Fünf Sechst­kläss­ler im Le­se­wett­kampf

Vier Mäd­chen und ein Jun­ge nah­men am Gym­na­si­um Adol­fi­num am Vor­le­se­wett­be­werb teil. Sie­ge­rin wur­de schließ­lich Jo­a­na.

Rheinische Post Xanten - - Moers - VON JUT­TA LANGHOFF

MO­ERS Le­sen kön­nen wir al­le, aber gut vor­zu­le­sen ist ei­ne Kunst. Das gilt um­so mehr für jun­ge Vor­le­ser. In die­sem Fall für die fünf Sechst­kläss­ler, die im dies­jäh­ri­gen Vor­le­se­wett­be­werb des Gym­na­si­ums Adol­fi­num ge­gen­ein­an­der an­tra­ten.

Al­le fünf hat­ten sich be­reits zu­vor in ih­ren je­wei­li­gen Klas­sen qua­li­fi­zie­ren kön­nen. Jetzt ging es nicht nur um den Schul­sie­ger, son­dern auch dar­um, wel­cher Vor­le­ser oder wel­che Vor­le­se­rin das Adol­fi­num in den nach­fol­gen­den Be­zirks-, Kreis-, Lan­des oder gar Bun­des­wett­be­wer­ben ver­tre­ten wird. „Letz­te­res ist uns lei­der bis­her noch nie ge­lun­gen, aber ein­mal war ei­ner un­se­rer Kan­di­da­ten schon ganz nah dran“, sag­te Deutsch­leh­re­rin Bar­ba­ra Reiss, die den schul­ei­ge­nen Wett­be­werb in die­sem Jahr mit ih­rer Kol­le­gin Maren Kö­nig or­ga­ni­siert hat­te.

Die Re­geln wa­ren wie im­mer klar. Al­le fünf Kan­di­da­ten hat­ten die Mög­lich­keit, ihr Kön­nen zwei­mal un­ter Be­weis zu stel­len. Beim ers­ten Mal fünf Mi­nu­ten lang mit ei­nem selbst ge­wähl­ten Text, und beim zwei­ten Mal mit ei­ner drei­mi­nü­ti­gen, un­be­kann­ten Le­se­pas­sa­ge aus dem von Bar­ba­ra Reiss und Maren Kö­nig zur Ver­fü­gung ge­stell­ten Ju­gend­buch „Po­lar­bären­ent­de­cker“von Alex Bell. Da­bei wur­den in bei­den Fäl­len so­wohl die Vor­le­se­tech­nik als auch die In­ter­pre­ta­ti­on und im ers­ten Fall zu­sätz­lich auch noch die Aus­wahl der Tex­te von ei­ner fünf­köp­fi­gen Ju­ry be­ur­teilt.

Die be­stand dies­mal aus je­weils ei­ner Ver­tre­te­rin der Mo­er­ser Stadt­bi­blio­thek, der ört­li­chen Tha­lia-Buch­hand­lung und der Rhei­ni­schen Post, so­wie dem ehe­ma­li­gen Adol­fi­num-Schul­spre­cher Jan Püt­ter und der Vor­jah­res­sie­ge­rin Mar­le­ne Schmitz. Die für je­de Ka­te­go­rie zu ver­ge­ben­de An­zahl der Wer­tungs­punk­te reich­te von eins bis fünf, wo­bei der In­ter­pre­ta­ti­on der Tex­te in der ab­schlie­ßen­den Ju­ry-Be­spre­chung je­doch ei­ne be­son­ders ho­he Wer­tig­keit zu­fiel.

Am En­de setz­te sich, al­ler­dings mit nur ganz win­zi­gen Un­ter­schie­den, Jo­a­na ge­gen ih­re drei Mit­be­wer­be­rin­nen He­le­na, Fio­na, Gioia und den ein­zi­gen Jun­gen Mi­ka durch. „Toll, da­mit hat­te ich nicht ge­rech­net“, freu­te sich die Sie­ge­rin, nach­dem sie mit ei­nem Lä­cheln ih­re Sie­ger­ur­kun­de und ei­nen Scho­ko­la­den-Weih­nachts­mann in Emp­fang ge­nom­men hat­te. Gut 14 Ta­ge lang hat­te sie für die­sen Wett­be­werb ge­übt, er­klär­te sie an­schlie­ßend. Aber sie sei auch sonst ei­ne flei­ßi­ge Le­se­rin: „Beim Le­sen kann man sich ein­fach ganz wun­der­bar in die je­wei­li­gen Per­so­nen ver­set­zen“, be­schrieb sie den für sie wich­tigs­ten Reiz ih­res Hob­bys.

Die an­de­ren vier Vor­le­se­rin­nen und Vor­le­ser er­hiel­ten eben­falls ei­ne Ur­kun­de und ei­ne sü­ße Be­loh­nung. „Un­se­re Ent­schei­dung ist uns dies­mal wirk­lich sehr schwer ge­fal­len“, trös­te­te sie Reiss. „Ihr seid al­le Zwei­te ge­wor­den.“

RP-FO­TO: CHRIS­TOPH REICH­WEIN

Die elf­jäh­ri­ge He­le­na We­ber liest vor den an­de­ren Schü­lern und der Ju­ry.

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