Durch Wind und Wet­ter

Südwest Presse (Metzinger Uracher Volksblatt / Der Ermstalbote) - - Südwestumschau -

Mit al­len Mit­teln wird ei­nem der Um­stieg vom Au­to aufs Fahr­rad schmack­haft ge­macht. Als ob ein Dach über dem Kopf auf dem Weg zur Ar­beit nichts wert wä­re. Wo der all­täg­li­che Stau doch erst auf ei­nem über­dach­ten Sitz­platz samt Mu­sik- und Kli­man­la­ge er­träg­lich wird.

Nein, ge­ra­de jetzt, wo es so lang­sam auf den Win­ter zu­geht, pa­cken die Ra­del­pro­pa­gan­dis­ten je­des Ar­gu­ment aus, um ei­nem die Pend­ler­tour in der Blech­büch­se zu ver­gäl­len. Das Land­rats­amt Bo­den­see­kreis zum Bei­spiel er­klärt per Pres­se­mit­tei­lung: „Im Herbst mit dem Fahr­rad zur Ar­beit fah­ren? Bes­ser nicht, es könn­te ja reg­nen“, sagt das be­que­me Ich.“Rich­tig, bis hier­her.

Wei­ter im Text: Ge­ra­de im Herbst sol­le man das Rad neh­men, denn sta­tis­tisch sei die Jah­res­zeit eher re­gen­arm. Für die we­ni­gen nas­sen Ta­ge gilt: Es gibt kein fal­sches Wet­ter, es gibt nur fal­sche Klei­dung. Dan­ke auch für den Hin­weis, dass für lan­ge We­ge auf dem Rad eher sol­che Klei­dung ge­wählt wer­den soll­te, die län­ge­re Zeit kein Nass durch­lässt. Al­so: Re­gen­ja­cke und Re­gen­ho­se. Für die kur­ze Stre­cke tue es der bil­li­ge Pon­cho. Licht an, Helm auf, rät das Land­rats­amt au­ßer­dem noch. Und Tem­po an­pas­sen, nicht zu schnell we­gen glit­schi­ger Blät­ter auf dem Weg.

So rich­tig Lust macht aber erst der Hin­weis, dass es jetzt beim Ra­deln auch nicht mehr so heiß sei „wie im Som­mer“. Ganz toll! Ge­ra­de ge­wöhnt man sich an kal­te Fin­ger und ver­drängt lang­sam, wie schön es mo­na­te­lang war, dann kommt so ei­ne Radl­wer­bung da­her. Dann lie­ber Au­to. Al­f­red Wie­de­mann

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