See­ho­fer op­ti­mis­tisch

Ab­kom­men mit drei Staa­ten bis Au­gust an­ge­peilt.

Südwest Presse (Metzinger Uracher Volksblatt / Der Ermstalbote) - - Vorderseite -

Innsbruck. Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­ho­fer (CSU) strebt bis An­fang Au­gust Ab­kom­men zur be­schleu­nig­ten Rück­nah­me von Flücht­lin­gen mit Ita­li­en, Grie­chen­land und Ös­ter­reich an. Er ha­be „ein Stück Op­ti­mis­mus, dass es uns ge­lin­gen kann, die Bin­nen­mi­gra­ti­on ge­mein­sam zu lö­sen“, sag­te See­ho­fer in Innsbruck. Er er­war­te je­doch schwie­ri­ge Ge­sprä­che. Zu­vor war er mit sei­nen Kol­le­gen aus Ös­ter­reich und Ita­li­en zu­sam­men­ge­trof­fen. Falls es kei­ne Ab­kom­men ge­ben soll­te, stell­te See­ho­fer er­neut na­tio­na­le Al­lein­gän­ge in Aus­sicht. dpa

Ma­drid/bar­ce­lo­na. Der ka­ta­la­ni­sche Ex-re­gio­nal­prä­si­dent Carles Pu­ig­de­mont hat sich mit der Ent­schei­dung der deut­schen Jus­tiz zu­frie­den ge­zeigt: „Da­mit ist die Haupt­lü­ge des Staa­tes aus­ge­löscht. Die deut­sche Jus­tiz be­strei­tet, dass es sich beim Un­ab­hän­gig­keits­re­fe­ren­dum am 1. Ok­to­ber um Re­bel­li­on ge­han­delt hat“, twit­ter­te der 55-Jäh­ri­ge.

Da­mit be­zog er sich auf das Ur­teil des schles­wig-hol­stei­ni­schen Ober­lan­des­ge­richts (OLG) vom Vor­mit­tag, das ei­ne Aus­lie­fe­rung des se­pa­ra­tis­ti­schen Po­li­ti­kers nach Spa­ni­en we­gen des Ver­dachts der Ver­un­treu­ung für zu­läs­sig er­klärt, nicht je­doch we­gen Re­bel­li­on, dem Haupt­vor­wurf der spa­ni­schen Jus­tiz. In Spa­ni­en darf Pu­ig­de­mont des­halb auch nur we­gen Ver­un­treu­ung be­langt wer­den.

Ei­ne Aus­lie­fe­rung Pu­ig­de­monts durch Deutsch­land will das Obers­te Ge­richt Spa­ni­ens un­ter die­sen Um­stän­den nicht ak­zep­tie­ren. Das be­rich­tet die meist gut in­for­mier­te Zei­tung „El Mun­do“. Nach de­ren In­for­ma­tio­nen ste­he der zu­stän­di­ge Rich­ter Pa­blo Lla­re­na nun vor zwei Mög­lich­kei­ten: Der Rück­nah­me des Haft­be­fehls oh­ne wei­te­re Maß­nah­men oder aber mit ei­ner gleich­zei­ti­gen An­ru­fung des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hofs in Lu­xem­burg.

Pu­ig­de­mont war im Herbst zu­sam­men mit wei­te­ren Se­pa­ra­tis­ten vor der spa­ni­schen Jus­tiz ins Aus­land ge­flo­hen. Er hielt sich zu­nächst in Brüssel auf, war im März aber auf Grund­la­ge ei­nes eu­ro­päi­schen Haft­be­fehls an ei­ner Au­to­bahn­rast­stät­te bei Schles­wig ge­stoppt und fest­ge­nom­men wor­den. Spä­ter war er aber un­ter Auf­la­gen auf frei­en Fuß ge­setzt wor­den, um die Ent­schei­dung über sei­ne Aus­lie­fe­rung ab­zu­war­ten.

Das Ober­lan­des­ge­richt in Schles­wig war nach der Fest­nah­me Pu­ig­de­monts En­de März in Nord­deutsch­land in die un­ge­müt­li­che La­ge ge­ra­ten, sich mit dem po­li­tisch hoch auf­ge­la­de­nen Eu­ro­päi­schen Haft­be­fehl be­fas­sen zu müs­sen. Spa­ni­ens Obers­ter Ge­richts­hof woll­te dem ab­ge­setz­ten Re­gio­nal­prä­si­den­ten we­gen sei­ner her­aus­ra­gen­den Rol­le bei der Or­ga­ni­sa­ti­on des ka­ta­la­ni­schen Un­ab­hän­gig­keits­re­fe­ren­dums am 1. Ok­to­ber 2017 den Pro­zess ma­chen, zu­sam­men mit rund ei­nem Dut­zend an­de­ren Po­li­ti­kern und Ak­ti­vis­ten.

In Spa­ni­en wird dis­ku­tiert, ob der Rich­ter mit dem Tat­be­stand, auf den in schwe­ren Fäl­len bis zu 30 Jah­re Haft ste­hen, nicht übers Ziel hin­aus­ge­schos­sen sei. Den Kri­ti­kern will nicht ein­leuch­ten, dass Pu­ig­de­mont sei­ne Lands­leu­te zum ge­walt­sa­men Auf­stand an­ge­sta­chelt ha­ben soll. Die sel­ben Zwei­fel ha­ben nun das deut­sche Ge­richt be­wo­gen, ei­ner Aus­lie­fe­rung we­gen „Re­bel­li­on“nicht zu­zu­stim­men. Spa­ni­en re­spek­tiert laut Re­gie­rungs­chef Pe­dro Sán­chez die Ent­schei­dung.

Mar­tin Dahms (mit dpa)

Ist sei­ne Zeit in Deutsch­land ab­ge­lau­fen? Die­ses Bild von Carles Pu­ig­de­mont ent­stand bei ei­ner Pres­se­kon­fe­renz am 15. Mai in Ber­lin. Fo­to: Kay Niet­feld/dpa

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