Christian Egel­hof

Obst­bren­ner aus Mit­tel­fi­schach

Rundschau für den Schwäbischen Wald – Der Kocherbote - - MENSCHEN - blo

Sie pro­du­zie­ren ed­le De­stil­la­te und en­ga­gie­ren sich für den Er­halt öko­lo­gisch wert­vol­ler Streu­obst­wie­sen: die Mit­glie­der des Lan­des­ver­bands der Klein- und Obst­bren­ner Nord-Würt­tem­berg. Mit ei­nem Fest­akt am heu­ti­gen Sams­tag ab 19 Uhr in Wol­perts­hau­sen er­öff­nen sie die Brenn­sai­son.

Ei­ner der lei­den­schaft­li­chen Bren­ner ist Christian Egel­hof aus Mit­tel­fi­schach. „Ei­gent­lich bin ich über mei­ne Frau da­zu­ge­kom­men“, er­zählt der 41-Jäh­ri­ge. Vor acht Jah­ren ha­ben sie das Brenn­recht vom Schwie­ger­va­ter über­nom­men. Auf dem Hof wird seit Mit­te des 19. Jahr­hun­derts ge­brannt. Und so sind Si­mo­ne und Christian Egel­hof nun Bren­ner in fünf­ter Ge­ne­ra­ti­on. „Der land­wirt­schaft­li­che Ne­ben­er­werb ist für uns auch ein Aus­gleich zum Bü­ro­st­ress“, er­klärt der In­ge­nieur.

Ge­wiss, die Pfle­ge der et­wa 200 Bäu­me auf den Streu­obst­wie­sen ist mit Ar­beit ver­bun­den. Aber: „Das Schnei­den im Früh­jahr, das Mä­hen im Som­mer, das Her­an­wach­sen der Früch­te zu be­ob­ach­ten, das ist et­was Schö­nes. Und dann muss man den rich­ti­gen Ern­te-Zeit­punkt ab­pas­sen.“Heu­er war man fast drei Wo­chen frü­her dran als sonst, sagt Egel­hof. Er ist zu­frie­den, „aber es war kein her­aus­ra­gen­des Jahr – es hat ein­fach nicht ge­reg­net“.

Vom Schwie­ger­va­ter ge­lernt

Zwei Win­ter­halb­jah­re hat er an der Lehr- und Ver­suchs­an­stalt für Wein- und Obst­bau in Weins­berg die Schul­bank ge­drückt. „Und na­tür­lich ha­be ich viel vom Schwie­ger­va­ter ge­lernt.“Jetzt baut er ge­mein­sam mit sei­ner Frau die Edel­brand­ma­nu­fak­tur Egel­hof samt Di­rekt­ver­mark­tung auf und in­ves­tiert in ei­ne neue Bren­ne­rei.

Christian Egel­hof setzt auf Jahr­gangs­brän­de und hat be­reits Prä­mie­run­gen er­hal­ten. Ge­schmacks­nu­an­cen her­aus­zu­ar­bei­ten, auch mit Holz­fas­s­aus­bau zu ex­pe­ri­men­tie­ren, das fas­zi­niert ihn. Ob er ein Lieb­lings­obst hat, das er ver­edelt? Der Bit­ten­fel­der Ap­fel, der wer­de oft ver­kannt, „aber als ich das ers­te Mal in der Bren­ne­rei all die­se Aro­men roch, die in ihm ste­cken, dach­te ich, das gibt’s ja gar nicht – toll“.

Be­ruf: Di­plom­in­ge­nieur (FH), Bren­ner Ge­burts­tag: März 1971 Bil­dungs­weg: Stu­di­um der Fahr­zeug­tech­nik an der FHTE Ess­lin­gen mit Ab­schluss Di­plom-Ing. (FH); Aus­bil­dung zum Bren­ner an der LVWO in Weins­berg Be­ruf­li­che Lauf­bahn: An­ge­stell­ter der Por­sche AG

Fa­mi­li­en­stand: ver­hei­ra­tet Kin­der: zwei Kin­der im Al­ter von vier und sechs Jah­ren Hob­bys: Rad­fah­ren, Le­sen, Na­tur ge­nie­ßen

Mit­glied­schaf­ten: Ge­s­ang­ver­ein Mit­tel­fi­schach

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