Im Dorf, da gibt’s Ge­bim­mel

Seit Jah­ren strei­ten ein Ehe­paar und ei­ne Bäue­rin im ober­baye­ri­schen Holzkirchen um das Ge­läut von Kuh­glo­cken. Das Land­ge­richt Mün­chen rät zur Sch­lich­tung – ver­ge­bens.

Rundschau für den Schwäbischen Wald – Der Kocherbote - - BLICK IN DIE WELT - Die un­ter Sa­bi­ne Do­bel und „Kn­öll­chen-Horst“: skur­rils­ten Ge­richts­pro­zes­se

Ge­bim­mel, auch in der Nacht, Gül­le­ge­stank, In­sek­ten: Ei­nem Ehe­paar in Holzkirchen in Ober­bay­ern stinkt es. Es hat­te sich dort ein Haus in idyl­li­scher La­ge ge­kauft, aber mit den Kü­hen auf der be­nach­bar­ten Wei­de kommt es nicht zu­recht und klagt ge­gen die Bäue­rin, der die Kü­he ge­hö­ren. Ein Ver­such der Rich­te­rin Christiane Kar­rasc dem Land­ge­ri schlich­ten, sch Ja­nu­ar ein Ur

Seit drei Jah Zwist. Die Kla des Ehe­mann ist in ers­ter In stanz ab­ge­wie sen wor­den, war­tet auf zwei­te Ins­ta dem Ober­la Mün­chen. Ges Kla­ge sei­ner F erin, die mit 35 hen ei­nen Fam und ge­gen die das ei­nen Hek de­grund­stück hat.

Die Ehe­fra Buch ge­führt: bis 20. Ju­li we Kü­he mit vie vom 21. Sept 22. Ok­to­ber a mit sechs Glo dem Paar s Näch­te bes An­fangs ha­be Land­wir­tin freund­lich“, „g Ru­he“und „ganz höf­lich“ge­be­ten, „ob sie bit­te die Glo­cken ab­neh­men“kön­ne, sag­te die Frau. Die Bäue­rin ha­be zu Ohro­pax ge­ra­ten.

„Die gan­ze Zeit bim­melt es, Tag und Nacht“, sagt der An­walt des Paars, Pe­ter Hart­herz von der Kanz­lei Sau­er Wolff Mar­tin. Das An­we­sen lie­ge in ei­nem Wohn­ge­biet. Im Üb­ri­gen sei es Tier­quäe Glo­cke d braucht en“, sag­te Ha­ben Sie ei­ne Kuh­hen?“Rich­te­rin e sich an Bäue­rin: für ha­ben enn Kuhn?“Die „Für den die Kü­he) n sie hört

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t n wä­ren zu­dem ei­ne teu­re Lö­sung. Doch Kos­ten, das mach­te der An­walt klar, sei­en zweit­ran­gig.

Der Ehe­mann war mit sei­ner Kla­ge vor dem Land­ge­richt Mün­chen II En­de 2017 vor al­lem des­halb ge­schei­tert, weil er 2015 mit

An­walt der Klä­ge­rin

der Bäue­rin ei­nen Ver­gleich ge­schlos­sen hat­te: Nur im ent­fern­te­ren Teil der Wie­se in gut 20 Me­ter Ab­stand soll­ten Kü­he mit Glo­cke gra­sen und bim­meln dür­fen.

Dem Ehe­paar war es aber wei­ter zu laut. Ein An­ge­bot der Bäue­rin, nur ei­ner oder zwei Kü­hen ei­ne Glo­cke um­zu­hän­gen, je nach­dem, wel­chen Be­reich ih­rer Wei­de sie nut­zen kön­ne, wur­de zu­nächst nicht ver­folgt. Ein Test, wie ihn Hart­herz woll­te, wä­re der­zeit nicht mög­lich; die Kü­he sind schon im Stall. Die Idee, dass die Bäue­rin Kuh spie­len und mit Glo­cke über die Wie­se lau­fen könn­te, wur­de ver­wor­fen.

Das Paar hat das in bes­ter La­ge lie­gen­de Haus 2011 ge­kauft und her­ge­rich­tet. Ge­ra­de weil sie als Ein­hei­mi­sche Be­ein­träch­ti­gun­gen durch die Land­wirt­schaft kann­ten, hät­ten sie sich zu­vor ver­si­chert, wie es rund um das neue Heim aus­se­he. „Es gab vor­her dort nie Wei­de­vieh­hal­tung“, sag­te Hart­herz, „und es gab nie Acker­bau. Es war im­mer ei­ne ein­fa­che Wie­se, wo man Heu macht.“

Zwar sei auch frü­her ge­düngt wor­den, da­mit ha­be das Paar kein Pro­blem, sag­te Hart­herz. Die Bäue­rin aber ha­be „ei­nen Tep­pich von Gül­le“aus­ge­bracht. Es ge­he um „die Ab­wehr die­ses schänd­li­chen Ver­hal­tens“. So ha­be sich der Wert der Im­mo­bi­lie ver­rin­gert – um 40 000 bis 50 000 Eu­ro, der Streit­wert liegt bei rund 70 000 Eu­ro.

Für Bür­ger­meis­ter Olaf von Lö­wis (CSU) hat der Fall grund­sätz­li­che Be­deu­tung. „Es geht um die De­fi­ni­ti­on der sach­ge­rech­ten Land­wirt­schaft.“Das Paar ha­be auf dem traum­haft ge­le­ge­nen An­we­sen ei­nen un­ver­bau­ba­ren Blick in al­le Him­mels­rich­tun­gen. „Da­für muss man halt in Kauf neh­men, dass da­ne­ben Land­wirt­schaft statt­fin­det.“Für die Bäue­rin ge­he um den Brot­er­werb. „In­so­fern ist es für uns als Kom­mu­ne schon wich­tig, dass wir hier nicht Prä­ze­denz­fäl­le schaf­fen.“

Der dörf­li­che Frie­den scheint in Ge­fahr. Er ha­be nicht den Ein­druck, dass es dem Paar dar­um ge­he, in die dörf­li­che Ge­mein­schaft in­te­griert zu wer­den, sagt von Lö­wis. Ver­su­che zu ei­nem Me­dia­ti­ons­ge­spräch sei­en nicht an­ge­nom­men wor­den. Eben­so­we­nig Kar­raschs Vor­schlag, ei­nen Ter­min vor dem Gü­te­rich­ter zu ma­chen.

Es war im­mer ei­ne Wie­se, wo man Heu macht. Pe­ter Hart­herz

Sex im Spaß­bad swp.de/kuh­glo­cke

Fo­to: Karl-Jo­sef Hil­den­brand/dpa

So nicht!, ver­langt ein Haus­be­sit­zer-Ehe­paar von ei­ner Bäue­rin. Die Glo­cke sol­le weg.

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