Neue Häu­ser hier, 22 Woh­nun­gen dort

Met­zin­gen Der Ge­mein­de­rat bil­ligt ei­nen In­ves­to­ren­wett­be­werb für die Flie­der­stra­ße. Au­ßer­dem wird der Be­bau­ungs­plan „Ja­kob­stra­ße Nord“auf­ge­stellt. Von Re­gi­ne Lot­te­rer

Südwest Presse (Metzinger Uracher Volksblatt / Der Ermstalbote) - - Vorderseite -

Met­zin­gen. Der Rat bil­ligt ei­nen In­ves­to­ren­wett­be­werb für die Flie­der­stra­ße. Zu­dem wird der Be­bau­ungs­plan „Ja­kob­stra­ße Nord“auf­ge­stellt.

Je­der soll in Met­zin­gen ein pas­sen­des Dach über dem Kopf fin­den kön­nen. Die­ses Ziel ha­ben die Stadt­obe­ren schon vor ge­rau­mer Zeit aus­ge­ge­ben, ver­bun­den mit dem Be­kennt­nis, ent­spre­chen­de Pro­jek­te schnell auf den Weg brin­gen zu wol­len. Dem Wunsch Ta­ten fol­gen zu las­sen, ist in­des­sen müh­se­li­ger als zu­nächst ge­dacht, wie Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Ul­rich Fied­ler am Don­ners­tag er­läu­ter­te, als er den Wirt­schafts­plan des Ei­gen­be­triebs Woh­nungs­wirt­schaft im Ge­mein­de­rat vor­stell­te. „Es ist sehr schwie­rig und lang­wie­rig, zu ei­nem Er­folg zu kom­men“, be­ton­te Fied­ler. Schuld dar­an sei nicht zu­letzt das eng sit­zen­de

Es ist sehr schwie­rig und lang­wie­rig, zu Er­fol­gen zu kom­men. Mir dau­ert das zu lan­ge. Dr. Ul­rich Fied­ler Ober­bür­ger­meis­ter

recht­li­che Kor­sett, in das die Stadt ein­ge­bun­den ist.

Nach­dem es aber ge­lun­gen sei, in die­sem Jahr ei­ne Men­ge Vor­ar­beit zu leis­ten, wür­den 2019 die ers­ten Pro­jek­te um­ge­setzt: „Wir kön­nen zeit­nah auf der Bau­stel­le sein.“Im Neu­greuth ge­he es eben­so vor­an wie in der Flie­der­stra­ße. Dort be­sitzt die Stadt ein 1650 Qua­drat­me­ter gro­ßes Grund­stück, auf dem et­wa 22 Woh­nun­gen ent­ste­hen sol­len, die be­zahl­bar und för­der­fä­hig sind. Nach der­zei­ti­gem Plan soll Mit­te 2020 mit dem Bau be­gon­nen wer­den, so­dass die ers­ten Mie­ter En­de 2021 ein­zie­hen könn­ten.

Ex­ter­ner Be­ra­ter

Er­stel­len soll die Woh­nun­gen an der Flie­der­stra­ße ein In­ves­tor, der den Zu­schlag nach ei­nem vor­ge­schal­te­ten Wett­be­werb er­hält. Der In­ves­tor be­baut das Grund­stück und ver­mie­tet das Ge­bäu­de. Das ge­wähl­te Ver­fah­ren er­öff­net der Stadt Mit­spra­che­rech­te bei Miet­hö­he und Be­le­gung der Woh­nun­gen. Da­mit be­tritt die Stadt, auch auf Wunsch aus dem Ge­mein­de­rat, Neu­land, wie der OB aus­führ­te. Zweck des Ver­fah­rens sei es, mög­lichst schnell bau­en zu kön­nen. Weil die Met­zin­ger aber bis­lang kei­ne Er­fah­run­gen mit In­ves­to­ren­wett­be­wer­ben sam­meln konn­ten, holt sich die Stadt ei­nen ex­ter­nen Be­ra­ter mit ins Boot, um recht­lich auf der si­che­ren Sei­te zu sein. Die Ver­wal­tung schätzt, dass für den ge­sam­ten Wett­be­werb et­wa 250 000 Eu­ro an­fal­len. Die aus die­sem Ver­fah­ren ge­won­ne­nen Er­kennt­nis­se, so OB Fied­ler, stün­den der Stadt dann bei al­len wei­te­ren Vor­ha­ben zur Ver­fü­gung. Mit­hin pro­fi­tie­re sie län­ger­fris­tig von dem hier in­ves­tier­ten Geld. Gleich­wohl äu­ßer­te die Cdu-frak­ti­on Be­den­ken. An­ge­sichts der ver­an­schlag­ten 250 000 Eu­ro ha­be sei­ne Frak­ti­on zu­nächst drei Mal kräf­tig schlu­cken müs­sen, sag­te Eck­art Ruopp. „Das Geld ist schon vor dem ers­ten Spa­ten­stich weg.“Die Fra­ge sei, ob sich das Are­al an der Flie­der­stra­ße über­haupt für solch ein Ver­fah­ren eig­ne. Im Neu­greuth wür­den zwar die glei­chen Wett­be­werbs­kos­ten an­fal­len, da­für könn­ten dort mehr Woh­nun­gen rea­li­siert wer­den, gab Ruopp zu be­den­ken.

Su­san­ne Bernau­er (Grü­ne) sieht die Flie­der­stra­ße da­ge­gen als gu­ten Stand­ort, um ei­nen In­ves­to­ren­wett­be­werb zu rea­li­sie­ren. „Es ist rich­tig, das jetzt aus­zu­pro­bie­ren.“Das sieht auch Pe­ter Reiff (FDP) so: „Das ist ei­ne schnel­le Lö­sung, wir müs­sen ir­gend­wann zu Pot­te kom­men.“Do­mi­nik Oh­ly (CDU) sä­he es lie­ber, wenn die Stadt in Ei­gen­re­gie bau­en wür­de. „Wenn ein In­ves­tor denkt, dass es ren­ta­bel ist, könn­ten wir uns das auch über­le­gen.“Falls die Stadt Woh­nun­gen baue, müs­se sie die­se auch ver­wal­ten, ent­geg­ne­te der OB. „Das ist ei­ne Be­las­tung.“

Schluss­end­lich seg­ne­te der Ge­mein­de­rat den In­ves­to­ren­wett­be­werb für die Flie­der­stra­ße so­wie die Rechts­be­ra­tung bei zwei Ent­hal­tun­gen ab.

Ja­kob­stra­ße Nord

Eben­falls auf den Weg ge­bracht ha­ben die Stadt­rä­te ei­nen Be­bau­ungs­plan für das Ge­biet „Ja­kob­stra­ße Nord“. Der Ent­wurf wird nun für ei­nen Mo­nat öf­fent­lich aus­ge­legt, so­dass Be­hör­den und Bür­ger Stel­lung­nah­men ab­ge­ben kön­nen. Ziel des Ver­fah­rens ist es, das et­wa 0,3 Hekt­ar gro­ße Pl­an­ge­biet ge­ord­net zu ent­wi­ckeln, wie es Kon­rad Ber­ger, der Lei­ter des Ge­schäfts­be­reich Pla­nen und Bau­en bei der Stadt­ver­wal­tung, im Ge­mein­de­rat er­läu­ter­te. Ex­ter­ne Hil­fe für die­se Auf­ga­be hat sich die Stadt von der Pful­lin­ger Fir­ma Ci­ty­plan ge­holt. Die Fir­ma emp­fahl, neue Ge­bäu­de ma­xi­mal zehn Me­ter hoch zu bau­en. Das er­lau­be, drei Voll­ge­schos­se mit Flach­dach zu er­rich­ten. „Da­mit kann man ei­ni­ges an Wohn­raum schaf­fen“, sag­te Al­brecht Reuß, der ge­schäfts­füh­ren­de Ge­sell­schaf­ter von Ci­ty­plan. Die­se Bau­wei­se er­lau­be zu­dem ei­nen flie­ßen­den Über­gang zwi­schen der tra­di­tio­nel­len Be­bau­ung in Rich­tung Alt­stadt und den mo­der­ne­ren Ge­bäu­den auf dem ehe­ma­li­gen Leib­farth-are­al.

Auf dem städ­ti­schen Grund­stück Flie­der­stra­ße 12 sol­len neue Woh­nun­gen ent­ste­hen. Auch für den Be­reich „Ja­kob­stra­ße Nord“will die Stadt ei­nen Be­bau­ungs­plan auf­stel­len. Fo­tos: Tho­mas Kiehl

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