„Knast“als Vor­zei­ge­ob­jekt der Ge­sund­heit

Die Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt in Mo­ers ist Vor­rei­ter mit ei­nem Ge­sund­heits­pro­gramm, um Stress der Mit­ar­bei­ter vor­zu­beu­gen. Da­für wur­de sie vom Ar­beits- und Ge­sund­heits­mi­nis­ter aus­ge­zeich­net.

Rheinische Post Xanten - - REGION NIEDERRHEIN - VON PE­TER GOTT­SCHLICH

NIE­DER­RHEIN Zwei Un­ter­neh­men aus Mo­ers und ei­nes aus Duis­burg wur­den jetzt vom Ge­sund­heits­netz­werk Nie­der­rhein aus­ge­zeich­net. In Duis­burg han­delt es sich um die Duis­bur­ger Ver­sor­gungs- und Ver­kehrs­ge­sell­schaft (DVV), das Dach­un­ter­neh­men der Duis­bur­ger Ver­kehrs­ge­sell­schaft ( DVG) und der Duis­bur­ger Stadt­wer­ke, in Mo­ers um die Well­kis­ten­fa­brik Fritz Pe­ters mit 140 Mit­ar­bei­tern, so­wie um die Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt.

Die­se schau­ten sich vier Ju­ry­mit­glie­der des Ge­sund­heits­netz­werks Nie­der­rhein an, in der vor al­lem Frei­gän­ger ih­re letz­ten Jah­re ver­brin­gen, be­vor sie ins nor­ma­le Le­ben zu­rück­keh­ren. „Die Bü­ros sind per­sön­lich ein­ge­rich­tet“, sagt Ju­ry­mit­glied und Di­plom-Ar­beits­wis­sen­schaft­le­rin Dag­mar Sie­be­cke vom Duis­bur­ger Bur­non-Zen­trum. „In ei­nem Ge­fäng­nis sind die Mit­ar­bei­ter ei­ner ho­hen psy­chi­schen Be­las­tung aus­ge­setzt. Be­las­tung und Stress kön­nen sie in ei­ner an­ge­neh­men At­mo­sphä­re leich­ter er­tra­gen.“

Da das Ge­fäng­nis sei­nen Mit­ar­bei­tern au­ßer­dem Ge­sprächs- und Sport­an­ge­bo­te bie­tet, ent­schie­den sie und die an­de­ren Ju­ry­mit­glie­der, es für sei­ne Vor­rei­ter­rol­le bei der Ge­sund­heit mit ei­nem Son­der­preis „be­triebs­ge­sund“aus­zu­zeich­nen. Die­se Aus­zeich­nung über­reich­ten sie so­wie Lan­des­ar­beits- und Ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl-Jo­sef Lau­mann an die Lei­te­rin Bri­git­te Kerz­lSt­ein­kell­ner, die ih­re lei­ten­den Mit­ar­bei­ter zu der Eh­rung nach Kam­pLint­fort im Wel­lings Park­ho­tel mit­ge­nom­men hat­te. Schließ­lich fin­det der Preis, der zum zwei­ten Mal ver­ge­ben wur­de, lan­des­weit Be­ach­tung, weil er die Ge­sund­heits­för­de­rung von Un­ter­neh­men in den Blick nimmt und nicht die Krank­heits- quo­te. „Lei­der führt die Prä­ven­ti­on ein Schat­ten­da­sein“, sag­te der Mi­nis­ter. „Mit­ar­bei­ter ar­bei­ten bes­ser, wenn sie ge­sund le­ben und das Be­triebs­kli­ma stimmt. Ge­sund­heits­prä­ven­ti­on und Sport­an­ge­bo­te sind ein Bei­trag zur Fach­kräf­te­si­che­rung. Es herrscht ja schon jetzt ein Fach­kräf­te­man­gel, der in den nächs­ten Jah­ren nicht ge­rin­ger wer­den dürf­te.“

Wie der 60-jäh­ri­ge Christ­de­mo­krat, der zu den Son­die­rungs­ge­sprä­chen zu ei­ner Ja­mai­ka-Ko­ali­ti­on in Ber­lin war und das Schei­tern als „nicht ein­zu­se­hen“be­schrieb, sa­hen es am Mitt­woch­abend die Un­ter­neh­mer. „Un­se­re Ak­ti­on ,Dei­ne Ge­sund­heit ist uns wich­tig‘ trägt da­zu bei, dass Ar­beits­kli­ma und Mo­ti­va­ti­on spür­bar stei­gen“, sag­te Win­fried Flem­mer, Ge­schäfts­füh­rer der Well­kis­ten­fa­brik Fritz Pe­ters. „Da­mit nimmt auch die Leis­tung zu.“

Ins Le­ben ge­ru­fen hat den Preis die Volks­bank Nie­der­rhein zu­sam­men mit der Nie­der­rhei­ni­schen In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) in Duis­burg, zu der auch die Krei­se We­sel und Kle­ve ge­hö­ren, so­wie den Kran­ken­kas­sen AOK Rhein­lan­dHam­burg und Bar­mer.

FO­TO: FI­SCHER

Lan­des­ar­beits- und Ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl-Jo­sef Lau­mann.

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