Bür­ger­stif­tung will in Frank­furt ein neu­es Opern­haus bau­en

Saarbruecker Zeitung - - Kultur -

(dpa) In die zä­hen Ver­hand­lun­gen über die Zu­kunft der Städ­ti­schen Büh­nen in Frank­furt kommt über­ra­schend Be­we­gung. Elf ein­fluss­rei­che Frank­fur­ter Bür­ger ha­ben der Stadt an­ge­bo­ten, den Bau ei­nes neu­en Opern­hau­ses vor­an­zu­trei­ben. Sie wol­len da­für ei­ne „Bür­ger­stif­tung ,Neue Oper Frank­furt’“grün­den und Ei­gen­ka­pi­tal bei­steu­ern. Den Plä­nen zu­fol­ge wä­ren Oper und Schau­spiel dann an ge­trenn­ten Or­ten zu Hau­se.

Die Bür­ger­stif­tung bie­tet an, „die Fi­nan­zie­rung zu über­neh­men, in dem sie im gro­ßen Maß­stab Spen­den sam­melt und Dar­le­hen für die Ge­bäu­d­e­in­ves­ti­ti­on bei Ban­ken auf­nimmt“, teil­ten die Initia­to­ren mit. Ei­ne Stif­tung ha­be den gro­ßen Vor­teil, au­ßer­halb des öf­fent­li­chen Ver­ga­be­rechts pla­nen und bau­en zu kön­nen, das spa­re Zeit und Kos­ten.

In dem Me­mo­ran­dum wer­den

Wie wür­de das wohl sein, dürf­ten sich man­che vor­ab ge­fragt ha­ben, ei­nen gan­zen Abend lang nur von Kon­tra­bass und Trom­pe­te un­ter­hal­ten zu wer­den? Wür­de da nicht ein­fach trotz al­ler Aus­nah­me­kön­ner­schaft von Till Brön­ner und Die­ter Ilg (die zwei ge­hö­ren zur ab­so­lu­ten Jazz-Eli­te in Deutsch­land) zu viel feh­len, an Har­mo­nie und Rhyth­mik? Nach dem Kon­zert am Don­ners­tag in der Con­gress­hal­le ließ sich die Fra­ge nicht ganz ein­deu­tig be­ant­wor­ten.

Si­cher hat­ten Brön­ner und Ilg das Ma­xi­mum an Klang­far­ben und Mög­lich­kei­ten die­ser Duo-For­ma­ti­on her­aus­ge­holt. Mit Lo­op-Ef­fek­ten wurde da ge­ar­bei­tet, mit viel Hall und Echo, mit ei­nem au­to­ma­ti­schen In­ter­vall, das sich zum Trom­pe­ten­ton da­zu ge­sell­te; Brön­ner ging zwi­schen­durch auch ans Mi­kro­fon und sang ei­nen Bos­sa no­va auf por­tu­gie­sisch, Ilg nahm am En­de den Bo­gen her­aus und säg­te die ganz tie­fen Tö­ne her­vor. Nur wenn’s gar nicht an­ders ging, be­hal­fen sich die bei­den mit ein paar Klän­gen von der Fest­plat­te.

Die Sti­lis­tik be­müh­te ei­ne eben­so gro­ße Viel­falt: Vom Kir­chen­lied laut „FAZ“die Bau­kos­ten für ei­nen Opern­neu­bau auf 240 Mil­lio­nen Eu­ro ge­schätzt. Die Stif­tung wol­le 50 Mil­lio­nen durch Spen­den und Zu­stif­tun­gen als Ei­gen­ka­pi­tal auf­trei­ben. Das Grund­stück müss­te die Stadt dem Bau­her­ren per Erb­bau­ver­trag über­las­sen. Die Oper wä­re im Neu­bau Mie­ter. Der­zeit wird ge­prüft, ob ei­ne Sa­nie­rung der Büh­nen-Dop­pel­an­la­ge am Wil­ly-Brandt-Platz mög­lich wä­re und was sie kos­ten wür­de. Bis­her tei­len sich Oper und Schau­spiel ein Ge­bäu­de. Die Bür­ger­stif­tung schlägt vor, die Oper an ei­nem an­de­ren Stand­ort neu zu bau­en. Am jet­zi­gen könn­te ein neu­es Schau­spiel­haus ent­ste­hen. Die Stadt re­agier­te po­si­tiv: „Der Vor­schlag ist in­ter­es­sant“, mein­te Kul­tur­de­zer­nen­tin Ina Hart­wig (SPD). Ei­ne Spar­ten­tren­nung schließt sie nicht aus. Min­des­tens ei­ne der bei­den Spiel­stät­ten müs­se aber am Brandt-Platz blei­ben.

FO­TO: SE­BAS­TI­AN DINGLER

Die Kunst der re­du­zier­ten Be­set­zung: Till Brön­ner und Die­ter Ilg bei ih­rem Saar­brü­cker Kon­zert.

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