Plötz­lich ist das Ge­län­de ein­ge­zäunt

Neu­hau­sen Im Ort­schafts­rat gibt es Dis­kus­sio­nen we­gen ei­nes Ge­wäs­sers. Es ent­stand im Zu­ge der Flur­be­rei­ni­gung. Bis­lang war das Ge­län­de al­ler­dings frei zu­gäng­lich. Von Re­gi­ne Lot­te­rer

Südwest Presse (Metzinger Uracher Volksblatt / Der Ermstalbote) - - Ermstal - Dort sieht es jetzt aus wie an ei­ner JVA. Ger­hard Fritz Ort­schafts­rat

Für den Neu­häu­ser Ort­schafts­rat Ger­hard Fritz ist es ein wun­der­ba­res Bio­top, bei der Stra­ßen­bau­ver­wal­tung läuft die An­la­ge da­ge­gen nur un­ter der nüch­ter­nen Be­zeich­nung „Ab­was­ser­fang­be­cken“. Ent­stan­den ist das Ge­wäs­ser samt um­ge­ben­dem Grün im Zu­ge der Fl­ur­neu­ord­nung un­ter an­de­rem mit dem Ziel, das Was­ser auf­zu­fan­gen, das mit Schmutz an­ge­rei­chert von der B 28 tal­ab­wärts fließt. Der Auf­bau des Ge­län­des und die aus­ge­brach­ten Pflan­zen

sor­gen über­dies da­für, dass das Was­ser ge­rei­nigt wird.

Ge­baut wor­den ist das Be­cken vor mehr als zehn Jah­ren. In die­ser Zeit hat bis­lang noch kein Zaun den Zu­gang zur Was­ser­flä­che ver­sperrt, wie Ger­hard Fritz am Di­ens­tag im Ort­schafts­rat be­ton­te. Nun aber gibt es plötz­lich die­se Bar­rie­re: „Dort sieht es jetzt aus wie an ei­ner JVA“, är­gert sich Fritz. Wild­tie­re hät­ten nun kaum noch ei­ne Chan­ce, auf das Ge­län­de zu ge­lan­gen, da­bei wer­de es ge­ra­de von Wild­enten gut an­ge­nom­men.

Frie­de­mann Sal­zer, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Teil­neh­mer­ge­mein­schaft des in­zwi­schen ab­ge­schlos­se­nen Flur­be­rei­ni­gungs­ver­fah­rens, hat sich des Pro­blems be­reits an­ge­nom­men, wie er am Di­ens­tag er­klär­te. Tat­säch­lich sei es ein Ver­säum­nis der Stra­ßen­bau­be­hör­de ge­we­sen, den Zaun nicht zu er­rich­ten. Der Be­hör­de ob­lie­ge die Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht, und da die Ge­fahr be­ste­he, dass je­mand auf dem Ge­län­de zu Scha­den kom­me, sei es jetzt für die Öf­fent­lich­keit ge­sperrt wor­den. Mit dem nun ge­bau­ten Zaun ist er al­ler­dings eben­falls nicht ein­ver­stan­den: „So wie es ist, kann es nicht blei­ben.“Tech­nisch sei­en an­de­re Lö­sun­gen mög­lich, die es den Land­wir­ten er­laub­ten, ih­re an das Ge­wäs­ser an­gren­zen­den Fel­der und Wie­sen op­ti­mal zu be­wirt­schaf­ten. Das ent­spre­che auch den Zie­len der Flur­be­rei­ni­gung, den Bau­ern ih­re Ar­beit zu er­leich­tern. Des­halb wer­de die An­ge­le­gen­heit The­ma des Flur­be­rei­ni­gungs­vor­stan­des, der im Ok­to­ber ta­ge. Ein Zaun frei­lich wird be­ste­hen blei­ben, sag­te Sal­zer. Das sieht auch der Met­zin­ger Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ul­rich Fied­ler so. Wer die Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht ha­be, der tra­ge auch das Ri­si­ko und müs­se im Zwei­fels­fall für ent­stan­de­nen Scha­den haf­ten, sagt er. Dem Wunsch von Ort­schafts­rat Ger­hard Fritz, die Ver­wal­tung mö­ge den Sach­ver­halt prü­fen, kön­ne die Stadt zwar nach­kom­men. Der Zaun frei­lich steht auf Det­tin­ger Ge­mar­kung, wie sich im Lau­fe der Dis­kus­si­on her­aus­stell­te und liegt da­mit au­ßer­halb der Met­zin­ger Zu­stän­dig­keit.

Das Ge­län­de un­ter­halb der B 28 ist seit Kur­zem ein­ge­zäunt. Fo­to: Thomas Kiehl

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