Haus und Grund be­män­gelt vie­le Auf­la­gen für Ver­mie­ter

Ein Auf­la­gen-Dschun­gel las­tet auf Haus­be­sit­zern. Doch die Kos­ten muss meist der Mie­ter zah­len.

Rheinische Post - - DÜSSELDORFER WIRTSCHAFT - VON THORS­TEN BREITKOPF

Aus Sicht der Ver­mie­ter wa­ren über­trie­be­ne Auf­la­gen durch Bun­des­recht, Lan­des­recht und Orts­sat­zun­gen das be­stim­men­de The­ma beim Ei­gen­tü­mer­fo­rum des Ver­mie­ter­ver­eins „Haus und Grund Düs­sel­dorf und Um­ge­bung“. So gibt es in der Bun­des­re­pu­blik et­wa stren­ge Re­geln, was die Ei­chung von Was­ser­zäh­lern in ver­mie­te­ten Woh­nun­gen be­trifft. „Zäh­ler, die zur Mes­sung von Warm­was­ser und Wär­me vor­ge­se­hen sind, müs­sen nach fünf Jah­ren er­neu­ert oder neu ge­eicht wer­den“, sagt Wer­ner Flies­cher, Rechts­an­walt und Vor­stand von Haus und Grund. Die Frist en­det je­weils mit Ablauf des Ka­len­der­jah­res. Ei­ne im Ja­nu­ar 2012 ein­ge­bau­te ge­eich­te Was­ser­uhr darf al­so nur bis zum 31. De­zem­ber 2016 ver­wen­det wer­den. Die Ver­wen­dung ei­nes Mess­ge­räts, das nicht ge­eicht wur­de, oder von ei­nem Zäh­ler mit ab­ge­lau­fe­ner Eich­frist ist ei­ne Ord­nungs­wid­rig­keit, die mit Buß­gel- dern ge­ahn­det wird – bis zu 10.000 Eu­ro Stra­fen ha­ben Ge­rich­te schon ver­hängt. Kalt­was­ser­zäh­ler müs­sen al­le sechs Jah­re ge­eicht wer­den.

Doch der Zäh­ler ist nur vor­der­grün­dig ei­ne Be­las­tung für den Haus- oder Woh­nungs­ei­gen­tü­mer. Ob die Kos­ten für ei­nen Zäh­ler auf die Mie­ter­schaft be­zie­hungs­wei­se ei­nen ein­zel­nen Mie­ter um­leg­bar sind, hängt da­von ab, ob ein Zäh­ler vom Ver­mie­ter ge­kauft oder nur ge­mie­tet wird. Bei Zäh­lern spricht man bei ei­ner An­mie­tung oft auch vom Lea­sing, da mit dem Ab­schluss ei­nes sol­chen Lea­sing­ver­tra­ges ne­ben dem Zäh­ler selbst auch die War­tung und Able­sung je­ner ein­her­geht.

Ent­schei­dend ist, dass Ne­ben­kos­ten nur dann auf Mie­ter um­ge­legt wer­den dür­fen, wenn die­se re­gel­mä­ßig ent­ste­hen. Da­her ist es gän­gi­ge Pra­xis, dass Zäh­ler von den Ver­mie­tern an­ge­mie­tet wer­den. So fal­len je­des Jahr die glei­chen Kos­ten an, die sie dann wie­der­um an ih­re Mie­ter wei­ter­ge­ben kön­nen. Nach sechs Jah­ren müs­sen eich­pflich­ti­ge Zäh­ler aus­ge­tauscht wer­den. Wird vom Ver­mie­ter da­für ein­fach ein neu­er Miet­ver­trag für die Zäh­ler ge­schlos­sen, der die Kos­ten leicht an­stei­gen lässt, ist das zu­läs­sig.

Nicht zu­läs­sig je­doch ist, wenn ein Ver­mie­ter den Kauf von neu­en Zäh­lern auf ei­nen Schlag auf die Mie­ter um­legt. Denn ent­schei­det sich ein Ver­mie­ter da­zu, die Zäh­ler nicht zu mie­ten be­zie­hungs­wei­se zu lea­sen, son­dern zu kau­fen, ent­ste­hen die Ge­samt­kos­ten für die Zäh­ler auf ein­mal, und die War­tungs­kos­ten kom­men bis zur nächs­ten Neu­an­schaf­fung re­gel­mä­ßig noch hin­zu. Da die Kos­ten so nicht re­gel­mä­ßig ent­ste­hen, sind sie nicht um­la­ge­fä­hig.

Haus und Grund ist zur­zeit üb­ri­gens auf Mit­glie­der­su­che. Wer noch bis En­de Ju­ni ei­ne Mit­glied­schaft ab­schließt, zahlt im ers­ten Jahr ei­ne um mehr als 50 Pro­zent re­du­zier­te Mit­glieds­ge­bühr. In­fos un­ter www.hau­sund­grundddf.de.

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