Der­by-Held und Va­ter­fi­gur in neu­er Rolle

Der Deutsch-Bra­si­lia­ner Nal­do blickt dem Re­vier-Der­by Schal­ke ge­gen Dort­mund mit ge­misch­ten Ge­füh­len ent­ge­gen.

Saarbruecker Zeitung - - Sport - VON RALPH DURRY

(sid) Nal­do wird den 25. No­vem­ber 2017 sein gan­zes Leben in Er­in­ne­rung be­hal­ten. Sein Kopf­ball zum 4:4-Aus­gleich für Schal­ke 04 im Re­vier­der­by bei Bo­rus­sia Dort­mund – nach ei­nem 0:4-Rück­stand und in der vier­ten Mi­nu­te der Nach­spiel­zeit – ließ nicht nur den Schal­ker Fan­block förm­lich ex­plo­die­ren. Nal­do mach­te da­mals die größ­te Auf­hol­jagd in der Bun­des­li­ga-Ge­schich­te seit 41 Jah­ren per­fekt. Dem Sams­tag und dem 176. Nach­bar­schafts-Du­ell ge­gen den BVB (15.30 Uhr/Sky) blickt der Deutsch-Bra­si­lia­ner aber mit ge­misch­ten Ge­füh­len ent­ge­gen.

Der 36-jäh­ri­ge Nal­do, in der ver­gan­ge­nen Sai­son von vie­len Ex­per­ten zum „Spie­ler der Sai­son“ge­kürt, hat sei­nen Stamm­platz bei den Kö­nigs­blau­en ver­lo­ren. Zu­letzt beim 1:1 bei der TSG Hof­fen­heim saß der In­nen­ver­tei­di­ger 90 Mi­nu­ten auf der Bank, nach­dem er in der Cham­pi­ons Le­ague beim FC Por­to (1:3) noch in der An­fangs­for­ma­ti­on ge­stan­den hat­te. Wie wird Nal­dos Rolle ge­gen Ta­bel­len­füh­rer Dort­mund sein?

„Wir ha­ben vier Spie­ler für drei Po­si­tio­nen. Nal­dos Zeit wird kom­men“, sagt Schal­kes Trai­ner Do­me­ni­co Te­des­co. Klar ist, dass Nal­do mit sei­ner pro­fes­sio­nel­len Ein­stel­lung über­zeugt. „Wir ha­ben vie­le Gespräche ge­führt. Nal­do ist auf und ne­ben dem Platz ei­ne her­aus­ra­gen­de Per­sön­lich­keit“, sagt Te­des­co.

Das zeig­te sich beim letz­ten Heim­spiel und dem 5:2-Sieg ge­gen den 1. FC Nürn­berg, als Nal­do in der Halb­zeit­pau­se beim Stand von 2:1 das Wort er­griff und „ein paar Tak­te“(Links­ver­tei­di­ger Bas­ti­an Oc­zip­ka) sag­te. Ab­wehr-Ass Nal­do ge­nießt auch in sei­ner jet­zi­gen Rolle als Er­gän­zungs­spie­ler ho­hen Re­spekt in der Trup­pe, seine Wor­te ge­gen den Club zeig­ten Wir­kung. „Er hat mo­ti­vie­ren­de Wor­te an uns ge­rich­tet und ge­sagt, dass wir mehr Mut ha­ben müs­sen“, be­rich­tet Oc­zip­ka: „Er hat uns des­halb auf­ge­for­dert, mehr Mut zu ha­ben, mehr nach vor­ne zu ver­tei­di­gen und ag­gres­si­ver zu sein.“Ge­sagt, ge­tan.

Te­des­co ist froh, dass er die „Va­ter­und In­te­gra­ti­ons­fi­gur“Nal­do an sei­ner Sei­te weiß: „Das ist ein­fach Nal­do. Er ist wich­tig für uns – ob er spielt oder nicht.“Im Ok­to­ber hat­te der Ex-Bre­mer und Ex-Wolfs­bur­ger sei­nen Ver­trag auf Schal­ke vor­zei­tig bis 2020 ver­län­gert. Für Sport­vor­stand Chris­ti­an Hei­del über­haupt kein Ri­si­ko: „Als Mensch, als Typ und als Cha­rak­ter ist er hier ein­fach nicht mehr weg­zu­den­ken. Er spielt au­ßer­halb und auch auf dem Spiel­feld ei­ne im­mens wich­ti­ge Rolle.“Der Rou­ti­nier selbst be­zeich­net sei­nen Wech­sel nach Schal­ke „als bes­te Ent­schei­dung mei­nes Le­bens“.

Der im Ver­gleich zu Nal­do drei Jah­re jün­ge­re Te­des­co schätzt am Deutsch-Bra­si­lia­ner vor al­lem des­sen Er­fah­rung und Stel­lungs­spiel. „Er hat den Fuß im­mer am rich­ti­gen Ort, ist clever in der Bal­le­r­obe­rung und kopf­ball­stark“, lobt er. Man darf ge­spannt sein, ob BVB-Schreck Nal­do auch an die­sem Sams­tag seine Qua­li­tä­ten zei­gen darf. Wie da­mals am 25. No­vem­ber 2017 mit die­sem wuch­ti­gen Kopf­ball in der Nach­spiel­zeit zum 4:4 – und mit­ten hin­ein in die Schal­ker Her­zen.

„Als Mensch, als Typ und als Cha­rak­ter ist er hier ein­fach nicht mehr

weg­zu­den­ken.“

Schal­kes Sport­vor­stand Chris­ti­an Hei­del über Ab­wehr­spie­ler Nal­do

FO­TO: VENNENBERND/DPA

Er ist zwei­fels­oh­ne ein An­füh­rer der Kö­nigs­blau­en. Und doch fin­det sich Ab­wehr­spie­ler Nal­do beim FC Schal­ke 04 im­mer öf­ter auf der Bank wie­der. Auch im Der­by ge­gen Bo­rus­sia Dort­mund?

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