­er Rad­weg „Hun­der­te Be­woh­ner an­schlie­ßen wür­de“– al­ler­dings oh­ne nach­voll­zieh­ba­re Be­grün­dung. Die Mehr­heit ge­gen den För­der­an­trag kam zu­stan­de, weil die Ach­se CDU-Grü­ne wie so oft hielt. Ob­wohl Flas­win­kel be­kann­te: „Mir fällt es schwer, die­sen Rad­weg ab­zu­leh­nen.“

In der De­bat­te rich­te­ten al­le Frak­tio­nen lie­ber den Blick auf den Zu­stand be­ste­hen­der Rad­we­ge, die wie die Ver­bin­dung Mehrhoog-Hammin­keln in schlech­ter Ver­fas­sung sind, oder wo Lü­cken­schlüs­se mit vor­han­de­nem Be­darf aus­ste­hen, wie et­wa Loi­kum-Ding­den, der Bür­ger­rad­weg Wer­t­her­bruch-Mus­sum oder die Ver­bin­dung Brü­nen-Hammin­keln. Hier gibt es vie­le Be­rufs­pend­ler, die mit dem Rad zum Job wol­len, aber kein oder ein­ge­schränk­tes We­ge­an­ge­bot. Hier müss­te die Stadt die Si­tua­ti­on ver­bes­sern, nicht an ei­ner Rand­la­ge durch den Wald wie an der L 480, hieß es.

Im­mer­hin: Der Bür­ger­meis­ter ver­kün­de­te, dass die Rad­stre­cke Mehrhoog-Hammin­keln 2019 aus­ge­bes­sert wer­de. Dies ha­be er von Stra­ßen NRW er­fah­ren. Flas­win­kel hat­te hier Bo­den­wel­len be­klagt, dass „es ei­nen aus dem Sat­tel wirft“.

FO­TO: AUF

Die­ser Rad­weg auf der Be­tu­we­brü­cke an der Diers­ford­ter Stra­ße en­det auf bei­den Sei­ten im Nir­gend­wo.

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