Ei­ne ein­ge­schwo­re­ne Ge­mein­schaft

190 Kin­der und Ju­gend­li­che le­ben der­zeit das „Aben­teu­er Pfad­fin­der“in Scherm­beck. Mit Feu­er­zan­gen­bow­le am Ka­min tra­fen sich Stam­mes­mit­glie­der jetzt zum letz­ten Mal in die­sem Jahr und schwelg­ten in Er­in­ne­run­gen.

Rheinische Post Wesel - - Schermbeck / Hünxe -

SCHERM­BECK (geg) „An­feu­ern“heißt ei­ne Ak­ti­on, die an je­dem drit­ten Don­ners­tag im Mo­nat bei den Pfad­fin­dern statt­fin­det. Ein­ge­la­den da­zu sind al­le, die sich für die Ar­beit der Pfad­fin­der in­ter­es­sie­ren. Im De­zem­ber wird es je­des­mal be­son­ders ge­müt­lich, denn dann wird bei Feu­er­zan­gen­bow­le und knis­tern­dem Ka­min­feu­er noch­mal auf das Jahr ge­schaut, über dies und das ge­plau­dert.

An­ge­nom­men wer­den die­se Tref­fen, die bei schö­nem Wet­ter na­tür­lich vor der Tür am La­ger­feu­er statt­fin­den, mit ganz un­ter­schied­li­cher Re­so­nanz. In Zu­kunft soll es des­halb quar­tals­wei­se statt­fin­den. Auf Wunsch vie­ler Ehe­ma­li­ger wur­de der Wo­chen­tag von Don­ners­tag­auf den Frei­tag­abend ver­legt. Das ers­te Mal trifft man sich im neu­en Jahr am 18. Ja­nu­ar.

Stam­mes­lei­te­rin Na­di­ne An­schütz ist mit der Ent­wick­lung der Mit­glie­der­zah­len, die kon­ti­nu­ier­lich stei­gen, mehr als zu­frie­den. Wa­ren es Os­tern 2017 noch 140 Mit­glie­der sind es heu­te 190 Kin­der und Ju­gend­li­che, die das Aben­teu­er Pfad­fin­der in Scherm­beck le­ben. „Für uns al­le war und ist das viel eh­ren­amt­li­che Ar­beit, denn ne­ben dem Ju­bi­lä­um in 2017 und den re­gel­mä­ßi­gen Trupp­stun­den ha­ben wir uns auch um die Pfle­ge der Au­ßen­an­la­gen und des Ge­bäu­de zu küm­mern,“so An­schütz.

Hin­zu kam über ei­nen län­ge­ren Zei­t­raum noch die stän­di­ge Spon­so­ren­su­che zum Bei­spiel für ei­ne neue Kü­che, oder die Re­stau­rie­rung des Par­kett­bo­dens und vie­les mehr. Der Zahn der Zeit nagt auch am Pfad­fin­der­haus und mach­te stre­cken­wei­se Sor­gen. Die Lei­te­rin er­in­nert sich: „Ei­ne Zeit lang muss­ten wir im­mer wie­der Ge­schäfts­leu­te um fi­nan­zi­el­le Hil­fe bit­ten, die wur­de uns zwar nicht ver­wehrt, im Ge­gen­teil, aber das war für uns nicht so toll.“

Und trotz­dem ha­ben die Ver­ant­wort­li­chen in ih­rem Be­mü­hen, die­se Form der Kin­der- und Ju­gend­ar­beit im Ort zu er­hal­ten, nicht auf­ge­ge­ben, sind dran ge­blie­ben, auch wenn sich wie­der ein „neu­es Loch“auf­tat. Es hat sich aus­ge­zahlt, wie die Ent­wick­lung der Mit­glie­der­zah­len zeigt.

Die 40-Jäh­ri­ge kann sich ein Le­ben oh­ne die Pfad­fin­der nicht mehr vor­stel­len. Denn im­mer­hin ist sie seit ih­rem ach­ten Le­bens­jahr da­bei. „Mein Bru­der sag­te da­mals, dass ich da mal hin­ge­hen soll, die wä­ren lus­tig“, be­rich­tet sie la­chend. Das mach­te sie dann auch und blieb.

Marc An­schütz kam durch ein Som­mer­la­ger zum Stamm Scherm­beck. „Mei­ne El­tern ha­ben mich da an­ge­mel­det, mich in den Bus ge­setzt und ich hat­te Spaß“, er­in­nert er sich. Hil­mar Em­me­rich, heu­te 46 Jah­re alt, spricht von ei­ner be­son­de­ren Fas­zi­na­ti­on, die das Le­ben bei den Pfad­fin­dern für ihn hat­te. Er schätzt die Welt­of­fen­heit, den Grup­pen­zu­sam­men­halt, das Le­ben von Wer­ten und frei sein zu kön­nen. „Wir konn­ten – und das ist heu­te auch noch so – uns oh­ne Gren­zen, aber na­tür­lich im Rah­men der Re­geln aus­pro­bie­ren, ei­ge­ne Aben­teu­er er­le­ben.“Das sei es, was ihn auch heu­te noch zu spo­ra­di­schen Be­su­chen bei den Scherm­be­cker Pfad­fin­dern führt.

FO­TO: ER­WIN POTTGIESSER

Fast wie am La­ger­feu­er (von links): In­go Ha­mich, An­ne­ma­rie Schüß­ler, Na­di­ne An­schü­zu, Jan San­der, Hil­mar Em­me­rich, Marc An­schütz und Alex­an­der Hupprich beim letz­ten An­feu­ern 2018 im Pfad­fin­der­haus.

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