Der Herr der ro­ten Ster­ne

Blu­men­schmuck In der Gärt­ne­rei Manz ist schon seit An­fang Ju­li Weih­nach­ten. Die ers­ten Christ­stern-jung­pflan­zen tref­fen dann ein. Von Bar­ba­ra Woll­ny

Südwest Presse (Ulm) - - Südwestumschau - Gärnt­ner­meis­ter in Neck­ar­tenz­lin­gen

Weih­nachts­zeit ist für die Gärt­ne­rei Manz in Neck­ar­tenz­lin­gen schon seit An­fang Ju­li. Dann tref­fen die ers­ten Weih­nachts­stern-jung­pflan­zen ein. „Zwei Drit­tel un­se­rer Weih­nachts­ster­ne ver­kau­fen wir gleich zum ers­ten Ad­vent. Je­der will es jetzt zu Hau­se schön und ge­müt­lich ha­ben“, sagt Pe­ter Manz, 59, Chef der gleich­na­mi­gen Gärt­ne­rei im Neckar­tal bei Nür­tin­gen. „Weih­nach­ten zu Hau­se – da kommt bei uns die gan­ze Fa­mi­lie zu­sam­men. Ich spie­le mit mei­nen Söh­nen Po­sau­ne un­ter dem Weih­nachts­baum auf dem Rat­haus­platz. Mei­ne Frau de­ko­riert wun­der­schön un­ser Haus, na­tür­lich auch mit Weih­nachts­ster­nen“, ge­rät Manz ins Schwär­men, wenn er ans be­vor­ste­hen­de Fest denkt. Und das, ob­wohl er im Be­trieb schon wo­chen­lang Weih­nachts­lie­der ge­hört hat und un­zäh­li­ge Ma­le an den Weih­nachts­de­ko­ra­tio­nen vor­bei­ge­lau­fen ist.

Seit Mit­te No­vem­ber ist ein gro­ßer Ver­kaufs­raum kom­plett den Weih­nachts­ter­nen ge­wid­met, auch als Ad­vents- oder Christ­stern be­kannt. Rund 7500 jähr­lich Pe­ter Manz zieht Manz auf. Im Raum ne­ben­an sind fest­li­che De­ko­ra­tio­nen für Tisch und Haus auf­ge­baut. „Vom Ver­kauf der Pflan­zen al­lein könn­ten wir nicht exis­tie­ren“, er­klärt Manz. Kun­den lie­ßen sich gern von den De­ko­ra­tio­nen in­spi­rie­ren und pack­ten dann ne­ben den Pflan­zen gleich Ker­zen, Ku­geln oder Schmuck­fi­gu­ren mit ein.

Manz ist ein Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men in zwei­ter Generation. Manz’ Va­ter hat­te ein Blu­men­ge­schäft im Orts­kern. 1965 bau­te er au­ßer­halb Neck­ar­tenz­lin­gens ei­ne klei­ne Gärt­ne­rei auf. Vor 18 Jah­ren über­nahm Pe­ter Manz den Be­trieb und er­wei­ter­te ihn zur mo­der­nen Fir­ma mit 20 Mit­ar­bei­tern und 12 Ge­wächs­häu­sern. Selbst an ei­nem tr­ü­ben Win­ter­tag la­den die Au­ßen­an­la­gen und Bee­te mit win­ter­har­ten Pflan­zen zum Be­such des Be­triebs ein.

„Wir sind für ei­ne Gärt­ne­rei ein gro­ßer, im Ver­gleich zu den rie­si­gen Gar­ten­bau­cen­tern aber ein klei­ner Be­trieb. Im Un­ter­schied zu die­sen ver­kau­fen wir nicht nur, son­dern wir zie­hen fast al­le Pflan­zen selbst in un­se­ren ei­ge­nen Ge­wächs­häu­sern“, sagt Manz. Das gilt auch für die Weih­nachts­ster­ne.

In Afri­ka, auf den Ka­na­ren oder in Nord- und Süd­ame­ri­ka wach­sen sie als Busch bis zu vier Me­ter hoch. An­fang des 20. Jahr­hun­derts kam die deut­sche Aus­wan­de­rer­fa­mi­lie Ecke in Ka­li­for­ni­en auf die Idee, die Pflan­ze mit den stern­för­mi­gen Blät­tern zu Weih­nach­ten zu ver­mark­ten. In den 60er Jah­ren wur­de die Pflan­ze in Deutsch­land lang­sam be­liebt. Heu­te kann man sich kei­nen Gar­ten-, Bau- oder Su­per­markt vor Weih­nach­ten oh­ne Ster­ne mehr vor­stel­len. Jähr­lich wer­den für 110 Mil­lio­nen Eu­ro in Deutsch­land Weih­nachts­ster­ne ver­kauft, so die Ge­sell­schaft für Kon­sum­for­schung. Da­mit sind sie nach Li­li­en die meist­ver­kauf­ten blü­hen­den Zier­pflan­zen.

Die meis­ten Weih­nachts­stern-jung­pflan­zen kom­men nicht aus Hol­land, son­dern aus Stutt­gart-un­ter­türk­heim: Die Selec­ta Klemm Gm­bh lie­fert rund 50 Mil­lio­nen aus, die Hälf­te der eu­ro­pa­wei­ten Pro­duk­ti­on. Auch Manz be­zieht den Groß­teil sei­ner Pflan­zen aus Stutt­gart. An­fang Ju­li geht

Je­der will es jetzt zu Hau­se schön und ge­müt­lich ha­ben.

Gärt­ner Pe­ter Manz mit sei­nen Weih­nachts­ster­nen. Fo­tos: Fer­di­nan­do Ian­no­ne

Die Blät­ter ma­chen die Pflan­ze at­trak­tiv, we­ni­ger die Blü­te.

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