Bo­ris Pal­mer spielt er­neut „Hilfs­she­riff“

Kom­mu­nen Nach dem nächt­li­chen Streit mit ei­nem Stu­den­ten knöpft sich der Tü­bin­ger OB die­ses Mal Ver­kehrs­sün­der vor.

Südwest Presse (Ulm) - - Südwestumschau -

es los. Dann ist Topf­ter­min für die Pf­länz­chen, die ein­mal gro­ße Weih­nachts­stern­bü­sche wer­den sol­len. Im Wo­chenrhyth­mus bis Sep­tem­ber wer­den im­mer klei­ne­re Pflan­zen an­ge­lie­fert und ein­ge­topft, zu­letzt die Mi­nis, die bis No­vem­ber zu sechs Zen­ti­me­ter klei­nen Stern­chen her­an­wach­sen.

Groß oder klein, sie hal­ten die Manz-gärt­ner auf Tr­ab. Ein aus­ge­klü­gel­tes Sys­tem re­gelt Licht und Tem­pe­ra­tur in den Glas­häu­sern, Be­feuch­tung und Be­schat­tung. Die zar­ten Jung­pflan­zen ver­lan­gen ei­ne Tem­pe­ra­tur von 14 bis 18 Grad. Und nur wenn sie nicht mehr als 12 St­un­den Licht be­kom­men, bil­den sich die far­bi­gen Brak­te­en aus, die rot oder weiß ge­färb­ten Schmuck­blät­ter, die die Pflan­ze zur An­lo­ckung von In­sek­ten bil­det. Die ei­gent­li­che Blü­te da­ge­gen ist re­la­tiv klein, grün­lich und un­schein­bar.

Erz­wes­pen auf Schäd­lings­jagd

Gärt­ner Manz ist bio­lo­gi­scher Pflan­zen­schutz wich­tig. Er stellt für je­de Kul­tur ei­nen Ein­satz­plan für Nütz­lin­ge auf. Haupt­schäd­lin­ge der Weih­nachts­ster­ne sind die wei­ße- und ta­bak­wei­ße Flie­ge. Zu ih­rer Be­kämp­fung wer­den Hän­ger mit je 100 Erz­wes­pen pro 100 Qua­drat­me­ter Pflan­zen auf­ge­hängt, ein Kon­zept, das Che­mie fast im­mer über­flüs­sig macht. Die Pflan­zen dan­ken die sorg­fäl­ti­ge Pfle­ge mit kräf­ti­gem Wachs­tum.

Da­mit die Pracht zu Hau­se bleibt, emp­fiehlt Manz hand­war­mes Was­ser zum Gie­ßen, ei­nen hel­len Stand­ort und Tem­pe­ra­tu­ren zwi­schen 16 und 23 Grad. Der letz­te Ver­kaufs­tag für die Ster­ne ist der Hei­lig­abend. Da­nach in­ter­es­siert sich schlag­ar­tig nie­mand mehr für die Weih­nachts­pflan­ze. Pe­ter Manz freut sich dann auf die Fei­er­ta­ge. „Frü­her hat­ten wir Stress bis kurz vor der Besche­rung. Heu­te ha­ben wir or­ga­ni­sa­to­risch al­les bes­ser im Griff. Jetzt kön­nen wir das Fest auch pri­vat rich­tig ge­nie­ßen.“ Tübingen. Der Tü­bin­ger OB Bo­ris Pal­mer (Grü­ne) macht er­neut Schlag­zei­len – als „Hilfs­she­riff im Ein­satz“. Un­ter der Über­schrift be­schreibt er auf Face­book ei­ne Be­ge­ben­heit: Kurz nach Di­enst­schluss um 23 Uhr, nach der Ge­mein­de­rats­sit­zung, sei ihm auf dem Heim­weg ein Au­to auf­ge­fal­len, das mit lau­fen­dem Mo­tor auf dem Geh­weg stand. „In sol­chen Si­tua­tio­nen hat mein Va­ter ein­fach den Schlüs­sel ab­ge­zo­gen und mit­ge­nom­men“, schreibt Pal­mer. Als zwei jun­ge Män­ner zum Wa­gen zu­rück­kehr­ten, ha­be er sie freund­lich dar­auf hin­ge­wie­sen, dass sie künf­tig den Mo­tor aus­ma­chen sol­len. Die Män­ner hät­ten kei­ne Ein­sicht ge­zeigt, son­dern höh­nisch ge­lacht.

„Was tue ich al­so? Ein Fo­to vom Num­mern­schild und An­zei­ge. Hal­ten auf dem Geh­weg an der Bus­hal­te­tel­le im ab­so­lu­ten Hal­te- ver­bot und Ver­stoß ge­gen das Ver­bot, den Mo­tor un­nö­tig lau­fen zu las­sen“, schreibt Pal­mer wei­ter. „Ist mir völ­lig egal, ob das je­mand spie­ßig fin­det. So geht es ein­fach nicht.“Kürz­lich war Pal­mer mit ei­nem Stu­den­ten an­ein­an­der­ge­ra­ten. Der OB lei­te­te ein Buß­geld­ver­fah­ren ein, die Be­glei­te­rin des Stu­den­ten zeig­te Pal­mer we­gen Nö­ti­gung an. Pal­mer hat schon mehr­fach Falsch­par­ker an­ge­zeigt und Rad­ler in der Fuß­gän­ger­zo­ne an­ge­hal­ten. Für ihn ist es selbst­ver­ständ­lich, das Recht auf Ein­schrei­ten aus­zu­üben.

Spie­ßig oder nicht: „So geht es ein­fach nicht“, sagt Pal­mer.Fo­to: dpa

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.