Kampf ge­gen Woh­nen am Kies-Kra­ter

Am Flug­ha­fen auf der Bön­ninghardt lan­den in die­sen Ta­gen im­mer wie­der Po­li­ti­ker, um die An­woh­ner im Kampf ge­gen Kies­bag­ger zu un­ter­stüt­zen. Jetzt war die FDP da.

Rheinische Post Xanten - - Bote Für Stadt Und Land - VON BERNFRIED PAUS RP-FO­TO: REICH­WEIN

AL­PEN Der Be­griff „Tro­cken­ab­gra­bung“ver­heißt auf der Bön­ninghardt auch bei nie­der­rhei­ni­schem Schmud­del­wet­ter nichts Gu­tes. Nie­sel­re­gen und Wind lässt das, was der Be­griff hier in­zwi­schen wie­der an Schre­cken ver­brei­tet, den Tou­ris­ten­strom um­trie­bi­ger Par­tei­po­li­ti­ker nicht ab­rei­ßen. Ges­tern war die FDP zu Gast Am Flug­ha­fen, um sich an­zu­se­hen, was da pla­ne­risch auf den Hö­hen­zug ent­lang der Au­to­bahn zu­rollt.

Die gan­ze Nach­bar­schaft war auf den Bei­nen, um die Li­be­ra­len aus Bun­des-, Land- und Kreis­tag so­wie aus dem Al­pe­n­er Rat bei fri­scher Bri­se auf frei­em Feld zu emp­fan­gen. „Ich hat­te mit ei­nem stür­mi­sche­ren Emp­fang ge­rech­net“, lob­te Rai­ner Mull die sach­li­che Art der Aus­ein­an­der­set­zung mit der Nach­bar­schaft.

Die muss schließ­lich be­fürch­ten, ir­gend­wann am Kra­ter­rand ei­nes gi­gan­ti­schen Kies­lo­ches zu woh­nen. Der Kreis­tags­ab­ge­ord­ne­te aus Rhein­berg, der auch der Re­gio­nal­ver­samm­lung beim RVR an­ge­hört, hat­te als ein­zi­ger im Kreis­tag ge­gen die kies­kri­ti­sche Stel­lung­nah­me des Krei­ses zu den ge­plan­ten Än­de­run­gen im Lan­des­ent­wick­lungs­plan (LEP) ge­stimmt. Er un­ter­stützt die von FDP-Wirt­schafts­mi­nis­ter Andre­as Pink­wart ge­plan­te Ver­län­ge­rung des Ver­sor­gungs­zeit­raums mit dem Roh­stoff Kies von ak­tu­ell 20 auf 25 Jah­re und auch die so­ge­nann­te bü­ro­kra­ti­sche „Ent­fes­se­lung“der Ab­bau­po­ten­zia­le.

Der FDP-Tross ver­si­cher­te, dass das rein gar nichts da­mit zu tun ha­be, dass die Bön­ninghardt wie­der in den Fo­kus der Pla­ner ge­ra­ten sei. Da­für sei al­lein der Re­gio­nal­ver­band Ruhr­ge­biet (RVR) ver­ant­wort­lich, so Mull. Der stüt­ze sich im Re­gio­nal­plan mit den Po­ten­zi­al­flä­chen für Kies ein­zig auf den lan­ge gül­ti­gen, von Rot-Grün ver­ab­schie­de­ten Lan­des­ent­wick­lungs­plan.

Dem RVR warf der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Bernd Reu­ther vor, die Kom­mu­ni­ka­ti­on über Sinn und Un­sinn von Aus­kie­sungs­flä­chen zu ver­wei­gern. Und die 18,5 Hekt­ar gro­ße Flä­che auf der Bön­ninghardt sei eben ei­ne Flä­che, die für den Kies­ab­bau kei­nen Sinn er­ge­be, so der Ber­li­ner Ab­ge­ord­ne­te aus We­sel. Der Ver­band der Kies­in­dus­trie ha­be bei der Bön­ninghardt längst ab­ge­wun­ken. Das traf vor Ort auf gro­ße Skep­sis. Das mö­ge für hie­si­ge Un­ter­neh­men gel­ten, so Claus Ro­se­mann als Spre­cher der Nach­barn. „Die wol­len auch nass för­dern. Aber an­de­re ste­hen Ge­wehr bei Fuß.“

Reu­ther schlug vor, den RVR zu drän­gen, Kies­ab­bau, den die Nach­barn auf der Bön­ninghardt nicht grund­sätz­lich ab­leh­nen, dort zu er­mög­li­chen, wo es we­ni­ger sen­si­bel sei. Es lie­ge na­he, vor­han­de­ne Se­en wie Pet­ten­kaul in Gin­de­rich zu er­wei­tern oder die Ver­le­gung von Dei­chen zu nut­zen, um die Ver­sor­gung mit Kies si­cher­zu­stel­len. Die Leu­te Am Flug­ha­fen, die ih­ren Pro­test mit Ban­nern am Gar­ten­zaun pla­ka­tie­ren, wer­den in nächs­ter Zeit noch oft Be­such be­kom­men.

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